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Bank Sarasin: Kunden mit unversteuerten Geldern müssen gehen

Bank Sarasin: Positive Zahlen gab es nur im Zinsgeschäft und beim Handelsertrag. (Bild: Keystone)

Weniger Kundenvermögen, Neugeldzufluss und Gewinn: Das Jahr 2011 lief für die Privatbank Sarasin äusserst harzig. Einen Grund sieht das Institut in seiner Weissgeldstrategie.

Veröffentlicht 23.02.2012

Die Basler Privatbank Sarasin hat im vergangenen Jahr 7 Milliarden Franken an Kundengeldern verloren. Bankchef Joachim H. Strähle führt dies unter anderem auf die Weissgeldstrategie zurück. Diese brauche «viel Mut», sagte er vor den Medien in Basel. «Aber Hüst und Hott schadet sehr.» Keinen Einfluss auf die Kundengelder habe hingegen die Affäre Hildebrand.

Mit der Weissgeldstrategie, welche die Bank bereits Mitte 2010 beschlossen habe, sei Sarasin den Mitbewerbern weit voraus, sagte Strähle. Die Fokussierung auf versteuerte Vermögen habe allerdings auch ihren Preis: «Wir verzichten auf attraktive Margen.» Bis Ende 2012 will Sarasin aussschliesslich korrekt versteuertes Geld verwalten. «Kunden mit unversteuerten Vermögenswerten müssen unsere Bank verlassen.»

Auch der Nettoneugeldzufluss der Bank Sarasin entwickelte sich massiv schwächer als erhofft. Insgesamt verzeichnete die Bank einen Zufluss von 1,45 Milliarden Franken an Nettoneugeldern. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 13,4 Milliarden Franken gewesen.

Weniger Gewinn

Zulegen konnte Sarasin 2011 im Zinsengeschäft mit einem Plus von 1 Prozent auf 148,9 Millionen Franken. Der Handelsertrag stieg deutlich um 57 Prozent auf 93,8 Millionen Franken, während sich die Erträge im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 4 Prozent auf 440,7 Millionen  Franken reduzierten.

Der Bruttogewinn blieb mit 170,4 Millionen Franken 8,1 Prozent unter dem Vorjahr. Unter dem Strich blieb für die Bank 112 Millionen Franken Gewinn. Dieses Konzernergebnis inklusive Minderheitsanteile bedeutet für das Finanzinstitut ein Minus von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im vergangenen November war bekannt geworden, dass die Bank Sarasin von der Safra-Familie übernommen wird. Safra strebt einen Kapitalanteil von 46,07 Prozent und einen Stimmrechtsanteil von 68,63 Prozent an.

«Geht in die richtige Richtung»

Als «interessant» bezeichnete Strähle derweil die Tatsache, dass der Bundesrat ausgerechnet am (gestrigen) Mittwoch seine Weissgeldstrategie umrissen hat. Sarasin unterstütze die Bestrebungen der Regierung: «Sie geht in die richtige Richtung.» Die Weissgeldmassnahmen der Basler Privatbank betreffen nur internationale Kunden. Je nach Kunde und Situation kommen verschiedene Vorgehensweisen zur Anwendung, um die saubere Herkunft der Vermögen zu überprüfen.

Unter anderem kann vom Kunden verlangt werden, dass er die ordentliche Versteuerung schriftlich bestätigt. Sarasin hat laut Strähle einen klaren Prozess entwickelt, welcher der Finanzmarktaufsicht Finma vorgelegt wurde. Auf das Verlangen von Steuerbelegen verzichtet die Bank allerdings bewusst.

(muv/laf/tno/sda/awp)

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