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Private Equity 
An Chefs kein Mangel

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Rochaden: Steffen Meister (l.), ehemals CEO und zuletzt Delegierter des Verwaltungsrats, ersetzt Peter Wuffli als Präsident der Partners Group.Quelle: Bilanz

Wechsel im Präsidium bei Partners Group: Einmal mehr zeigt sich die sehr spezielle Führungskultur des Zuger Private-Equity-Hauses.

Erik Nolmans
Von Erik Nolmans
30.03.2018

Diese Firma sei «ein Gehege voller Alphatiere», schrieb BILANZ 2014 – an Chefs herrscht kein Mangel, und gerne werden Hüte getauscht. Die jüngste Rochade passt in dieses Bild: Präsident Peter Wuffli überlässt nach nur vier Jahren seinen Platz Steffen Meister.

Der war von 2005 bis 2013 CEO, bevor er an die Co-CEOs Christoph Rubeli und André Frei übergab. Vor seinem Präsidium war Wuffli fünf Jahre Verwaltungsrat, nun soll er noch ein Jahr als Vizepräsident dienen. Er wird Opfer der Amtszeitbeschränkung von zehn Jahren, die er selber eingeführt hat.

Die Wahl von Meister mutet wenig konsequent an: Wufflis Antritt 2014 war damit begründet worden, dass das Unternehmen von einer gründerdominierten Firma zu einem breit abgestützten internationalen Player geworden sei. Dieser Wandel sollte auch mit der Wahl des unabhängigen Wuffli manifestiert werden.

Wieder ein Insider

Gründer Alfred Gantner gab das Präsidium ab, blieb aber Chef des Anlageausschusses. Mit Meister schlägt das Pendel nun wieder in die andere Richtung: nach dem Unabhängigen wieder ein Insider. Meister, seit frühester Zeit dabei, gilt als so etwas wie der vierte Gründer. Die Wahl sei eine naheliegende Lösung, sagt Wuffli, Meister sei ganz einfach der geeignetste Kandidat.

Vor vier Jahren sei die Ausgangslage noch anders gewesen. Damals sei es wichtig gewesen, organisatorisch Distanz zu den sehr dominanten drei Gründern zu schaffen. Mittlerweile hätten aber die Firma und Meister selber einen weiteren Reifegrad erreicht.

Spezielles System

Er habe den Wechsel bereits im Sommer 2017 mit den Gründern und den Kollegen im VR besprochen. Meister sei der einzige Kandidat geblieben, eine externe Suche habe nicht stattgefunden. «Diese Firma ist klein, aber kompliziert», so Wuffli, «einen von aussen fürs Präsidium zu holen, ist – ausser in einem Krisenfall – ein No-Go.»

Man müsse Firma und Abläufe über Jahre kennen, um im speziellen System Partners Group zu funktionieren – mit Befehlskultur komme man nicht weit, es werde eng zusammengearbeitet. Klar sei aber, dass der Verwaltungsrat nun ergänzt werden müsse: «Es braucht einen bis zwei neue, starke, unabhängige Verwaltungsräte, die dem Präsidenten Paroli bieten können», betont Wuffli.

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