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Zuppiger tritt als Präsident des Gewerbeverbands zurück

Bruno Zuppinger: Der zweite Abgang in kurzer Zeit. (Bild: Keystone)

Bruno Zuppiger in der Krise: Als Bundesratskandidat ist er gescheitert, jetzt legt er auch das Amt des Gewerbeverbandspräsidenten nieder.

Veröffentlicht 19.12.2011

Der wegen einer Erbschaftsaffäre als Bundesratskandidat gescheiterte Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger hat seinen sofortigen Rücktritt als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv) erklärt. Dies teilte der sgv mit.

Zuppiger begründete seinen Rücktritt gemäss Communiqué damit, dass für ihn die Interessen des Gewerbeverbandes im Vordergrund stünden. Zuppiger stand seit Mai 2010 an der Spitze des Verbandes. Zuvor hatte die SVP den Gewerbeverband wiederholt kritisiert und auf die Wahl eines Präsidenten aus den eigenen Reihen gedrängt.

Der Vorstand des Gewerbeverbandes werde an seiner Sitzung vom kommenden Mittwoch über das weitere Vorgehen beschliessen, heisst es in der Medienmitteilung. Ursprünglich war Zuppiger für Mittwoch zu einer «Aussprache» vorgeladen gewesen.

Mit Bedauern nehme der Gewerbeverband den Rücktritt zur Kenntnis und danke Nationalrat Bruno Zuppiger für die engagierte und erfolgreiche Arbeit, heisst es weiter. Als Präsident habe er sich uneigennützig für die KMU-Wirtschaft in der Schweiz eingesetzt.

«Weltwoche» deckte Affäre auf

Knapp eine Woche vor den Bundesratswahlen hatte die «Weltwoche» Unregelmässigen bei einer Erbschaft aufgedeckt, die Zuppiger anvertraut worden war. Eine verstorbene Angestellte hatte ihn beauftragt, ihren Nachlass im Umfang von 265'000 Franken an zwei gemeinnützige Organisationen zu vermachen.

Zuppiger aber soll gemäss «Weltwoche» die Auszahlung verzögert, ein überrissenes Honorar verrechnet und 100'000 Franken auf ein eigenes Konto ausbezahlt haben. Nachdem die beiden Organisationen interveniert und mit Klagen gedroht hatten, bezahlte Zuppiger den vollen Betrag mit Zinsen an die Organisationen zurück

Zuppiger bestritt die Vorwürfe nicht und räumte «Fehler» ein. Weil er wegen der Politik in seinem Betrieb viel abwesend sei, hätten sich seine Mitarbeiter mit der Erbschaft beschäftigt. Bereichern habe er sich nicht wollen, versicherte er.

Gemäss «Sonntagsblick» soll Zuppiger die abgezweigten 100'000 Franken für eine Wahlkampagne eingesetzt haben.

(laf/vst/sda)

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