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Schwache Halbjahresbilanz: Das sind die SMI-Verlierer

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Zürich: An den Börsen geht die Angst um.Quelle: Keystone Images

Die Halbjahresbilanz an den globalen Börsen ist ­ernüchternd. Unter den Verlierern sticht der SMI negativ hervor. Pharma und Banken belasten.

Erich Gerbl
Von Erich Gerbl
04.07.2018

Der Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt hat die Euphorie der Anleger deutlich gedämpft. Die Angst vor einem Einbruch der globalen Konjunktur lastet auf den Kursen. Weil schon der Start ins neue Jahr misslang, fällt die Halbjahresbilanz an den meisten Aktienbörsen deutlich negativ aus.

Der Schweizer Leitindex SMI sticht weltweit hervor. Das Kursbarometer büsste seit Jahresbeginn zehn Prozent seines Wertes ein. Beim Euro Stoxx 50 fallen die Verluste seit dem 1. Januar mit einem Minus von etwas mehr als fünf Prozent deutlich verhaltener aus. Die US-Börsen kamen noch glimpflicher davon. Der Dow Jones befindet sich keine zwei Prozent im Minus.

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Gefragte Technologieaktien

Technologieaktien sind trotz der hohen Bewertungen offenbar nach wie vor gefragt. Die Technologiebörse Nasdaq legte im Halbjahr mehr als neun Prozent zu. Die Rückschläge vom Februar und März wurden schnell wettgemacht.

Für die Verluste im SMI sind vor allem die Schwer­gewichte Nestlé, Novartis und Roche verantwortlich. Nestlé korrigierte trotz des laufenden Konzernumbaus um mehr als zehn, die Pharmariesen um fast zwölf Prozent. Roche-Chef Severin Schwan hatte in einem Interview den Margendruck in der Branche thematisiert und die Erwartungen gesenkt.

Grösste SMI-Verlierer ist Adecco

Zum grössten Verlierer avancierte in der Halbzeit Adecco mit einem Minus von 23 Prozent. Der Personalvermittler verunsichert mit enttäuschenden Zahlen und hat seinen Vorsprung auf den Rivalen Randstad eingebüsst.

ABB verfehlt seit Jahren Ziele. Auch die Beliebtheit der Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse war bei den Investoren wieder einmal sehr beschränkt.

Schweizer Börse SIX

Für die Aktienhändler an der Schweizer Börse war die Einführung des SMI mit einem harten Einschnitt verbunden. Weil ein Index permanenten Handel verlangt, gibt es seit dem 1. Juli 1988 keine offizielle Mittagspause mehr. Geschaffen wurde der Schweizer Leitindex als Basiswert für Derivate. Heute dient er verstärkt passiven Fonds als Grundlage. Eine Schwäche des SMI ist die Dominanz von Nestlé, Novartis und Roche. Mit der bedeutendsten Regelanpassung der vergangenen zehn Jahre erfolgte im Vorjahr die Deckelung der grössten Unternehmen im Index auf 18 Prozent. Der SMI ist der bekannteste, aber nur einer von vielen Indizes. Mittlerweile hat der frischgebackene SIX-Chef Jos Dijsselhof (Bild) rund 1500 Kursbarometer im Programm. 2010 wurde das ETF-Geschäft an Stoxx ausgelagert, 2016 wieder integriert. Für nicht zahlende Kunden ist der Zugang zu Daten recht eingeschränkt.

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