Der angeschlagene finnische Handyhersteller Nokia steht vor dem Verlust seines Technologiechefs. Rich Green habe sich beurlauben lassen, um sich um eine persönliche Angelegenheit zu kümmern, sagte ein Unternehmenssprecher und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Helsingin Sanomat».

Laut der Zeitung werde Green bis zum Jahresende freigestellt und auch danach vermutlich nicht mehr zu Nokia zurückkehren. Grund seien Differenzen über die strategische Ausrichtung. Zum Zeitplan wollte sich das Unternehmen nicht offiziell äussern.

Green war erst im vergangenen Jahr zu Nokia gekommen. Der einst unangefochtene Marktführer bei Mobiltelefonen kämpft seit langem mit rapide sinkenden Marktanteilen, weil er den Trend zu Smartphones verschlafen hat.

Ende Mai hatte Nokia eine vernichtende Quartalsprognose veröffentlicht: Im zweiten Viertel verkaufe man weniger Telefone zu einem niedrigeren Durchschnittspreis als erwartet, teilte der Konzern mit. Die Sparte Geräte und Dienstleistungen, welche den Löwenanteil des Geschäfts ausmacht, würde daher ihr Umsatz-Ziel von 6,1 bis 6,6 Milliarden Euro deutlich verfehlen. Der Konzern strich daraufhin sämtliche Zielvorgaben bis Jahresende.

Am Dienstag senkte die Ratingagentur Fitch dann die Bewertung für Nokia von «BBB+» auf «BBB-» und kündigte an, eine weitere Abwertung zu prüfen. Grund seien Sorgen über weitere Marktanteilverluste im Handygeschäft.

(tno/rcv/awp)

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