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Kunst 
«Auktionsexzesse machen Museen kaputt»

Der Kunstmarkt ist überhitzt. An Auktionen zahlen Sammler astronomische Preise. Das treibt auch die Kosten der Aussteller wie der Fondation Bayeler. Sie können sich boomende Kunst kaum noch leisten.

Veröffentlicht 22.06.2015

Die steigenden Preise für Kunstwerke an Auktionen haben für Museen negative Auswirkungen. Geben Sammler den Wert ihrer Kunst höher an, als er beim Ankauf war, steigen für Aussteller entsprechend die Versicherungs- und Transportkosten.

Das sei eine «ganz schlechte Entwicklung», sagte Hansjörg Wyss, Präsident der Fondation Beyeler, in einem Interview mit der Nordwestschweiz vom Montag. Jeder Sammler habe das Gefühl, sein Bild sei mehr und mehr wert, wenn er die Auktionspreise sehe. «Plötzlich sagen sie, das Bild ist fünf Millionen wert. Dann müssen wir es für fünf Millionen versichern.»

«Wir verlieren mit jeder Ausstellung Geld»

Das bekomme auch die Fondation Beyeler zu spüren. «Wir verlieren inzwischen mit jeder Ausstellung Geld», sagte Milliardär und Kunstförderer Wyss. Doch das werde sich wieder einpendeln. Viele Werke die jetzt hochgeschaukelt würden, seien «in dreissig Jahren noch halb so viel wert».

Heute sei es für Museen allerdings «praktisch unmöglich, erstklassige Kunstwerke zu erwerben». Das Beyeler Museum habe ein Ankaufsbudget von fünf bis sechs Millionen Franken pro Jahr. Aber auch damit komme man nicht weit. «Die Auktionsexzesse machen die Museumslandschaft kaputt.»

(sda/dbe)

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