Ende August ging der Zürcher Jugendsender Joiz pleite. 75 Mitarbeiter verloren ihren Job. Hoffnung bestand einzig noch für die Tochter Joiz Germany: Kurz vor der Insolvenz übernahm der Berliner Investor Uwe Fabich 80 Prozent der deutschen Tochter für 20'000 Euro (die restlichen 20 Prozent hält die Mediengruppe DuMont). Fabich kündigte an, die Station Anfang 2017 als Musiksender umzupositionieren. Das Signal sollte auch in der Schweiz ausgestrahlt werden.

Verkaufsvertrag nach deutschem Recht

Dazu wird es nicht kommen: Der Verkauf ist vom Konkursamt Zürich-Aussersihl für ungültig erklärt worden. Der Grund: Die Muttergesellschaft Joiz AG unter Geschäftsführer Alexander Mazzara hatte den Verkaufsvertrag nach deutschem Recht aufgesetzt. Durch den Konkurs der Mutter kommt nun aber auch für Joiz Germany Schweizer Recht zur Anwendung, wonach für einen Verkauf erst ein entsprechender Gläubigerbeschluss erwirkt werden muss. Dieser liegt nicht vor, da noch nicht einmal alle Gläubiger bekannt sind. «Wir reden hier von Monaten», sagt ein am Verfahren Beteiligter.

Nach dem gestoppten Verkauf verhängte das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg auch über Joiz Germany die Insolvenz. Als der deutsche Insolvenzverwalter Christian Otto von der Kanzlei HWW das Studio inspizierte, «fand er einen stillgelegten Geschäftsbetrieb ohne Geschäftsführung vor», wie eine HWW-Sprecherin sagt.

Büros bereits Mitte September geräumt

Zudem hat Fabich Equipment entfernen lassen. «Otto sieht keine Chance für eine Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes», so HWW. Die Angestellten hatten ihre Büros bereits Mitte September geräumt, nachdem die letzte Sendung abgedreht worden war. Derzeit läuft noch eine Endlosschleife. «Sie wird zeitnah abgestellt», heisst es bei HWW.

Wer beim Jugendsender Joiz die Geldgeber und die Aushängeschilder waren, sehen Sie in der Bildergalerie:

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