Es ist der grösste Firmenumbau in der Schweiz derzeit: Die Abspaltung der Stromsparte von ABB. Bis 2020 geht das Projekt, alle 100 Länder sind betroffen, weil gleichzeitig die historische Matrixstruktur im Konzern abgeschafft wird. Der Konzern erhofft sich so jährliche Einsparungen von 500 Millionen Franken. 

Und es ist wohl das lukrativste Beratermandat, das derzeit zu vergeben ist: Auf rund 50 Millionen Franken wird das Honorarvolumen des Projekts «Jewel» geschätzt.

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AlixPartners hat sich durchgesetzt

Jetzt ist klar, wer den dicken Fisch an Land ziehen konnte: Den strategischen Lead hat AlixPartners. Die Spezialisten für Sanierung und Restrukturierung setzten sich gegen McKinsey und die Boston Consulting Group durch. Bain war gar nicht erst zum Pitch eingeladen worden. Roland Berger und A.T. Kearney, bei denen ABB-CEO Ulrich Spiesshofer einst selber als Berater tätig war, standen nicht zur Diskussion. Operativ unterstützt in den verschiedensten Bereichen wird Alix beim Projekt von Deloitte.

Für die Betreuung von ABB ist die Schweizer Ländergesellschaft von Deloitte zuständig. Leiter des Beratungsgeschäftes im Zürcher Office ist Bjørnar Jensen. Deloitte will sich nicht zum ABB-Projekt äussern.

Bjørnar Jensen, Deloitte

Bjørnar Jensen, Deloitte.

Quelle: ZVG

Windpark-Geschäft von ABB saniert

AlixPartners wurde 1981 gegründet und ist in der Schweiz erst seit vier Jahren aktiv. Aufgebaut hat das Zürcher Office Beatrix Morath, die frühere Chefin von Roland Berger.

20 Berater arbeiten inzwischen am Standort nahe der Oper. Statt Heerscharen junger Berater schickt AlixPartners auf die Projekte nur wenige, dafür sehr erfahrene Consultants, die dann auch Einfluss nehmen auf die Geschäftsentscheidungen des Kunden. «Wir trauen uns zu, auch mit kleineren Teams schnell etwas zu bewegen», sagt Morath. Zu ABB will sich auch sie nicht äussern.

Beatrix Morath Managing Director & Country Head at AlixPartners

Beatrix Morath, Alix-Partners.

Quelle: Peter Frommenwiler

In der Vergangenheit hatte AlixPartners bereits das Windpark-Geschäft von ABB saniert, das ebenfalls zur Stromsparte gehört. Hauptverantwortlich für «Jewel» soll nun die Londoner Europazentrale von AlixPartners sein. Wohl mit tatkräftiger Unterstützung aus Zürich: «Wir gehen von weiterem Wachstum aus, auch was die Anzahl der Mitarbeiter angeht», sagt Morath.