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Zehn Wirtschaftskapitäne, die Donald Trump unterstützen

Im US-Wahlkampf gilt Hillary Clinton vielen Geschäftsleuten als das geringere Übel. Tatsächlich gibt es aber auch Wirtschaftsbosse, die sich öffentlich zu Donald Trump bekennen. Auch ein Schweizer.

Von Gabriel Knupfer
21.07.2016

Die Aussicht auf einen Präsidenten Donald Trump macht vielen Wirtschaftskapitänen Angst. Zu radikal und unberechenbar scheint ihnen der republikanische Präsidentschaftskandidat. Einen Handelskrieg mit China oder eine Verschlechterung der Beziehungen mit Mexiko oder gar Europa ist das letzte, was die Weltwirtschaft im Moment brauchen kann.

Bei der Wahl im November gilt Hillary Clinton vielen Geschäftsleuten als das geringere Übel. Selbst treue Grossspender der Republikaner halten sich bei Donald Trump zurück. Clinton sei zumindest «der Teufel den man kennt», so Investor Michael Vlock, der seit 2014 rund 5 Millionen Dollar für die Konservativen gespendet hat, der «New York Times». «Ich glaube, dass unsere Republik Hillary überleben würde.»

«Isolationistischer, protektionistischer Angeber»

Trump sei ein «isolationistischer, protektionistischer Angeber», so Vlock, der sich sogar überlegt, Geld an die Kampagne der Demokraten zu spenden. Auch Hedgefonds-Manager Paul Singer, ein treuer Unterstützer der amerikanischen Rechten, will sich dieses Mal zurückhalten. Der «König der Finanzgeier» hat angekündigt, weder Clinton noch Trump zu wählen.

Andere Vertreter der Wirtschaft haben sich dagegen öffentlich zu Trump bekannt. Dies sind die bekanntesten Trump-Unterstützer aus der Wirtschaft:

Sheldon Adelson (Immobilien): Der Besitzer der Las Vegas Sands Corp. unterstützt seit Jahren die Republikaner. Mit einem Vermögen von 31 Milliarden Dollar gehört Adelson zu den reichsten Geldgebern der Partei. Für den jüdischen Unternehmer ist klar, dass er jeden republikanischen Nominierten unterstützt hätte und dies auch bei Trump tun wird: «Ich glaube er wird gut für Israel sein», so Adelson.

Carl Icahn (Hedgefonds): Als Grossinvestor hat Icahn Milliarden angehäuft. Von Trump erhofft er sich einen radikalen Politikwandel. Der Kandidat hat Icahn schon früh im Vorwahlkampf das Amt des Finanzministers angeboten. Icahn hat nach einigem Zögern zugesagt und will Washington umbauen, wie er es von seinen Firmen gewohnt ist.

Andrew Beal (Banking): Ähnlich wie Icahn gehört auch der Gründer und Chef der Beal Bank zu den frühen Unterstützern von Trump. Der Milliardär beschreibt sich selbst als Libertären – und wechselte nach dem Ausscheiden von Rand Paul aus dem Rennen um das Amt des republikanischen Präsidentschaftskandidaten ins Trump-Lager. Ein Rechtsstreit zwischen Trump und Beal vor einigen Jahren ist inzwischen längst vergessen und vergeben.

T. Boone Pickens (Ölindustrie, Hedgefonds): Der prominente Investor und Firmenraider hat sein Geld im Ölgeschäft gemacht. Pickens hat nach eigener Aussage genug von «Politikern» und unterstützt Trumps Vorschlag, dass Muslime vorübergehend nicht mehr in die USA einreisen dürfen. «Lasst uns etwas Neues versuchen», so der 88-Jährige: «Sollte Trumps Präsidentschaft schiefgehen, bin ich ohnehin nicht mehr da».

Robert Kraft (Papier- und Verpackungsindustrie, Sport): Der Sportfunktionär und Besitzer der Kraft Gruppe bezeichnet sich als persönlichen «Freund» von Trump. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2011 sei Trump einer der wenigen Menschen gewesen, die ihn durch diese schwierige Zeit begleitet hätten. «Dafür werde ich ihm ewig dankbar sein», so der Milliardär.

Foster Friess (Vermögensverwaltung): Als «wiedergeborener» Christ und Multimillionär gehört Friess zu den gefragtesten Geldgebern bei den Republikanern. Er beurteile die Menschen nicht danach, was früher gewesen sei, sondern was aus ihnen werden könne, sagt Friess. Entscheidend sei für ihn die Macht des Präsidenten, Kandidaten fürs Oberste Bundesgericht zu nominieren. Von Clinton ausgewählte Richter könnten die «Religionsfreiheit einschränken», so eine seiner Befürchtungen.

Shalabh Kumar (Elektronik): Für den gebürtigen Inder und Kopf der Republican Hindu Coalition (RHC) ist Trump kein Rassist. Von einem Präsidenten Trump erhofft sich der AVG-Chef ein entschiedenes Vorgehen gegen den islamischen Extremismus. Wie Trump befürwortet Kumar eine flächendeckende Überwachung der Moscheen in den USA.

Peter Thiel (Techindustrie): Als Anhänger von Trump ist Thiel ein Exot, denn im Silicon Valley ist der kontroverse Politiker äusserst unbeliebt. Dennoch hat sich der Mitgründer von Paypal und Grossinvestor bei Facebook für den Tycoon ausgesprochen. Thiel vertritt libertäre Positionen und will den Staat an allen Fronten zurückdrängen. Der Demokratie steht Thiel kritisch gegenüber.

Bernie Ecclestone (Formel 1): Der britische Chef der Formel 1 ist im November nicht wahlberechtigt. Dennoch hat er sich als Anhänger von Trump geoutet. Dieser wäre sicher ein hervorragender Präsident, so Ecclestone. Wirklich schmeichelhaft ist die Unterstützung aber nicht. Ecclestone bewundert Wladimir Putin, äusserte sich positiv zum früheren irakischen Diktator Saddam Hussein und lobte selbst Adolf Hitler.

Marc Faber (Investments): Auch der Schweizer Unternehmer darf in den USA nicht wählen. Könnte er, so würde er sicher auf Trump setzen, so Faber gegenüber. «Ich würde für jeden ausser Hillary stimmen», so der Börsenguru mit dem schönen Übernamen «Dr. Doom».

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