«Joburg» ist nicht wie Kapstadt, das die Leute umhaut mit seiner Lage. Das Besondere an Johannesburg ist schwieriger zu greifen, muss erlebt werden. Die Stadt, die im 19.  Jahrhundert auf Gold gebaut und dann zum Wilden Westen Afrikas wurde, erfüllt alle Klischees und bürstet diese zugleich gegen den Strich. Die Kontraste sind noch immer scharf in dieser Stadt, die gegen ihren Ruf aus den neunziger Jahren ankämpfen muss, «Welthauptstadt des Verbrechens» zu sein.

Sicher ist: Die alten Schauergeschichten, dass man als Weisser nicht alleine die Strasse vor dem Hotel überqueren sollte, kann man getrost vergessen. Heute ­begegnet man eher einem Polizisten als einem Gewalttäter, und seit das Zentrum praktisch lückenlos mit Kameras überwacht wird, hat sich die Strassenkriminalität drastisch reduziert. Wer sich auf die Stadt einlässt, spürt rasch, dass hier das Herz des neuen Südafrika schlägt. Mode und Medien, Theater und Musikszene, Business und Kunst – überall sind Aufbruch und Energie mit Händen zu greifen. Auch Investoren lassen sich von der Verheissung, die derzeit von «Joburg» ausgeht, packen und stecken ihr Geld ins schmucke Kulturviertel Newtown, in neue Hotels und riesige Shopping Malls.

Dass Johannesburg zu den grünsten Millionenstädten zählt, bemerkt man schon auf der Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel. Wer im Westcliff absteigt, blickt auf den direkt unterhalb gelegenen Zoo und die Skyline der Stadt. Gute ­Alternativen sind das Saxon und das Ten Bompas, beide im urbanen Afrochic ­gestaltet, Letzteres mit dem ausgezeichneten Restaurant Sides. Unbedingt einen Abstecher wert ist das Szeneviertel Melville. Hier liegt auf einer Anhöhe das edle B&B A Room with a View. Wenige Minuten entfernt befindet sich die berühmte Restaurant- und Barmeile 7th Street. Beste Adresse ist das In-Lokal Soulsa.

Herzhafte südafrikanische Küche gibt es im Gramadoelas im Market-Theatre-Komplex in Newtown. Fürs klassische Dinner und zum längeren Verweilen eignet sich das Linger Longer. Feste Grössen unter den kulinarischen Hot Spots sind das Narina Trogon und The Attic. Für den Abschluss eines Geschäftsabends empfiehlt sich die Circle Bar im Rosebank Hotel oder der Bassline Jazzclub, wo immer etwas läuft und verschiedenste Welten sich begegnen. Bei der nächtlichen Rückkehr ins Hotel gilt die Regel: Stadterkundungen auf den nächsten Morgen verschieben.

Hotels:
The Westcliff, www.westcliff.co.za, DZ ab 305 Franken
Ten Bompas, www.tenbompas.com, DZ ab 485 Franken
A Room with a View, www.aroomwithaview.co.za, DZ ab 140 Franken
Lunch:
Sides, im Hotel Ten Bompas, Bompas Road 10, Dunkeld West, www.tenbompas.com
Soulsa, 7th Street 16, Melville, www.soulsa.wordpress.com
Dinner:
Narina Trogon, De Korte Street 81, Braamfontein, www.narinatrogon.com
The Attic, 4th Avenue 24, Parkhurst
Nightlife:
Circle Bar, im ­Rosebank Hotel, Ecke Tyrwhitt / Sturdee Avenue, www.therosebank.co.za
Bassline, Newtown Music Hall, Henry Nxumalo Street 10, Newtown, www.bassline.co.za

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