Das Ziel von Joachim Strähle, seit fünf Jahren CEO der Bank Sarasin, ist klar: Er möchte nicht nur Chef sein, sondern auch Eigentümer der Privatbank werden. In einem Interview mit der „Financial Times“ spricht Strähle Klartext: „Ich mache kein Geheimnis daraus, dass wir gerne ein Management-Buyout machen würden.“ Es gebe auch schon informelle Gespräche dazu.

Zwar hätten formelle Verhandlungen noch nicht begonnen, aber "unsere Reisen nach Holland werden häufiger", so Strähle weiter. Im Falle einer erfolgreichen Übereinkunft gab sich Strähle zudem zuversichtlich, die Transaktion mit Hilfe von Investoren aus den Nahen Osten, Asien und der Schweiz finanzieren zu können.

Noch vor einem knappen Monat hatte die niederländische Rabobank gegenüber BILANZ Verkaufsabsichten dementiert. Dass sich die Holländer aber mittelfristig von ihrer Beteiligung an der Bank Sarasin trennen wollen, überrascht nicht wirklich. Offenbar ist innerhalb des Rabobank-Managements die Sarasin-Beteiligung kürzlich erneut als nicht zum Kerngeschäft gehörend bezeichnet worden, wie aus Branchenkreisen verlautet.

Ob allerdings ein Management-Buyout für die geschäftstüchtigen Holländer die Ideallösung ist, darf zumindest bezweifelt werden. Beobachter sind sich einig, dass die Banken Sarasin und Julius Bär am besten zusammenpassen würden – und die Rabobank für ihre Beteiligung möglicherweise einen höheren Preis lösen könnte als bei einem Verkauf ans Management.

Wie die BILANZ schon vor knapp einem Monat schrieb, dürfte es sich bei der Buyout-Strategie von CEO Joachim Strähle auch um eine Vorwätsstrategie handeln, um sich die Chef-Position zu sichern. Denn angesichts der eher ernüchternden Performance-Zahlen, die Strähle in seinen fünf Chef-Jahren erreicht hat, dürfte er bei einem Zusammenschluss mit  einer anderen Bank nicht unbedingt erste Wahl sein für den Chefposten.

(cms/tno)

 

 

 

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