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Apples «ZweiPhone»: Nächster Anlauf

Sunrise geht beim iPhone leer aus – vorerst. Im August starten neue Verhandlungen. Die Chancen sind gering.

Von Marc Kowalsky
20.06.2008

Es war ein herber Rückschlag für Sunrise-Chef Christoph Brand, als Apple letzte Woche das neue iPhone präsentierte – und als Vertriebspartner für die Schweiz die Konkurrenten Swisscom und Orange wählte.

An der Swisscom mit ihren rund 65 Prozent Anteil im Handymarkt führte für Apple kein Weg vorbei. Dass zudem Orange (knapp 20 Prozent Marktanteil) zum Zug kam, verdankt sie ihrer Muttergesellschaft France ­Télécom. Diese verhandelte die Rechte am iPhone für ihre zwölf europäischen und diverse afrikanische Töchter zentral. Auf derartige Unterstützung konnte Sunrise (Marktanteil ebenfalls knapp 20 Prozent) nicht ­zählen: Das Mutterhaus TDC ist in Sachen Mobilfunk nur in Dänemark aktiv und erhielt auch dort den ­Zuschlag nicht. Sunrise will sich zum Thema nicht äussern. Aus gut informierten Kreisen verlautet jedoch, dass im August eine neue Verhandlungsrunde am Apple-Sitz im kalifornischen Cupertino steigt. Die Schweizer Niederlassung von Apple unter Adrian Schmucki, notabene ein ehemaliger Orange-Mann, ist dabei völlig aus dem Spiel; Sunrise verhandelt direkt mit dem Team von Apple-COO Tim Cook, dem zweiten Mann hinter Apple-Chef Steve Jobs.

Der setzt nun auf ein neues Geschäftsmodell. Das erste iPhone war als elitäres Nischenprodukt mit exklusiven Vertriebspartnern positioniert. So verkaufte Apple zwar sechs Millionen Geräte und erreicht im Segment der Smartphones immerhin fünf Prozent Marktanteil. Doch auf dem gesamten Handymarkt ist Apple gegen­über Branchenführer Nokia mit 437 Millionen Geräten ein Winzling. Das «Zweiphone» soll das Verhältnis nun etwas ändern. Statt wie bisher nur in 6 wird das neue Gerät in 70 Ländern erhältlich sein und erstmals auch von den Carriern stark subventioniert.

Auf Apples Massenstrategie hofft auch Sunrise. Dennoch hat sie wenig Chancen. Dass die Swisscom kein Monopol auf das iPhone hat, ist schon eine Ausnahme: Weltweit gibt es nur sieben andere Länder, in denen Apple zwei Carrier bedient. Dass nun ausgerechnet die kleine Schweiz der erste Markt sein soll, in dem sich Apple gleich drei Partner sucht, würde sehr überraschen.

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