Die Sanierung des Stromkonzerns Alpiq war für Jasmin Staiblin eine Achterbahnfahrt. Fünf Jahre kämpfte sie mit tiefen Grosshandelspreisen, uneinsichtigen Politikern und dem eigenen Verwaltungsrat. Als sie 2013 startete, lasteten vier Milliarden Franken Schulden in den Büchern. Mit dem Verkauf von 30 Beteiligungen hat sie sämtliche finanzielle Verpflichtungen abgebaut. «Wir haben es gepackt!», sagt die 48-Jährige heute.

Zwei Jahre lang versuchte BILANZ, mit der deutschen Managerin ins Gespräch zu kommen. Mit Journalisten spricht sie bestenfalls über Cashflow, Ebitda und Währungseffekte. Über ihren Führungsstil war bislang nichts bekannt, über ihr Privatleben schweigt sie sich konsequent aus.

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Zum Hintergrundgespräch fährt sie mit einem BMW i8 Coupé vor – ein 150’000-Franken-Schlitten mit Flügeltüren. Auf der Rückbank ist ein Kindersitz angeschnallt. Als sie ihn das erste Mal auf der Strasse sah, habe sie sofort gewusst: «Den will ich.» In urchig badischem Dialekt schildert sie die letzten fünf Jahre, gibt einen kurzen Einblick in ihr Privatleben und erklärt, wie Alpiq wieder zu einem profitablen Unternehmen werden soll.

Alpiq-CEO Jasmin Staiblin

Fast täglich landen Jobangebote auf Jasmin Staiblins Pult.

Quelle: Oliver Nanzig

Auf dem Sprung

Es ist eine riskante Wette. Staiblin ist überzeugt, dass sich die äusseren Einflüsse zu Gunsten von Alpiq entwickeln werden. Die politische Regulierung, die Preise für Strom und CO2 und die Fokussierung auf saubere Energien würden helfen, wieder Geld in die Kassen zu spülen. Alpiq sei dafür nun bestens aufgestellt, sagt sie. Doch andere Marktplayer sind nicht ganz so zuversichtlich. Wird Staiblin am Ende recht bekommen? Mit Sicherheit wird man das erst in ein paar Jahren sagen können.

Alpiq-Chefin wird sie dann mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr sein. Die Turnaround-Managerin plant nun ihre weitere Karriere. Fast täglich landen attraktive Job-Angebote auf ihrem Pult. Selber äussert sie sich nur verklausuliert dazu. «Wichtig ist, dass man Dinge initiiert, die langfristig zu etwas Gutem führen», sagt sie nur. Aus ihrem Umfeld hört man, dass sie ihr Ämter-Portfolio neu sortiere. Auch ihre Pirouette rund um das Verwaltungsratsmandat beim Versicherungskonzern Zurich soll damit in Verbindung stehen. Klar ist: Jasmin Staiblins CEO-Karriere hat gerade erst richtig Fahrt aufgenommen.

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BILANZ April 2018
Quelle: Bilanz