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Asiatischer Veloverleih: Sieben Fakten zu oBike

Veloverleih: Das Unternehmen aus Singapur will weiter expandieren. Keystone

Die asiatische Veloverleih-Firma oBike will in der Schweiz Fuss fassen. Bisher sind die Velos vor allem in der Stadt Zürich anzutreffen - und sorgen da mitunter für Verärgerung.

Veröffentlicht 25.08.2017

Bei der Veloverleih-Firma oBike handelt es sich um ein Unternehmen aus Singapur, das auch in der Schweiz Fuss fassen will. Seine Schweizer Flotte umfasst bisher rund 600 gelb-grauer Fahrräder. Hierzu ein paar Fakten:

Das Prinzip

Die Velos können per App geortet und entsperrt werden, die Fahrkosten werden von der Kreditkarte abgebucht. Nach der Benutzung können sie «an einem beliebigen öffentlichen Velo-Parkplatz» abgestellt werden. Die halbe Stunde kostet 1.50 Franken. Zudem muss ein Depot von 129 Franken hinterlegt werden.

Die Ordnung

Für Ordnung sorgt nebst den Benutzern selbst ein lokaler Partner, der täglich falsch parkierte oder beschädigte Velos einsammelt, repariert und dafür schaut, dass die Bikes an öffentlichen Velo-Ständern nicht zu viel Platz beanspruchen.

Die Verbreitung

Bisher sind die Velos vor allem in der Stadt Zürich anzutreffen. Die Stadt hat allerdings inzwischen verlangt, dass in Zürich statt wie bisher rund 900 vorerst nur noch 500 der grau-gelben Velos angeboten werden dürfen. Da die asiatischen Drahtesel öffentliche Veloabstellplätze blockierten, gingen bei der Stadt Reklamationen ein.

Die Expansionspläne

Das Unternehmen plant eine Ausweitung des Angebots auf weitere Schweizer Städte. In Luzern wollte oBike bereits Mitte August die ersten Velos anbieten. Dort braucht es nun aber zuerst eine Bewilligung von der Stadt, die Lancierung des Veloverleihsystems liegt deshalb vorerst auf Eis.

Die Probleme

Mitte August waren auch in Uster ZH und in Illnau-Effretikon ZH Fahrräder von oBike zu sehen, obwohl für diese Standorte keine Bewilligungen vorlagen. Die Stadt Uster liess die 22 Velos noch am selben Tag konfiszieren. Laut dem Unternehmen handelte es sich dabei um ein Missverständnis mit dem lokalen Logistikpartner.

Die Finanzierung

Das Unternehmen finanziert sich laut eigenen Angaben mit den Mieteinnahmen - und mit dem Geld von Investoren. «Wir haben keinen Druck, schnell Geld verdienen zu müssen», hiess es auf Anfrage. Erst am vergangenen Mittwoch habe oBike eine weitere Finanzierungsrunde über 45 Millionen Dollar abschliessen können.

Die Datensammlung

Auf die Frage, ob es dem Unternehmen um die kommerzielle Nutzung der Bewegungsprofile ihrer Kunden gehe, wie oft behauptet wird, hält das Unternehmen fest: «oBike wird keine Daten verkaufen». Und fügt gleichzeitig an: «Nur den Städten, in denen wir präsent sind, bieten wir anonymisierte Kundendaten an, damit diese ihre Veloinfrastruktur verbessern können.»

Die Konkurrenz

oBike ist nicht die einzige asiatische Veloverleih-Firma, die Interesse am europäischen Markt zeigt. Weitere Unternehmen sind etwa Onebike, Mobike, Ofo und Xiaoming, die bereits in anderen europäischen Ländern ihre Velos aufgestellt haben.

(sda/ccr)

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