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Luxusmarke 
Bally wäre in chinesischer Hand gut aufgehoben

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Bally: China steht im Zentrum der Aktivitäten des Traditionsunternehmens.

Die Schweizer Luxusmarke Bally steht zum Verkauf. Potenzielle Käufer gibt es einige. Besonders attraktiv wäre die Firma aber für Investoren aus China. Überraschend ist das nicht.

Von Gabriel Knupfer
04.07.2017

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Bally erneut zum Verkauf steht. Die Luxury-Sparte der JAB Holding der Milliardärsfamilie Reimann will das Traditionshaus zusammen mit der Marke Jimmy Choo loswerden. Bis Ende Oktober soll der Hersteller von Schuhen und Accessoires einem neuen Besitzer gehören, hofft CEO Frédéric de Narp.

Potenzielle Kandidaten gibt es einige. Besonders attraktiv wäre die Firma aber für Investoren aus China, schreibt das chinesische Wirtschaftsmagazin «Caixin». Festlandchina ist Ballys grösster Markt, mehr als 20 Prozent der globalen Verkäufe gehen ins Reich der Mitte. Und dank der wachsenden Mittelklasse werde dieser Anteil in Zukunft noch steigen, so Chef de Narp gegenüber der Zeitschrift.

Bezahlsystem von WeChat

Kein Wunder setzt Bally voll auf China. Im Moment werden alle 58 Shops im Land mit dem Bezahlsystem von WeChat ausgestattet. Dieses ermöglicht, Rechnungen mit der in China verbreiteten Messenger-App zu begleichen. Bereits einsatzbereit ist Alipay, ein weiteres beliebtes Onlinezahlungssystem in China. Etwa 90 Prozent der Onlinezahlungen im Land werden auf diese beiden Arten abgewickelt.

Dazu kommt ein neuer Onlineshop und in der zweiten Jahreshälfte sollen die Produkte sogar direkt auf Ballys WeChat-Auftritt bestellbar sein. Nicht geplant seien dagegen virtuelle Shops auf Tmall oder JD.com, so de Narp. «Viele Menschen stellen die Echtheit der Produkte auf diesen Marktplätzen in Frage.» Das wäre dem Luxusimage von Bally nicht zuträglich.

Mehr Shops in Chinas Grossstädten

Stattdessen will Bally weitere Shops im Land eröffnen. In Frage kämen Städte mit mehr als sieben Millionen Einwohnern und einem jährlichen Bruttosozialprodukt von mehr als 500 Milliarden Yuan (71 Milliarden Franken). So bekommt die Riesenstadt Chongqing nächstens ihren zweiten Bally-Shop.

Voraussichtlich in den nächsten Wochen wird JAB Luxury die ersten Gebote für Bally entgegennehmen. Im Rennen steht auch die künftige Ausrichtung der Schweizer Marke zur Debatte. Bally könnte als Kernstück eines neuen globalen Luxuskonzernes gekauft werden – oder als Vehikel zur Eroberung des chinesischen Marktes.

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