Eine Sommernacht irgendwo über Südostasien, im entspannten Ambiente eines A380- Superjumbos von Singapore Airlines. Man räkelt sich im sofahaften Business-Sitz, geniesst einen Château La Gaffelière und eine Auswahl von gut gereiftem Käse – oder ein Steinbuttfilet auf Bananencurry. Danach taucht man in einen der achtzig Kinofilme ein und freut sich, dass man vor der Ankunft in Zürich noch sieben, acht Stunden im kuscheligen Flachbett schlafen kann.

Das Beruhigende an der wiederholt zur besten Fluggesellschaft der Welt gekürten Airline ist die Gewissheit, dass man an Bord der Langstreckenmaschinen überdurchschnittlich viel Platz hat, alles auf dem Stand des technisch Machbaren ist und der Verpflegung besondere Aufmerksamkeit zuteilwird – wahlweise lassen sich sogar diverse Delikatessen mit dem «Book the Cook»-Service vorbestellen. Auch auf Nachtflügen kann man sich darauf verlassen, dass die Flight Attendants der Singapore rund um die Uhr nach dem Rechten sehen und selbst in der Economy Class pausenlos Getränke ausschenken und Snacks servieren.

Liebenswerte Details

Doch reichen diese Qualitätsmerkmale allein nicht aus, um Vielflieger wirklich zufriedenzustellen. Das zeigen die Urteile von 68 Schweizer Branchenprofis, die Erfahrungen in 95 eigenen Flugtests sowie die Einschätzungen von international massgeblichen Fachpublikationen und Testportalen.

Den Unterschied machen die Summe der liebenswerten Details an Bord und am Boden sowie die Hilfsbereitschaft und Flexibilität der Airlines, wenn etwas schiefgeht.

Es gibt nichts, was Flugreisende mehr schätzen, als die Grosszügigkeit in kleinen Dingen und eine optimale Unterstützung in Problemfällen. «Im Flugbetrieb läuft so vieles ausser der Kontrolle der Airline-Crews, doch wie diese mit ihren Passagieren umgehen und auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren, ist durchaus in ihrer Kontrolle», meint ein befragter Pharma-Manager. Als er auf einem Flug mit Singapore Airlines einen Anschluss nach Australien wegen schlechter Wetterbedingungen verpasste, bestätigte ihm der Purser noch vor der Landung in Singapur, dass es mit dem Weiterflug am darauffolgenden Morgen definitiv klappen werde und für die unerwartete Übernachtung alles vorbereitet sei. Beim Aussteigen stand bereits eine Flughafenassistentin parat, die ihn zum Hotel begleitete, dort ein Essen organisierte und gleich zwei Umbuchungen am Zielort Sydney tätigte.

Selbst kleine Ärgernisse handhabt das Singapore-Personal souverän: Funktioniert das Unterhaltungssystem eines Eco-Sitzes bei vollbelegter Kabine nicht richtig, wird umgehend versucht, den technischen Defekt zu beheben – gelingt dies nicht, kompensiert die Airline den Ausfall ohne Aufhebens mit einem Inflight-Shopping-Guthaben von 75 Dollar.

Den Dreh haben nicht nur die Singapurer raus

Den Dreh haben nicht nur die Singapurer raus. Auch bei der zweitplatzierten Air New Zealand steht der Kunde nicht im Weg, sondern im Mittelpunkt – und dies selbst in der Economy, wie sich beim BILANZ-Testflug zeigte: Ein selbstverschuldeter Fehler bei der Planung eines Anschlussflugs unmittelbar vor der Rückreise von Auckland nach London zur Weihnachtszeit wurde vom Bodenpersonal unkompliziert und blitzschnell gelöst, obwohl der Zubringerflieger schon startklar war. Was sich zu einem ­finanziellen und organisatorischen Albtraum hätte entwickeln können, wurde zu einer Studie neuseeländischer Flexibilität und Dienstbereitschaft – und widerlegte das Vorurteil, dass zuvorkommender Service bestenfalls Passagieren der Premiumklassen vorbehalten ist.

Natürlich muss nicht nur der menschliche Faktor, sondern auch das Produkt stimmen. Und das ist bei den Kiwis besonders innovativ. Bisher unkopiert sind die Skycouch-Reihen auf Economy-Langstrecken, bei denen sich jeweils drei Sitze zu einer ebenen Liegefläche von 84 ­Zentimetern Breite (komplett bis zum Vordersitz) und 168 Zentimetern Länge umfunktionieren lassen. Buchen zwei Erwachsene die Skycouch, zahlen sie den regulären Eco-Preis, der dritte Sitz kostet rund die Hälfte. Auch die Premium Economy in einer originellen 2-2-2-Konfiguration setzt Massstäbe, und in der Business Class werden die im Fischgrätenmuster angeordneten Liegesessel zum Schlafen mit zusätzlich ausgerollten Matratzen und überlangen Daunenduvets eingebettet.

Mehr zum Thema lesen Sie in der neuen «BILANZ», ab Freitag am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.

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