1. Home
  2. Unternehmen
  3. Apple auf der Bremse

Verkauf 
Apple auf der Bremse

Ansturm auf den Apple-Store: Der iPhone-Absatz ist in China stark gestiegen.  Keystone

Apples Erfolgsgeschichte hängt immer stärker an China. In den USA und Europa scheint hingegen nicht mehr viel Luft nach oben zu sein. Anleger machen Druck und warten auf den nächsten grossen Wurf.

Veröffentlicht 23.07.2014

Während die Geschäfte in den beiden größten Absatzmärkten USA und Europa schwächeln, glänzt der amerikanische Technologieriese Apple in der Volksrepublik mit rasantem Wachstum. Im vergangenen Quartal verkaufte er dort trotz des scharfen Wettbewerbs auf dem Smartphonemarkt 48 Prozent mehr von seinen iPhones als vor Jahresfrist. Das reichte allerdings nicht, um die Erwartungen der Wall Street zu erfüllen. Der Konzernumsatz stieg nicht so stark an wie von Experten vorausgesagt. Am Aktienmarkt war am Mittwoch zunächst keine deutliche Reaktion erkennbar. Im vorbörslichen US-Handel tendierte der Apple-Kurs 0,4 Prozent schwächer. Hauptthema unter Anlegern ist derzeit die Frage, mit welchen Produktneuheiten das Unternehmen künftig die Konkurrenz vor sich hertreiben kann.

Entscheidend für Expansionschancen

Der chinesische Markt ist für Apple zwar erst der drittgrößte. Er gilt aber als entscheidend für die Expansionschancen auf längere Sicht. Die aktuelle Entwicklung sorgt sogar bei Konzernchef Tim Cook für Erstaunen. «Ernsthaft überraschend» nannte er die Zuwachsraten im Reich der Mitte. Der Umsatz sprang um 28 Prozent in die Höhe. Der harte Preiskampf im Smartphonegeschäft scheint Apple wenig anzuhaben. Nach den Worten von Finanzchef Luca Maestri jagen aufstrebende Billiganbieter wie Xiaomi vor allem den anderen Konkurrenten Marktanteile ab. Von diesem Problem hatte zuletzt der südkoreanische Hauptrivale Samsung berichtet, der deswegen einen Gewinneinbruch hinnehmen musste. Apple hingegen profitiert von der Allianz mit dem größten chinesischen Mobilfunkkonzern China Mobile.

Wo bleibt der nächste grosse Wurf?

Jedoch zeigen sich auch bei Apple Bremsspuren. In den entwickelten Märkten USA und Europa scheint nicht mehr viel Luft nach oben zu sein. Die Konzernerlöse kletterten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um sechs Prozent auf 37,4 Milliarden Dollar, lagen damit aber unter den Expertenschätzungen. Auch mit seiner Umsatzprognose für das laufende Vierteljahr von 37 bis 40 Milliarden Dollar ist das Management weniger optimistisch als die Analysten. Allerdings dürfte es sich um ein Übergangsquartal handeln, in dem sich Kunden zurückhalten, weil sie auf Modellneuheiten warten. Fachleute gehen davon aus, dass das Unternehmen im Herbst zwei neue iPhone-Versionen einführen und damit auch in das Marktsegment der größeren Smartphones vorstoßen wird, das unter anderem Samsung populär gemacht hat.

«iWatch» im Oktober

Im Oktober dürfte Apple Medienberichten zufolge seine Smartwatch - inoffiziell häufig «iWatch» genannt - präsentieren, einen Kleinstcomputer, der wie eine Armbanduhr am Handgelenk getragen wird. Experten trauen dem US-Konzern zu, diesen Markt zu revolutionieren, ähnlich wie bei Smartphones und Tablets. Der letzte große Wurf war Apple 2010 mit dem Tablet-Computer iPad gelungen.

Vom iPad wurden in den vergangenen drei Monaten 13,3 Millionen Stück verkauft, etwas weniger als von Experten prognostiziert. Die weltweiten iPhone-Auslieferungen lagen dagegen mit einem Plus von 13 Prozent auf 35,2 Millionen Einheiten im Rahmen der Erwartungen. Solche Absatzerfolge halten die Gewinnmaschine Apple auf Touren: Der Quartalsüberschuss zog um zwölf Prozent an auf 7,75 Milliarden Dollar.

Anzeige