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Start-ups 
Arbeitsgruppe für Zukunftsfonds: Geld aus der 2. Säule

Umdenken in Bern: Bundesrat und Parlament ebnen­ den Weg, damit Pensionskassen in Zukunft vermehrt in Start-ups investieren können.

Die Schweiz sei zwar weltweit führend, was Innovationen betrifft, sagt Fathi Derder. «Doch bei Gründungen innovativer KMUs schneiden wir schlecht ab.» Das will der FDP-Nationalrat ändern und hat bereits mehrere Vorstösse zum Thema eingereicht – bis anhin allerdings nur mit mässigem Erfolg. Doch jetzt zeichnet sich in Bundesbern ein Umdenken ab, Derder spricht gar von einer «kleinen Revolution». Denn Bundesrat und Parlament sind bereit, die Ursachen für die schwache Entwicklung von Unternehmensgründungen zu eruieren und die Förderprogramme der Nachbarländer zu analysieren.

Weiter wollen sie prüfen, ob sie die Anlagerichtlinien für Pensionskassen ändern sollen, damit diese künftig mehr Geld in Start-ups investieren können. Nach dem Bundesrat und dem Ständerat dürfte im September auch der Na­tio­nal­rat der entsprechenden Motion zustimmen. Konkret schwebt dem Motionär und CVP-Ständerät Konrad Graber die Schaffung eines Zukunftsfonds vor, über den Gelder aus der zweiten Säule in Jungunternehmen investiert werden könnten. Der Bundesrat will hierzu auch eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundesamtes für Sozialver­sicherungen und des Staatssekretariats für Wirtschaft einsetzen, die im August erstmals tagen soll.

670 Milliarden Franken. FDP-Politiker Derder hält den Zukunftsfonds für eine «ausgezeichnete Idee». Auch wenn nur fünf Prozent der rund 670 Milliarden Franken der Pen­sions­kassengelder in Start-ups investiert würden, wäre der Effekt beachtlich. Heute seien die Vor­sorge­einrich­tungen viel zu zurückhaltend. Besonders enttäuscht ist Derder von der Publica, der Pen­sions­kasse des Bundes und der ETH, die nach heutigem Stand keinen einzigen Franken Rentengeld in Jungunternehmen investiert. Florence Vuichard

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