Apple hat in China erstmals mehr iPhones verkauft als in den USA. Damit ist Konzernchef Tim Cook eine Sorge los. Denn in der Volksrepublik hatte es der Technologie-Konzern aus dem Silicon Valley lange nicht geschafft, eine Kooperation mit China Mobile aufzubauen, dem mit 815 Millionen Kunden weltgrössten Mobilfunk-Unternehmen. Mittlerweile steht die Zusammenarbeit aber, und Apple kann auch sein neues iPhone 6 im Reich der Mitte verkaufen.

Der Umsatz in China kletterte von Januar bis März um 71 Prozent auf 16,8 Milliarden Dollar, auch dank vieler Geschenke zum Neujahrsfest in der Volksrepublik. Cook sagte bei der Vorlage der Quartalszahlen am Montagabend, Apple profitiere dort vor allem von der wachsenden Mittelschicht.

Smartphones weiterhin Haupteinnahmequelle

Smartphones sind weiterhin die Haupteinnahmequelle der Kalifornier. Im abgelaufenen Quartal wurden 61,2 Millionen iPhones verkauft - ein Plus von 40 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Auch deshalb steigen die Bargeldreserven des Konzerns weiter kräftig: Mittlerweile hat Apple gut 193 Milliarden Dollar in bar und kurzfristig verkäuflichen Wertpapieren auf der hohen Kante - 15 Milliarden Dollar mehr als zuletzt gemeldet. Cook kündigte auch deswegen eine Ausweitung seines Aktienrückkauf-Programms um 50 Milliarden Dollar auf 140 Milliarden an.

Die iPhones 6 und 6 Plus haben einen grösseren Bildschirm, der bei Kunden offensichtlich gut ankommt. Mit dem neuen Modell hat Apple den südkoreanischen Rivalen Samsung wieder von Platz eins im Smartphone-Markt verdrängt. Ein Quartal mit einem Absatz von mindestens 60 Millionen iPhones sei wie ein Homerun im Baseball, sagte Analyst Daniel Ives vom Wertpapierhändler FBR Capital Markets. Das komme bei Investoren sehr gut an. Apple-Aktien verteuerten sich um knapp zwei Prozent.

Über den Markterwartungen

Beim gesamten Umsatz und Gewinn übertraf Apple jeweils die Markterwartungen. Die Erlöse legten um rund 27 Prozent auf 58 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn kletterte um ein Drittel auf 13,57 Milliarden Dollar. Neben dem iPhone gab es auch bei Mac-Computern Zuwächse. Deutlich schlechter als im Vorjahr verkauften sich dagegen iPads.

Keine konkreten Zahlen oder Prognosen gab es von Apple zur neuen Computer-Uhr. Cook sagte lediglich, die Nachfrage sei noch immer grösser als die Vorräte. Apple hatte den Start seines ersten völlig neuen Geräts seit fünf Jahren ungewöhnlich leise eingeleitet. Nur in einigen wenigen Luxusgeschäften rund um den Globus sind seit Freitag iWatches zu haben. Experten trauen Apple zu, mit dem Produkt den Markt für tragbare Geräte - sogenannte Wearables - kräftig aufzumischen, auf dem sich auch Samsung, Sony und LG tummeln.

(reuters/ccr)

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