Die Suche nach dem neuen Post-Chef oder der neuen Post-Chefin läuft «auf Hochtouren», wie Konzernsprecherin Léa Wertheimer betont. Es sei das erklärte Ziel des Verwaltungsrates, dass die Suche noch im laufenden Jahr erfolgreich abgeschlossen und der oder die neue CEO noch «vor dem Jahreswechsel» vorgestellt werden könne. Mit der Suche hat der Verwaltungsrat unter Urs Schwaller die Firma Amrop Executive Search beauftragt, wie Wertheimer ergänzt.

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Gesucht: Person mit Schweizer Kenntnissen

Noch im Juni hatte Post-Präsident Schwaller betont, dass er sich im In- und Ausland nach einem neuen Chef umsehen wolle. Diesbezüglich sind nun Amrop aber keine Vorgaben gemacht worden, wie es heisst. Im Fokus steht jetzt also doch wieder ein Schweizer respektive eine Person, welche die Schweizer Verhältnisse versteht.

Der Verwaltungsrat wolle eine Person an der Spitze der Post, «die sich auch mit dem Service public, den Bedürfnissen der Bevölkerung und den politischen Gegebenheiten fundiert auskennt», hält Wertheimer fest.

Ulrich Hurni

Ulrich Hurni führt den Konzern derzet interimistisch.

Quelle: Keystone

Viele Wechsel in den letzten 20 Jahren

Interimistisch wird der Konzern vom Briefpost-Chef Ulrich Hurni geführt. Er ist der siebte Chef seit 1998, seit der Aufspaltung des PTT-Konglomerats in Swisscom und Post.

Personell gesehen waren es – mit Ausnahme der Ära von Ulrich Gygi – turbulente 20 Jahre: Jean-Noël Rey musste gehen, Reto Braun nahm nach kurzer Zeit den Hut, Michel Kunz verlor den Machtkampf gegen den damaligen Post-Präsidenten Claude Béglé, der dann auch gleich abgesetzt wurde, Jürg Bucher wurde nach zwei Jahren pensioniert, und zuletzt stolperte Susanne Ruoff über den Postauto-Skandal.

Post

Aktiengesellschaft im Eigentum des Bundes (100%) Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller, Konzernchef ad interim Ulrich Hurni

Umsatz 2017: 7,99 Mrd. Fr.
Gewinn 2017: 420 Mio. Fr.
Mitarbeiter: 42 316 Vollzeitstellen
Dividende 2018 an Bund: 200 Mio. Fr.
Service public: Briefe und Pakete an fünf, abonnierte Tageszeitungen an sechs Wochentagen schweizweit zu gleichen Preisen zustellen; Zahlungsverkehr sicherstellen; 90 Prozent der Bevölkerung müssen zu Fuss oder mit dem ÖV innert 20 respektive 30 Minuten die Zugangspunkte zu Post- respektive Zahlungsverkehrsdiensten erreichen können
Abgeltung des Service public: Briefmonopol bis 50 Gramm; Subvention für Zeitungszustellung; Abgeltung Regionalverkehr
Aufsicht: PostCom, Bakom, Weko, BAV, Finma, EFK
Probleme: Postauto-Skandal, Car Postal France, Weko-Busse von 22,6 Mio. Fr. gegen Briefpost, Kreditverbot bei Postfinance, «Too big to fail»-Auflagen, Revision Postgesetzgebung