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Wie Merkel die CDU in die Mitte der Gesellschaft rückte

POTSDAM, GERMANY - NOVEMBER 14: German Chancellor Angela Merkel arrives for a retreat of the German government cabinet at the Hasso Plattner Institute on November 14, 2018 in Potsdam, Germany. The government cabinet members are meeting to discuss measures for the digitalization of Germany, most notably government investments to the tune of EUR 3 billion in artificial intelligence. (Photo by Sean Gallup/Getty Images)
Angela Merkel: Die Kanzlerin war 18 Jahre und 8 Monate Parteivorsitzende der CDU.Quelle: 2018 Getty Images

Als Vorsitzende hat Angela Merkel so manche konservative Position ihrer Partei aufgegeben. Vor allem acht alte CDU-Zöpfe hat sie abgeschnitten.

Veröffentlicht 06.12.2018

Wehrpflicht, Frauenquote, Mindestlohn, Homo-Ehe: Kanzlerin Angela Merkel hat so manche konservative Position aufgegeben – und ihre CDU in die Mitte der Gesellschaft gezogen. Ein Überblick:

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Atomausstieg
Quelle: Keystone
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Atomausstieg

Gegen erbitterte rot-grüne Proteste setzt Merkel im Bündnis mit der FDP 2010 eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken durch. Doch 2011 - nach der Katastrophe von Fukushima - verkündet sie abrupt die Kehrtwende zum Atomausstieg.

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Bundeswehr
Quelle: Keystone
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Bundeswehr

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 greift die Union eine Forderung auf, die SPD und Grüne schon lange erhoben, in ihrer Regierungszeit aber nicht mehr durchgesetzt hatten. Zuletzt lehnte Merkel im Zusammenhang mit der Diskussion über eine allgemeine Dienstpflicht eine Wiedereinführung der Wehrpflicht klar ab.

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Frauenquote
Quelle: © KEYSTONE / PETER KLAUNZER
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Frauenquote

Das Gesellschaftsbild der CDU hat Merkel auf breiter Front modernisiert, etwa bei der Rolle von Frauen. 2016 tritt die im Koalitionsvertrag mit der SPD verabredete, gesetzlich festgelegte Frauenquote von 30 Prozent für die Aufsichtsräte der grössten Börsen-Unternehmen in Deutschland in Kraft. Im CDU-Wirtschaftsrat gibt es bis zur Abstimmung im Bundestag Unmut über die Regelung.

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Homosexuellen-Ehe
Quelle: Keystone
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Homosexuellen-Ehe

Im Sommer 2017 rückt Merkel vom klaren Nein der CDU zur Öffnung der Ehe ab. Sie überlässt den Unions-Abgeordneten in der Sache eine freie "Gewissensentscheidung". Der Bundestag beschliesst daraufhin, dass Schwule und Lesben heiraten und gemeinsam Kinder adoptieren dürfen. Merkel selbst votiert allerdings dagegen.

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Flüchtlinge
Quelle: Keystone
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Flüchtlinge

Als immer mehr Flüchtlinge 2015 in Deutschland registriert werden, setzt sich die Kanzlerin für deren Integration ein. Verteidigen muss sie ihren Kurs gegen Konservative in der Union, die Deutschland stärker abschirmen wollen. Mittlerweile aber sind Regeln für Flüchtlinge unter Schwarz-Rot verschärft worden.

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Mindestlohn
Quelle: Keystone
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Mindestlohn

In der vergangenen Legislaturperiode wird ein linkes Herzensprojekt der SPD wahr: der gesetzliche Mindestlohn. Der Wirtschaftsflügel der Union muss die Koalitionsvereinbarung schlucken.

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Bildung
Quelle: © KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER
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Bildung

Nach langem Ringen löst sich die CDU 2011 von der Tradition des dreigliedrigen Schulsystems und erklärt sich zur Abkehr von der eigenständigen Hauptschule bereit. Neben dem Gymnasium sollen unter dem Dach einer «Oberschule» Haupt- und Realschulen vereint werden. Als Grund werden sinkende Schülerzahlen genannt.

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Doppelpass
Quelle: Keystone
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Doppelpass

Merkel hält 2016 trotz des gegenteiligen Votums eines CDU-Parteitags an der doppelten Staatsbürgerschaft fest. Diese war 2014 mit der SPD vereinbart worden. Demnach können in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern neben der deutschen auch die Staatsbürgerschaft ihrer Eltern behalten. In der CDU gibt es viele Stimmen, die den Doppelpass abschaffen wollen.

Von Adenauer bis Merkel: Die sieben Parteivorsitzende der CDU

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Konrad Adenauer: Oktober 1950 - März 1966
Quelle: Keystone