Die jüngsten Quartalszahlen von Apple werden vermutlich eine Premiere bieten. Seit der Einführung des ersten iPhones – also 35 Quartale in Folge – verkaufte Apple stetig mehr ihrer Smartphones, nun soll diese Sparte erstmals seit Juni 2007 schrumpfen. Damit endet eine Ära.

Schätzungen gehen davon aus, dass im letzten Quartal, dem zweiten Quartal des Apple-Geschäftsjahres, 51 Millionen iPhones abgesetzt werden konnten, 10 Millionen oder ganze 16 Prozent weniger als im Vergleichsquartal 2015. Da Apple über zwei Drittel seines Umsatzes mit dem Verkauf von iPhones macht, wird der Rückgang auch beim Gesamtumsatz zu spüren sein.

Mit China steht und fällt der iPhone-Umsatz

Eine leise Hoffnung bleibt dem zweitgrössten Smartphone-Verkäufer noch. Der chinesische Markt, der wichtigste Absatzmarkt für Apple überhaupt, könnte für eine kleine positive Überraschung sorgen. Der weltgrösste Mobilfunkprovider, China Mobile, konnte allein im Februar 25 Millionen neue Kunden gewinnen. Die Marktforscher von Kantar rechnen denn auch damit, dass nur über diesen Provider im letzten Quartal 18 Millionen iPhones an Chinesen verkauft wurden.

Dennoch rechnen Analysten für den weiteren Verlauf des Jahres nicht mit einer Trendwende. Bis zur Lancierung des iPhones 7 im Herbst werden die Verkäufe kaum Fahrt aufnehmen. Der üblicherweise gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities rechnet allerdings auch für die kommende Geräte-Generation mit wenig Innovationen. Möglicherweise wird es dann erst dem iPhone 8 im Herbst 2017 gelingen, Apple-Nutzer zum Umsteigen auf ein neueres Modell zu bewegen. Gerüchten zufolge soll dieses Gerät mit Glasrücken und OLED-Technik aufwarten.

Rückgang von iPad bis Apple Watch

Wenig Erfreuliches wird heute Abend bei der Apple-Zahlenpräsentation auch von den übrigen Hardware-Sparten erwartet. Sowohl beim iPad und als beim Mac rechnen Experten mit rückläufigen Verkaufszahlen. Analyst Ming-Chi Kuo rechnet bei der Apple Watch ebenfalls mit einem dicken Minus. Für das ganze Geschäftsjahr geht er von 11 Millionen verkauften Apple Watches aus.

Für das vergangene Quartal schätzen Analysten im Schnitt mit 2,8 Millionen Stück, die den Weg an die Handgelenke von Käufern gefunden haben. Genaue Zahlen dazu wird Apple wohl weiterhin nicht publizieren. Bisher wird die smarte Uhr unter Diverses ausgewiesen, was seit ihrer Einführung Anlass zu Spekulation bietet.

Software holt auf

Positiv gestimmt sind Analysten im Bezug auf die Sparte iTunes und angeschlossene Dienste. Bereits letztes Quartal konnte der Bereich von iTunes, App Store und dem neu lancierten Streamingdienst Apple Music um 26 Prozent zulegen. Mittelfristig könnte die heutige Nummer vier zum zweitwichtigsten Bereich von Apple werden.

Retten dürfte den Technologieriesen an der Börse die bereits angekündigten, tiefen Erwartungen. Seit Januar bereitet Tim Cook die Anleger auf das Ende des Wachstums im iPhone-Segment vor. Insgesamt gibt das Unternehmen den erwarteten Umsatz mit 50 bis 53 Milliarden Dollar an. Ähnlich viel, wie auch die 52 Milliarden Dollar, die 33 Analysten einer Bloomberg-Umfrage dem Techkonzern im Schnitt zutrauen.

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