Nudeln machen glücklich, wegen ihrer besonders vielen komplexen Kohlenhydrate. Für den einstigen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird der Start seiner neuen Investmentidee, einer Restaurantkette für Pizza und Pasta, aber komplexer als geplant. In Meggen LU hat Wiedeking seine Firma Mitte 2012 angesiedelt. Vialino sollten die Lokale italienischer Küche heissen – bis die Besitzer der Restaurantkette Vapiano im November die Namensähnlichkeit monierten. Wiedeking taufte sein Konzept nun auf Tialini um. Dafür wird in Kürze auch die Mutterfirma Vialino AG in Meggen in Tialini AG umbenannt. Die Domain www.tialini.ch sicherte sich Wiedeking ebenfalls – und die Hilfe einer Schweizer Weggefährtin.

Mit im Verwaltungsrat von Wiedekings Gastronomiefirma sitzt Therese Reinhard-Rappo, die auch das Büro am Stammsitz Meggen führt – ihrem Wohnort. Sie ist die Witwe von Daniel Reinhard, des 2009 ­verstorbenen ehemaligen CEOs der Modekette Charles Vögele. Beteiligt hat sie sich an Wiedekings Firma zwar nicht, doch die beiden Familien sind seit langer Zeit eng befreundet.

Hilfe kann der frühere Automanager in der Schweiz gut gebrauchen. So soll Tialini unter anderem auch in Zürich ein Lokal ­eröffnen, doch die Standortsuche gestaltet sich schwierig. Zur Jahreswende startete das erste Pastarestaurant der Kette in Ludwigshafen am Rhein. Dafür mussten die Namenspläne nach der Vapiano-Kritik ad hoc umgeworfen werden. Wiedeking, der einen Schuhhersteller, Anteile an Online-Reisefirmen wie E-hoi und Immobilien besitzt, plant insgesamt bis zu 20 Pastafilialen.

Angesichts der Anklage gegen ihn durch die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen Marktmanipulation beim Versuch der Übernahme von Volkswagen kann er viele Glücklichmacher gebrauchen. 

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