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Julius Bär nimmt es gelassen mit Pictet

Bernhard Hodler CEO der Julius Baer Bank spricht an der Pressekonferenz zur Praesentation der Jahreszahlen am Montag, 4. Februar 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Julius-Bär-Chef Bernhard Hodler.

Quelle: © KEYSTONE / ENNIO LEANZA

Julius-Bär-Chef Hodler sieht den Abgang von Boris Collardi und anderen Managern zu Pictet nicht als Problem. Man stelle neue Leute ein.

Veröffentlicht 16.04.2019

Der Abgang von Boris Collardi sowie einem Team von Nahost-Experten zu Pictet ist für Julius-Bär-Chef Berhard Hodler kein Problem. «Wir respektieren Pictet, es ist ein gutes Unternehmen und eine gute Marke, doch wir fürchten sie nicht», so Hodler in einem Interview mit «Le Temps».

Collardi hatte Julius Bär im November 2017 verlassen, um im Juni 2018 Teilhaber bei den Genfern zu werden. Die beiden Vermögensverwalter kämpfen hinter den Riesen UBS und Credit Suisse um den dritten Platz: Wer verwaltet mehr Kundengelder?

100 Vermögensverwalter neu eingestellt

Ende 2018 verwaltete Julius Bär private Vermögen in der Höhe von 382 Milliarden Franken. Konkurrent Pictet kam damals auf 496 Milliarden Franken, wobei etwa die Hälfte von institutionellen Anlegern stammte.

Einige Monate, nachdem Collardi bei Pictet begonnen hatte, folgte ihm ein Bär-Team nach Genf. «Das ist kein Problem», so Hodler, «alleine im letzten Jahr haben wir die Zahl unserer Vermögensverwalter um 100 erhöht».

Pictet verfolge eine ähnliche Rekrutierungsstrategie wie Julius Bär, so Hodler. «Nun liegt es an uns, dass die Mitarbeiter bei uns glücklich sind.»

140 Stellen sollen gestrichen werden

Julius Bär gab im Februar ein Restrukturierungsprogramm bekannt, bei dem 140 Jobs abgebaut werden sollen. Nach einer Phase starken Wachstums in den letzten 15 Jahren will sich die Zürcher Bank nun auf ein kleineres Feld konzentrieren und 17 Länder ins Zentrum stellen.

Die Entwicklungen bei Julius Bär gingen indes nicht auf Kosten der Vorsicht, so Hodler. «Die Anforderungen, die wir an potenzielle Kunden stellen, liegen auf der gleichen Stufe wie bei der Konkurrenz, wenn nicht sogar höher», so der frühere Risikochef der Bank. Die Vorstellung, dass Kunden akzeptiert wurden, die den Standards nicht entsprochen hätten, sei falsch.

Von Alcon aus dem SMI verdrängt

Seit vergangener Woche ist Julius Bär nicht mehr im Schweizer Leitindex SMI vertreten. Die Bank wurde von der abgespalteten Novartis-Augenheilsparte Alcon verdrängt. Hodler sieht darin jedoch kein Problem. Die Verschiebung basiere einzig auf der Grösse und habe nichts mit der Qualität seiner Firma zu tun.

«Unsere Aufnahme in den SMI Mid Cap, der die 20 grössten Firmen hinter dem SMI repräsentiert, macht uns zu einem Schwergewicht in diesem für Investoren wichtigen Index», so der Chef von Julius Bär.

(awp, Übersetzung gku)

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