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Geldgespräch 
«Beim Medienprojekt ‹Republik› stimmt alles»

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Daniel Meili: Am meisten Geld gibt er fürs Wohnen aus.  Siggie Bucher

Der «Republik»-Investor Daniel Meili setzt voll auf Qualitätsjournalismus. Von Hedge Funds und Derivaten lässt er die Finger.

Von Philipp Albrecht
2017-05-29

Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Daniel Meili*: Mit Rasenmähen und Autowaschen zusammen mit meinen zwei Brüdern. Da war ich etwa sieben oder acht. Als Lohn gabs erst 20 und später 50 Rappen.

Was bedeutet Ihnen Geld?
Ich pflege ein nüchternes und ambivalentes Verhältnis. Es ermöglicht Innovation, aber auch Machtmissbrauch und Destruktion. Ich bestreite damit meinen Lebensunterhalt.

Wofür geben Sie am meisten aus?
Fürs Wohnen, wie die meisten Schweizer. Ich mag gute Küchenmaschinen, um damit zum Beispiel Würste zu produzieren. Da spare ich nicht bei der Qualität. Auch nicht bei den Werkzeugen, die ich für meine Metallskulpturen brauche.

Ihr Vater ist durch die Erfindung des Feuermelders reich geworden. Wie viel hat er Ihnen und Ihren Brüdern vererbt?
Einen zweistelligen Millionenbetrag. Genauer werde ich nicht. Wir gehören nicht zu den Superreichen.

Sie investieren in nachhaltige Projekte in den Bereichen Medien, Kultur, Energie und Medizin. Was ist Ihr Ziel?
Wir investieren langfristig in Menschen und Ideen, an die wir glauben. In Projekte, welche die Nullachtfünfzehn-Kriterien für Banken und konventionelle Investoren nicht erfüllen. Profitmaximierung ohne Sinnfrage hat ein Zerstörungspotenzial, vor allem bei natürlichen Ressourcen.

Sie helfen dem Medienprojekt «Republik», dessen Abonnenten jährlich 240 Franken zahlen sollen für drei Texte pro Tag. Sind Sie wahnsinnig?
Finde ich gut, dass Sie einen Psychiater so bezeichnen. Wahnsinnig ist eher, wer in Hedge Funds und Derivate investiert. Unser Risiko ist kleiner. Bei dem Projekt stimmt alles: Zeit, Idee und die Menschen. Ich bin sicher, dass es 22'000 Leute gibt, die für guten Journalismus zahlen wollen.

Von diesem Ziel sind Sie aber noch weit entfernt.
12'000 geben bereits eine Carte blanche. Und wir haben einen realistischen Fünfjahresplan.

Wie viel Geld haben Sie in das Projekt gesteckt?
Eine Zahl nenne ich Ihnen nicht. Aber die Beteiligungen werden bald transparent gemacht. Für uns lohnt es sich auf jeden Fall. Wenn es niemand versucht, kommt man keinen Schritt weiter.

* Daniel Meili (61) ist Psychiater und investiert mit seinen Brüdern Marcel und Martin in nachhaltige Projekte. 2015 setzten sie sich für eine nationale Erbschaftssteuer ein.

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