Seit Ferdinand Piëch sein Amt als Aufsichtsratschef des Autokonzerns VW niedergelegt hat, läuft die Debatte um mögliche Nachfolger. Ein Name, der gehandelt wird: Wolfgang Reitzle, der Präsident des Zementmultis Holcim.

Als ehemaliger Entwicklungschef bei BMW stand er bereits auf dem Sprung zu VW, damals als Nachfolger für Piëch als CEO. Später sollte er Siemens sanieren, tunte aber dann den langweiligen Industriegas-Konzern Linde zu einem strammen Weltmarktführer. Beim Auto­zulieferer Continental brachte er ab 2009 nach einem erbitterten Übernahmekampf Ruhe in den Konzern.

Ist Reitzle bei VW realistisch?

Reitzle gilt als papabile – für jeden Job. Für Holcim käme sein Abgang, mitten im Fusionspoker mit Lafarge, zur Unzeit. Ist Reitzle bei VW aber realistisch?

Dafür spricht: Fachlich gibt es kaum einen Besseren. Dagegen spricht: Piëch nannte Reitzle einmal «nicht zäh genug», beide stehen sich aber dennoch nahe; ein Nachteil nach dem Krach bei VW. Und ob VW-CEO Martin Winterkorn seine Ambition auf Piëchs Nachfolge aufgibt, ist unklar. Gegen «Wiko» und die ihm getreuen Gewerkschaften könnte Reitzle bei VW wenig ausrichten; mit seinem Conti-Job wäre das auch kaum zu vereinbaren. Und letztlich braucht ihn Holcim, wo er mit gut 900'000 Franken auch gut bezahlt ist.

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