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Budapest: Aufbruch und Nostalgie

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Die Thermalbäder und Kaffeehäuser florieren wie zu k.u.k. Zeiten, und trotz schwierigem Systemwandel hat die ungarische Hauptstadt ihren eigenen Charme.

Von Claus Schweitzer
26.03.2010

Gegen Feierabend füllen sich die dampfenden Aussenbecken des Thermalbads Széchenyi mit Menschen. Während die einen noch über den Tag im Büro grübeln, beratschlagen die anderen im warmen Heilwasser, welches die besten Locations für die Nacht sind. Man lernt, dass man am besten in die Domby Bar oder den Loungeclub Menta Terasz geht. Auch Jazz steht hoch im Kurs: Im Fat Mo’s Music Club gibt es von Blue-Hour-­Melodramatik bis zu heissem Funk alles zu hören. Wochenendkonzerte beginnen selten vor Mitternacht.

Am nächsten Morgen trifft man sich im Café Espresso im Danubius Hotel Gellért. Seit seiner Eröffnung 1918 pflegt das Hotel die Kaffeehaustradition, zur Mélange wird gerne ein Stück Esterházy-Torte geordert – fünf Schichten Buttercrème, Walnussbiskuit, weisse Schokolade. Danach ist Bewegung nötig, also ab ins Gellért Spa and Bath, das schönste Bad der Stadt. Über den Becken wölbt sich das Jugendstildach aus Glas, Thermalwasser sprudelt aus Skulpturen. Auch das ­Rudas Bad wird von vielen gerühmt. Es ist für seine hormongeladenen Partynächte bekannt, die im Winterhalbjahr an jedem ersten Samstag im Monat stattfinden. Videokunst und zeitgemässe Sounds füllen die Schwimmhallen mit Leben, das Publikum ist so bekleidet, wie es sonst am Tropenstrand anzutreffen wäre.

Wegen des Essens fährt zwar niemand in die Metropole an der Donau, doch atmosphärisch überzeugen Restaurants wie das Menza und das Spinoza. ­Budapests Antwort auf urbanen Chic ist das Tom George Restaurant, in kuli­narischer Hinsicht punktet das Gundel am höchsten.

Das einzige wirkliche Fünfsternhotel ist das Four Seasons Gresham Palace, hier kann allerdings das übereifrige Personal nerven. Designbewusste Business­nomaden checken im entspannten Bauhaus-Hotel Andrássy ein. Nostal­gische Geniesser schätzen die Ruhe der Margareteninsel mitten in der Metropole und den Belle-Epoque-Ostblock-Charme des Grand Hotel Margitsziget. Von hier aus führt ein unterirdischer Gang in die Thermalabteilung des Hotelkomplexes Danubius Health Spa Resort Margitsziget. Hier legt man sich ins Wasser, schliesst die Augen und bleibt liegen, bis es zu spät ist für den Rückflug.

Thermalbäder: 
Széchenyi, Allatkerti körút 11  
Rudas, Döbrentei tér 9, Infos: www.heilbaderbudapest.com

Hotels: 
Gellért, Szent Gellért tér 1, www.danubiushotels.com/gellert, DZ ab 134 Euro  
Andrássy, Andrássy út 111, www.andrassyhotel.com, DZ ab 67 Euro  
Grand Hotel Margitsziget, Margitsziget, www.danubiushotels.com/grandhotel, DZ ab 69 Euro

Restaurants: 
Menza, Liszt Ferenc tér 2  Spinoza, Dob utca 15, www.spinozahaz.hu  
Gundel, Allatkerti út 2, www.gundel.hu

Nightlife: 
Domby Bar, Anker köz 3, www.bardomby.hu

Menta Terasz, Margit körút 14, www.mentaterasz.hu
Fat Mo’s ­Music Club, V. Nyáry Pál utca 11, www.fatmo.hu

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