500'000 Teslas will Elon Musk im Jahr 2018 produzieren. Die Produktion des neuen Model 3 könne man viel schneller hochfahren als bisher geplant, so der Konzernchef. 2020 werde nun eher die Millionen-Marke angepeilt, sagte Musik n einer Telefonkonferenz mit Analysten. Doch sind diese Vorgaben wirklich realistisch? Experten haben Zweifel.

Auch wenn das 35'000 Dollar teure Model 3 sicher einfacher zu produzieren sei, als die bisherigen Autos von Tesla, bleibe er skeptisch, sagt Jamie Butters, Autoexperte bei der Wirtschaftsagentur Bloomberg. Anders als grosse Hersteller wie Toyota habe Tesla keine Erfahrung mit derartiger Massenproduktion: «Als Startup ging es bei Tesla bisher darum, dass bestmögliche Auto zu planen und danach über die Produktion nachzudenken.»

Ausstoss verzehnfachen

Im letzten Jahr lieferte der Elektroautopionier erst gut 50'000 Autos aus. Doch das Modell 3 findet bereits im Vorverkauf reissenden Absatz. In kürzester Zeit gab es 400'000 Reservierungen für den ersten Massen-Tesla, der frühestens in einem Jahr in Produktion gehen wird. «Mit den Bestellungen steht Tesla unter Druck, die Kundenwünsche zu erfüllen», so Butters.

Ein grosses Problem stellen die Batterien dar. Tesla habe bisher nicht bewiesen, dass sie genügend Batterien in ihrer Gigafactory herstellen könnten, sagt Butters. «Tesla will die globale Kapazität von Lithium-Batterien verdoppeln.» Auch hier ist der Zeitplan ambitioniert, plant doch Musk noch in diesem Jahr mit der eigentlichen Zellproduktion zu beginnen, wobei allerdings erst ein kleiner Teil der Anlage überhaupt gebaut ist.

«Man muss wirklich schwierige Ziele setzen»

Elon Musk hat sich in der Vergangenheit nicht als besonders treffsicher erwiesen, was Zeitpläne angeht. Für Butters ist klar, dass dies auch ein Teil seines Managementstils ist. «Man muss wirklich schwierige Ziele setzen.» Auch der Produktionsstart des Modells 3 am 1. Juli 2017 sei unwahrscheinlich. «Doch wenn du Dezember als Ziel herausgibst, wirst du nicht im September oder Oktober starten.»

Neben technischen Problemen bleibt die Frage nach dem Geld. Der Ausbau der Produktion werde mindestens 1 Milliarde Dollar verschlingen, glaubt Butters. Um das Ziel von einer Million Teslas im Jahr 2020 zu erreichen, dürfte es weitere Fabriken brauchen, beispielsweise in Europa und China, so der Experte. «Doch viele Investoren setzen auf Tesla-Aktien.» Einer grossen Finanzierungsrunde dürfte damit wenig im Weg stehen. Zumindest solange die Investoren an Elon Musk und seine Versprechungen glauben.

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