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Wettbewerb 
Wer hat die beste Deregulierungsidee?

Beat Brechbühl (l.) und Jobst Wagner
Startklar: Beat Brechbühl (l.) und Jobst Wagner lancieren einen Wettbewerb gegen die Regulierungswut.Quelle: Béatrice Devènes

Die KMU-Vereinigung Swiss Venture Club und die Stiftung StrategieDialog21 starten einen Wettbewerb für die cleverste Regulierung – oder Deregulierung.

Florence Vuichard
Von Florence Vuichard
29.03.2018

Politik und Wirtschaft beklagen sich gerne über die ausufernde Bürokratie, tun sich aber gleichzeitig äusserst schwer damit, diese einzudämmen. Oft bleibt es bei purer Symbolik, wie etwa Ende Februar, als der Nationalrat einer Motion zustimmte, die ein neues Gesetz schaffen will zur Reduktion von Gesetzen – ein neuer Paragraph also für weniger Paragraphen. Das allein sei nicht zielführend, darin sind sich der Rehau-Lenker Jobst Wagner und Beat Brechbühl, Managing Partner von Kellerhals Carrard, einig.

Sie haben sich zusammengesetzt und gemeinsam mit ihren jeweiligen Organisationen, der Stiftung StrategieDialog21 (SD21) respektive der KMU-Vereinigung Swiss Venture Club (SVC), nach einem neuen, konstruktiven Ansatz gesucht, wie beide betonen. Und sie sind fündig geworden: Gemeinsam lancieren sie jetzt «5vor12 – Preis für schlaue (De-) Regulierung» – einen Wettbewerb, bei dem bürgerfreundliche und effiziente Regulierungen und Rechtsanwendungen ausgezeichnet werden sollen. «Wichtig ist, dass der Vorschlag umsetzbar oder gar schon umgesetzt ist», sagt SD21-Gründer Wagner. «Denn nur was umgesetzt wird, zeigt Wirkung – für die Wirtschaft und die Bürger.»

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Jeder kann mitmachen

Vorschläge einreichen kann man von Mitte Mai bis Anfang August. «Mitmachen können grundsätzlich alle», ergänzt SVC-Vorstandsmitglied Brechbühl. Nationale, kantonale oder kommunale Politiker, Verwaltungsangestellte, Regulatoren, Studenten oder Unternehmer.

Eine Jury, zu der nebst Brechbühl etwa auch Economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch, die ehemalige Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz oder der Digitec-Mitgründer und Nationalrat Marcel Dobler gehören, wählt aus den Einsendungen die drei cleversten Vorschläge aus. Die Finalisten können dann am 18. September im Berner Rathaus vor rund 150 geladenen Gästen ihre Ideen präsentieren. Der Sieger wird fünf Minuten vor Mitternacht ausgezeichnet. Hauptpreis ist eine Uhr der Marke Armin Strom, des Unternehmens von Serge Michel, dem Sohn von Willy Michel.

Der SVC und der SD21 haben Erfahrung mit gemeinsamen Wettbewerben: Seit 2015 führen sie jährlich den Ideenwettbewerb Wunsch-Schloss durch, mit dem die Kluft zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verkleinert werden soll. Dieser werde weitergeführt, betonen Wagner und Brechbühl. «5vor12» verstehe sich als Ergänzung – zum Wunsch-Schloss ebenso wie zum «Rostigen Paragraphen», der jährlich von der von Nationalrat Gregor Rutz präsidierten IG Freiheit für das absurdeste Gesetz verliehen wird.

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BILANZ April 2018