Für die Medien war es nur eine Kurzmeldung: Die Migros verkauft ihren 51-Prozent-Anteil des Onlinefahrradhändlers Probikeshop an die deutsche ­Internetstores Holding GmbH. Das eigentlich Interessante hinter diesem Deal ist die Personenkonstellation: Die Internetstores Holding ist eine Tochter der österreichischen Signa Retail. Diese wird seit letztem September von Dieter Berninghaus ge­leitet. Die Migros hatte Probikeshop 2011 gekauft. Der Verantwortliche für den Deal damals: Handelschef Dieter Berninghaus.

Das Departement Handel wollte damals Erfahrungen mit einem Onlineanbieter im Non-Food-Geschäft sammeln. Der Kaufpreis von Probikeshop (damals zehn Millionen Franken Umsatz) habe etwa so viel betragen, «wie es kostet, ein neues Ladenkonzept zu testen», heisst es aus gut informierten Kreisen – also etwa drei bis vier Millionen. Geführt von Gründer Olivier Rochon und gecoacht von der Migros, ­erhöhte sich der Umsatz auf zuletzt 70 Millionen. Besonders in Südeuropa ist ­Probikeshop stark.

Verkauf war Migros-intern umstritten

2013 änderte Migros den Fokus im Non-Food-Onlinehandel jedoch auf das Inland mit der eben übernommenen Digitec Galaxus. Rochon empfand Migros seither nicht mehr als Best Owner und bat um den ­Verkauf. «Es war der Migros wichtig, dass ihr 49-Prozent-Partner, der die Firma aufgebaut hat und führt, in den Hafen kommt, in den er gerne möchte», sagt Stephan Fanderl, Managing Director bei Signa ­Retail. Dennoch war der Verkauf Migros-intern umstritten, Involvierte bezeichnen Probikeshop als «Perle». Letztlich setzten sich die Auslandskeptiker durch.

Finanziell hat es sich gelohnt: Die Mi­gros konnte ihren Einsatz ungefähr verzehnfachen. An dem Deal, administriert durch GCA ­Altium, war Berninghaus «in keinster Weise involviert», so Fanderl. «Das wäre gegenüber der Migros auch nicht fair gewesen.» Eine weitere Zusammenarbeit mit der Migros schliesst Fanderl nicht aus.

Das ist das «Who is who» im Schweizer Handelsgeschäft:

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