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Bekenntnis 
«Basel ist und bleibt von Novartis das Headquarter»

Hält am Standort Schweiz fest: Novartis-Präsident Jörg Reinhardt.  Keystone

Der starke Franken und die Masseneinwanderungsinitiative belasten Pharmariese Novartis in Millionenhöhe. Präsident Jörg Reinhardt bekennt sich dennoch zum Standort Schweiz.

Veröffentlicht 17.08.2015

Novartis-Präsident Jörg Reinhardt hält trotz Frankenstärke und Masseneinwanderungsinitiative am Standort Schweiz fest. Basel bleibe Hauptsitz und Forschungsstandort von Novartis, sagte er in einem Interview der Aargauer Zeitung vom Montag.

Damit schlägt Reinhardt leicht andere Töne an als sein Vorgänger Daniel Vasella, der einen teilweisen Wegzug von Basel nicht ausschloss. «Basel ist das weltweite Headquarter der Firma, das war es über die letzten Jahrzehnte und das wird es aller Voraussicht nach auch bleiben», sagte Reinhardt.

Grosse Belastung

Ebenfalls unverändert bleibe, dass Novartis in der Schweiz weiterhin einen wichtigen Teil der Forschung und Entwicklung betreibe. «Wir tätigen hier im Campus in Basel und auch in Stein im Aargau signifikante Investitionen. Es gibt keine Absichten, die zu sistieren oder zu verlangsamen.»

Zur Frankenstärke sagte Reinhardt, dass diese Novartis jährlich mit 300 bis 400 Millionen Franken belaste. Neue Pläne gelte es darum abzuwägen. «Es ist ein Aspekt, den wir genau beobachten», sagte er.

Reinhardt hofft auf pragmatische Lösung

Ebenfalls genau verfolgt der Verwaltungsrat die Diskussionen über die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative. Die Art und Weise wie diese Initiative umgesetzt werde, sei für eine Firma, die in Basel zu zwei Drittel ausländisches Personal beschäftige, vital, sagte Reinhardt.

Wenn Novartis künftig wegen der Initiative nicht mehr genügend hoch qualifiziertes Personal anstellen könne, laufe die Firma in ein grosses Problem. Der Verwaltungsratspräsident hofft darum, dass für die Umsetzung der Initiative eine «pragmatische Lösung» gefunden wird.

Zur Zukunft von Novartis sagte Reinhardt, dass der Pharmariese weiterhin stark in gentherapeutische Ansätze investiere. Er deutete jedoch auch an, dass Novartis allenfalls künftig vermehrt Medikamente für seltene Krankheiten entwickeln werde. Das sei in der Pharmabranche ein Trend, sagte er, weil es bei den häufigeren Krankheiten immer schwieriger werde, einen medizinischen Vorteil zu erarbeiten.

(sda/ccr)

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