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Bei Dosenbach drückt der Schuh

Bei Dosenbach drückt der Schuh
Dosenbach: Die Schweizer Detailhandelskette hat stark zu kämpfen. Keystone

Aus dem Flagshipstore am Zürcher Rennweg wird ein Snipes-Laden. Auch sonst ist der Schuhhändler unter Druck.

Von Marc Kowalsky
2017-06-27

Der grüne Schriftzug ist abmontiert, der Eingang mit einem Bauzaun abgeschirmt, aus ­einem Fenster wirft ein Handwerker Teppichreste in eine Baumulde: Die Dosenbach-Filiale am Zürcher Rennweg ist seit dem 11. Juni geschlossen. In den einstigen Flagshipstore wird die Sneaker-Kette Snipes einziehen, wie Sprecher Peter Lebrun entsprechende «Bilanz»-Recherchen bestätigt: «Allerdings gibt es noch keinen endgültigen Eröffnungstermin.»

Snipes, 1998 im deutschen Essen gegründet, gehört mit 160 Stores in sechs Ländern zu den erfolgreichsten Streetwear-Filialisten Europas und ist seit 2011 im Mehrheitsbesitz von Dosenbach-Ochsner.

Dass der Konzern auf die Boomtochter setzt, erstaunt nicht, denn auch wenn sich Dosenbach besser schlägt als der Markt: Das Kerngeschäft ist schwer unter Druck. So verhandelt Dosenbach an mehreren Standorten die Miete neu, weil der Mindestumsatz nicht mehr erreicht wird, ab dem die Umsatzmiete greift. «Zu den normalen kaufmännischen Abläufen von Dosenbach gehört, dass wir auslaufende Mietverträge regelmässig auf den Prüfstand stellen und – wo nötig – optimieren», bestätigt Marketingchef Marco Greco.

Auch für Ochsner Sport wird es eng

Der Druck auf Dosenbach-Ochsner dürfte noch weiter zunehmen: Ochsner Sport, Marktführer im Schweizer Sportfachhandel, erhält mit Decathlon gewichtige neue Konkurrenz. Der französische Milliardenkonzern eröffnet demnächst in Marin NE seine erste Schweizer Filiale.

«Mindestens 10, eher 20 dürften es in den nächsten fünf Jahren schweizweit werden», schätzt Retail-Experte Marc-Christian Riebe von ­eLocations: «Ich gehe davon aus, dass bei den bisherigen Schweizer Sporthändlern bis dahin die Hälfte aller Flächen zugeht.»

 

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