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Apple Watch: Böses Urteil der Konsumentenschützer

Bei Tech-Fans ist das jüngste Gadget von Apple heiss begehrt. Die Konsumentenschützer können das nicht nachvollziehen. Ihr Urteil über das «teure Spielzeug» ist vernichtend.

Von Marc Iseli
24.06.2015

Am Freitag kommt die Apple Watch in die Schweizer Läden – zwei Monate nach dem Verkaufsstart in den USA und sieben weiteren Ländern. Gemessen an den Zahlen ist der smarte Zeitmesser eine lukrative Absatzstütze für die Kalifornier. Allein in den USA soll Apple bislang 2,8 Millionen Exemplare verkauft haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt.

Konsumentenschützer hingegen fällen ein hartes Urteil: Die Sprachqualität bei Anrufen sei «nicht lupenrein», urteilt Stiftung Warentest aus Deutschland. Unterm Strich gelte: «Viel Geld für wenig Mehr­wert»

Die Zahlen stammen nicht von Apple selbst, sondern beruhen auf einer Hochrechnung der Marktforschungsfirma Slice Intelligence. Demnach ist die Apple Watch Sport – mit 349 Dollar das günstigste Modell – bei den Kunden am beliebtesten. Interessant ist, dass fast jeder fünfte Käufer ein zusätzliches Armband kauft – was die Kassen bei Apple gleich nochmals klingeln lässt. Denn die Herstellungskosten eines Armbandes liegen bei rund 2 Dollar. Der Verkaufspreis aber bei 49 Dollar.

China-Start war «vielversprechend»

Wie sich der Absatz weltweit entwickelt hat, ist nicht bekannt. Analysten und Investoren lechzen insbesondere nach Zahlen für den chinesischen Markt, denn dieser wird immer wichtiger für Apple. Beispielsweise verkauft der Tech-Konzern inzwischen mehr iPhones in China als auf dem heimischen US-Markt. Über alle Produkte hinweg stellt China mit 30 Prozent Anteil am Umsatz den zweitgrössten Markt dar.

Tim Cook ist kaum etwas zu entlocken. In einem Interview mit der chinesischen Ausgabe des Nachrichtenmagazins «Bloomberg Businessweek» sagt er nur, dass der Start der Apple Watch «vielversprechend» war. Gesprächiger zeigt sich der Apple-Chef mit Blick auf die Entwickler: Für die neue Uhr seien bereits mehr als 3500 Applikationen entwickelt worden.

Grösseres Entwicklerinteresse als beim iPhone

Das ist Rekord. Als das iPhone 2008 lanciert wurde, entwickelten Tüftler in den ersten zwei Monaten gerade einmal 500 Anwendungen. Beim Launch des iPads 2010 waren es rund 1000. Die Apple Watch «fessele» mehr Entwickler als es die ersten iPhone- und iPad-Generationen getan haben, so Cook.

Der Konzernchef scheint zufrieden. Die Umsatzzahlen stimmen offenbar, die Marge ohnehin, die Entwickler feiern das jüngste Kind des wertvollsten Unternehmens der Welt. Konsumentenschützer hingegen sind alles andere als euphorisch: Die Stiftung Warentest fällt ein vernichtendes Urteil über die Apple Watch.

«Teures Spielzeug»

«Das Benutzen der Uhren dürfte für Apple-Fans gewöhnungsbedürftig sein», schreiben die deutschen Konsumentenschützer. Die Uhrzeit werde mit kurzer Verzögerung ange­zeigt. «Das nervt», heisst es. Die Energie reiche knapp für einen Tag. Und ohne iPhone sei die Uhr aufgeschmissen. Fazit der Stiftung Warentest: Die Apple Watch ist ein «teures Spielzeug für Technik-Fans».

Immerhin: Apple punkte bei den deutschen Konsumentenschützern als erster Smartwatch-Anbieter mit kleineren Uhren, die auch bei Frauen Interesse wecken sollen. Und der Pulsmesser zeichne die Herzfrequenz «unter idealen Prüfbedingungen» fast EKG-genau auf.

Nur mit Einschränkungen nützlich

Zu einem ähnlichen Resultat kam auch die deutsche Tageszeitung «Die Welt». «Die Apple Watch ist nützlich, aber nur mit Einschränkungen», urteilt das Blatt. Ihre Stärke spiele die Uhr beim Sport aus. Die Schwächen liegen klar bei der Kommunikation und bei der Nutzung der Applikationen. «Die Kommunikation über das iPhone ist schlichtweg zu schwerfällig», heisst es denn auch.

Insgesamt zehn Urteile von Stiftung Warentest zur Apple Watch finden Sie in der obigen Bildergalerie.

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