1. Home
  2. People
  3. Unternehmer: Selbst ist der Reiche

 
Unternehmer: Selbst ist der Reiche

Ein gutes Drittel der BILANZ-Reichsten haben ihr Vermögen weder ererbt noch erspekuliert, sondern mit dem Auf- oder Ausbau eines Unternehmens erarbeitet. Auch bei dieserKategorie der Reichen stellen die Ausländer ein erhebliches Kontingent.

Veröffentlicht am 26.11.2003

Stephan Schmidheiny | SZ

Forstwirtschaft | Baustoffe | Beteiligungen
4–5 Milliarden

Etwas mehr Transparenz beim medienscheuen Weltbürger Stephan Schmidheiny, der in der Schweiz kaum noch öffentlich auftritt: Mitte Oktober dieses Jahres hat er die Aktien seines südamerikanischen Unternehmens GrupoNueva in den neuen Viva Trust eingebracht – und zwar als unwiderrufliche Schenkung im Wert von rund einer Milliarde Dollar. Nach all den negativen Schlagzeilen wegen der Asbestfolgen bei ehemaligen Eternit-Arbeitern und seines Landhungers in Südamerika stärkt die edle Milliarde Schmidheinys Ruf als Apostel der Nachhaltigkeit wieder.

Hier zu Lande fällt auf, dass der 56-Jährige sein Geflecht aus Firmen sowie Stiftungen (beispielsweise Anova Holding, Avina-Stiftung) immer wieder mal neu bündelt. Schmidheiny besitzt mit der Daros Collection auch eine milliardenschwere Kunstsammlung.

KJELD KIRK KRISTIANSEN | ZG

Spielwaren
3–4 Milliarden

Das Geschäft mit Lego-Bauklötzchen harzt. Konzernbaumeister Kjeld Kirk Kristiansen kalkuliert ein Abbröckeln des letztjährigen Umsatzes (2,4 Milliarden Franken). Folge: Das Werk in Baar ZG wird Ende Februar 2004 dichtgemacht. Doch keine Sorge, das finanzielle Fundament der Lego-Gruppe ist deutlich stabiler, als es bislang messbar gewesen ist. Amtliche Publizitätspflicht in der dänischen Heimat der Kristiansens gewähren tiefe Einblicke. Allein bei einem Firmenkonstrukt namens Kirkbi A/S bunkert die diskrete Kleinfamilie umgerechnet mehr als eine Milliarde Franken Bargeld. Im skandinavischen Kirkbi-Kontor lagern daneben diverse Firmenbeteiligungen, beispielsweise an der Esko-Graphics oder an Icopal, dem weltgrössten Produzenten von Bitumendachpappe.

Eine Gesellschaft namens Kirkbi haben Kristiansen und seine Schwester diskret auch in der Zuger Wahlheimat aufgebaut. Da landen zuverlässig sämtliche Lizenzgebühren aus den weltweiten Lego-Verkäufen. Anders als in Dänemark deklariert Kirkbi in Baar alle Erträge als streng geheim. Prokurist Ulrich Meyes wimmelt neugierige Fragesteller ab: «Unsere Jahresabschlüsse gibt es nur in kleiner Auflage. Und zwar für die Aktionäre und den Steuerberater.» Die dänische Transparenz nutzt allerdings auch Meyes: «Ich habe selbst im Internet geschnuppert.»

Gianluigi Aponte | GE

Reederei
3–4 Milliarden

Bei der von Gianluigi Aponte gegründeten Mediterranean Shipping Company (MSC) klopften Greenpeace-Aktivisten an. Denn die MSC liess in Indien und Bangladesh mit gefährlichen Substanzen verunreinigte Schiffe verschrotten. In der Branche nichts Aussergewöhnliches. Das Geschäft jedenfalls läuft gut, MSC ist mit 211 Containerschiffen zum weltweit zweitgrössten Seeschifffahrtsunternehmen aufgestiegen. Auch die Aussichten sind erfreulich: Aponte bestellte 20 weitere Containerschiffe.

Heinz G. Baus | BE

Baumärkte
3–4 Milliarden

Baumarktkönig Heinz Georg Baus, Besitzer des Do-it-yourself-Imperiums Bauhaus, sorgt für Schlagzeilen mit einem Nebenerwerb, der Duscholux-Gruppe. Fachblätter berichten gerade über Entlassungswellen beim Sanitärausstatter, der von Baus’ langjährigem Wahlwohnsitz in Thun aus gesteuert wird. Insider mäkeln, dass sich der bald 70-Jährige zu sehr um Details kümmere, die grosse Linie dabei aus dem Blick verliere.

Der Vater im Familienbund gilt als Geizkragen: Tochter Tessa, inzwischen selbst Mutter von drei Baus-Enkeln, rackert als bezahlte Assistentin der deutschen Bauhaus-Zentrale in Mannheim, Abteilung Einkauf von Gartenartikeln. Der Handelsmilliardär selbst deklariert amtlich Monaco als Hauptwohnsitz, lässt sämtliche Drähte seines auch immobilienstarken Imperiums aber unverändert in der Eidgenossenschaft zusammenlaufen.

Familie Firmenich GE

Parfums und Aromen
3–4 Milliarden

Pierre-Yves Firmenich setzte reichlich Duftmarken als CEO des weltgrössten privaten Parfum- und Aromenkonzerns. Der Segelfan zieht eine strahlende Bilanz. Seit seinem Antritt im Jahre 1989 verdreifachte Firmenich die Verkaufserlöse und legte in jedem Jahr durchschnittlich um 8,7 Prozent beim Umsatz zu. Pierre-Yves-Neffe Patrick Firmenich, Sohn des früheren VR-Präsidenten Fred-Henri Firmenich, wird sich anstrengen müssen, die Genfer Familienfirma mit knapp zwei Milliarden Franken Umsatz und gegen 4500 Beschäftigten in 50 Ländern auf Erfolgskurs zu halten.

Leonard A. Lauder | SZ

Kosmetik | Kunst
3–4 Milliarden

Leonard Alan Lauder (LAL), erstgeborener Sohn der Kosmetikkönigin Estée Lauder, meidet Risiken. Im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder Ronald S. Lauder (RSL) hält sich der 70-Jährige fern von (verlustreichen) Investments in Osteuropa. Als Chef des Crème- und Duftkonzerns mit Hauptsitz in New York und gehätschelter Produktionsfiliale am Schwyzer Wahlwohnsitz peilt Lauder fünf Milliarden Dollar Umsatz in 130 Ländern an. Im Aktionärsverzeichnis taucht die übernächste Generation auf.

Thomas Schmidheiny | SG

Zement | Baustoffe
3–4 Milliarden

Nach einer spektakulären Serie von Affären und Pannen ist es um den älteren der beiden Schmidheiny-Brüder ruhiger geworden. Zwar besitzt Thomas Schmidheiny (57) nach wie vor 27 Prozent von Holcim, der Nummer zwei im globalen Zementgeschäft. Seine Stimmenmehrheit hat er mit Einführung der Einheitsaktie indessen verloren. Auch den Vorsitz im Verwaltungsrat legte der entzauberte Vorzeigeunternehmer nieder. Umso mehr Zeit findet er nun für die Pflege diverser Beteiligungen im Hightechbereich, für seine hochkarätige Kunstsammlung und die Luxushotels und Weingüter.

Carlo De Benedetti | GR

Mischkonzern
2–3 Milliarden

International isolierter, als ihm lieb ist, giftet Italiens Ministerpräsident und Medienmogul Silvio Berlusconi mit Vorliebe gegen innenpolitische Feinde. An erster Stelle nennt er oft den früheren Olivetti-Chef und heutigen Chairman der Industrieholding Compagnie Industriali Riunite (CIR), Carlo De Benedetti. Der Wahlbündner, anders als Berlusconi, tobt nie, zeigt seine tiefe Verachtung leise: so durch die Mitgliedschaft in der Vereinigung Libertà e Giustizia (Freiheit und Gerechtigkeit). Unterstützt von Sohn Rodolfo De Benedetti, kurbelt der Senior über die Familienholding Cia Finanziaria De Benedetti (Cofide) die Geschäfte des Mischkonzerns CIR an mit gegen 10 700 Beschäftigten in den Branchen Medien («Espresso»), Automobilzubehör (Sogefi) und Stromversorgung (Energia).

Otto B. Happel | LU

Beteiligungen
2–3 Milliarden

Der Wahlluzerner Otto B. Happel dürfte in die deutsche Wirtschaftsgeschichte eingehen als jener Mann, der die so genannte Deutschland AG knackte. Dieser Klüngelklub aus Bankiers und Topmanagern schob sich über Jahre hoch dotierte Mandate zu, auch beim Chemie- und Anlagenbaukonzern Metallgesellschaft. Diesem Unternehmen, heute als MG Technologies firmierend, hatte Happel im besten Einvernehmen seine Firma Gea verkauft, sich neben einem leicht zehnstelligen Barbetrag auch mit zehn Prozent des MG-Aktienkapitals unbar bezahlen lassen.

Mitsprache bei dem Ziel, eine nachhaltige Zukunftsstrategie zu entwickeln, ward Happel jedoch verwehrt. Auf dem jahrelang beschwerlichen Weg, diese Blockade zu überwinden, demonstrierte der 55-Jährige aus seinem Luzerner Familiy-Office jene Eigenschaften, die ihn erfolgreich gemacht hatten: Hartnäckigkeit, Konsequenz und zielorientiertes Handeln.

Familie Liebherr | FR

Baumaschinen | Kühlschränke
2–3 Milliarden

Bundeskanzler Gerhard Schröder packte persönlich mit an, als die Wahlschweizer Isolde und Willi Liebherr im Herbst den Grundstein für ihr neustes, gegen 80 Millionen Franken teures Werk des multinationalen Baumaschinenherstellers im Ostseehafen Rostock legten. Gesteuert wird Liebherr mit 21 000 Beschäftigten und mehr als sechs Milliarden Franken Umsatz aus Bulle FR. Neben dem Holdingsitz haben die Liebherrs vor einem Vierteljahrhundert im Freiburgischen auch eine Fabrik für Dieselmotoren und andere Komponenten der Antriebstechnik eingerichtet.

FRANK STRONACH | ZG

Autozulieferer
1,5–2 Milliarden

Als «Alpenkönig» titulieren österreichische Boulevardblätter gern ihren erfolgreichen Landsmann, den Autoteilehersteller Frank Stronach, Gründer und Motor des kanadischen Multis Magna International (Umsatz: 12,2 Milliarden Dollar). Wenn der Vater ein König ist, wundert es nicht, wenn Lieblingstochter (und Konzern-Topmanagerin) Belinda mit einem leibhaftigen Expräsidenten turtelt: Yellow-Press-Spanner wollen sie mehrfach auf Spritztouren mit Bill Clinton gesichtet haben. Der Patron, mit seiner diskreten Beratungsgesellschaft Stronach & Co. und diversen Magna-Ablegern Steuerzahler in Zug, spendiert angeblich immer höhere Saläre, um Fussballer und Rennpferde in der Alpenrepublik am Laufen zu halten. Die Kicker von Austria Wien sponsert er – klar – als Chef. Für den Rest der Liga muss Stronach ebenfalls (finanzielle) Verantwortung fühlen, als Präsident aller Bundesligaklubs.

Weiter greift «Scheich Frank Stronach» (NZZ) vermehrt in die Konzernkasse, um seiner wahren Leidenschaft auf die Sprünge zu helfen: der Pferdezucht. Die Muttergesellschaft Magna schickte unlängst die Tochter Magna Entertainment (Meca) ins Börsenrennen. Meca betreibt lange schon Pferderennbahnen in Amerika. Vor den Toren Wiens, in Ebreichsdorf, lässt der Pferdenarr und führende Züchter aktuell für rund 100 Millionen Euro ein gigantisches Geläuf in den Boden stampfen. Ab Frühjahr 2004 werden dort Pferderennen stattfinden.

Familie Diehl | GR

Wehrtechnik
1,5–2 Milliarden

Mit 96 Jahren tritt Patriarch Karl Diehl kürzer. Der erstgeborene Sohn Werner Diehl, längst wie der Senior im Bündnerland heimisch, übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat der Familienfirma Diehl mit Sitz in Nürnberg und zuletzt knapp 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Gewinne reinvestiert Stammhalter Werner Diehl gern in Schweizer Immobilien.

Klaus-Michael Kühne | SZ

Logistik
1,5–2 Milliarden

«Es geht uns gut, und wir befinden uns weiter im Aufwärtstrend», stellt Klaus-Michael Kühne fest. Die Bewertung des Logistikkonzerns, an dem der Verwaltungsratspräsident weiterhin 55,75 Prozent hält, bewegt sich auf Höchstwerten von über drei Milliarden Franken. Und der kinderlose Unternehmer lässt auch den Nachwuchs an seinem Erfolg teilhaben: Am Kühne-Institut für Logistik der Uni St. Gallen, das er mit jährlich zwei Millionen speist, beginnt im März 2004 die einzige Logistikausbildung auf Hochschulniveau in der Schweiz.

Familien Schindler, Bonnard | NW

Aufzüge | Fahrtreppen | Computer
1,5–2 Milliarden

Beim Aufzüge- und Fahrtreppenhersteller Schindler sank der Umsatz im ersten Halbjahr 2003 zwar um 6,5 Prozent, doch stieg der Betriebsgewinn um 138 Prozent. Die Fitnesskur scheint zu wirken. Das RO3 genannte Restrukturierungsprogramm hat nach Schätzungen der Bank Vontobel bislang 515 Millionen Franken gekostet. Eine teure Übung; allerdings ist das ambitiöse Ziel, bis 2005 in der Kernsparte eine Ebitda-Marge von 14 Prozent zu erreichen, in Griffnähe gerückt. Die Börse zollt Schindler Beifall: Die Namenaktien rückten seit dem Frühjahr um über 70 Prozent vor. VR-Präsident Alfred N. Schindler und Vize Luc Bonnard, deren Familien via Aktionärsbindungsvertrag knapp zwei Drittel der Stimmen und gut ein Drittel des Kapitals halten, können zufrieden sein.

Ralph Sonnenberg | LU

Fensterverkleidungen | Beteiligungen
1,5–2 Milliarden

Die schleppende Konjunktur vedunkelt Hunter Douglas: Das Unternehmen meldete für das erste Halbjahr einige Prozente weniger Umsatz und Gewinn. Nun wirkt sich die Belebung in den USA, dem wichtigsten Markt des weltgrössten Produzenten von Jalousien, positiv auf den Geschäftsgang aus. Von Luzern aus steuert VR-Präsident und Mehrheitsaktionär Ralph Sonnenberg den Konzern mit seinen 15 300 Beschäftigten. Der 69-Jährige residiert in einem 40-Zimmer-Schloss am Vierwaldstättersee.

THEO MÜLLER | ZH

Milchprodukte
1–1,5 Milliarden

Dass Theo Müller persönlich über Humor verfügt, bezweifeln etliche (frühere) Nachbarn des Molkermeisters in der schwäbischen Heimatgemeinde Aretsried bei Augsburg. Müllers Werberkolonnen allerdings haben dem 63-jährigen Neo-Erlenbacher einen inzwischen schon legendären Running Gag ertextet: «Alles Müller – oder was?» Der Slogan der in Deutschland und Grossbritannien führenden Milchfabrik löst stets aufs Neue Heiterkeit aus, mit wechselnden «Lautsprechern». Ob der Neo-Zuger Tennis-Schläger Boris Becker, Dallas-Fiesling Larry («JR Ewing») Hagman, «Lindenstrasse»-Hauswartin Else Kling oder zuletzt Dieter Bohlen – prominente Werbebotschafter pushen den Verkauf von Müller-Produkten.

1971 hatte der Schwabe vom Vater die kleine Dorfmolkerei mit zehn Beschäftigten und gerade einmal drei Millionen Mark Verkaufserlösen übernommen und seither rasant aufgeschäumt. Zuletzt schafften 4400 Müller-Milchmänner in Deutschland, Grossbritanien und Italien einen Umsatz in Höhe von umgerechnet etwa 2,7 Milliarden Franken. Den Gewinn vernebelt der diskrete Unternehmer; er wird allerdings ganz sicher über dem Prozentsatz liegen, den der Rahmanteil bei natürlicher Vollmilch ausmacht. Wie sonst käme Müller auf das von ihm selbst deklarierte Eigenkapital in Höhe von umgerechnet 750 Millionen Franken, auf das seine neun Kinder im (noch theo-retischen) Erbfall 300 Millionen Franken Erbschaftssteuer zahlen müssten? Deshalb die Flucht an die Zürcher Goldküste, aus väterlicher Verantwortung und mit vollstem Verständnis sogar des Boulevards. «Bild» beispielsweise beklagt: «Unser Steuerstaat frisst seine Bürger.»

Familie Bich | VD

Konsumgüter
1–1,5 Milliarden

Gel- oder Parfumtinte, Dreiklingenrasierer oder Sammlerfeuerzeuge: Die französische Bic-Gruppe lässt nichts unversucht, um ihre Verkäufe anzukurbeln. Denn seit drei Jahren stagniert der Umsatz des Spezialisten für Wegwerfartikel bei 1,5 Milliarden Euro. Dank einem grossen Bargeldbestand konnte zuletzt die Dividende dennoch um 23 Prozent erhöht werden, sehr zur Freude der Familie Bich, die in der Waadt wohnt und an Bic 38 Prozent besitzt.

Vittorio Carozza | TI

Traktoren und Landmaschinen
1–1,5 Milliarden

Die von Vittorio Carozza in Treviglio präsidierte Same Deutz-Fahr Gruppe gehört seiner Familie. Den ersten Traktor hatte 1927 Carozzas Schwiegervater gebaut. Heute ist das Unternehmen der viertgrösste Traktorenhersteller mit 1,2 Milliarden Franken Umsatz. Die Carozzas leben auf einem Weingut im Südtessin. In Stabio TI ist Vittorio Carozza auch als Geschäftsführer der IT Idraulica Trattori tätig. 2003 stieg Same Deutz-Fahr beim deutschen Deutz-Konzern als Grossaktionär ein.

Familie Grohe | VD

Beteiligungen
1–1,5 Milliarden

Der Wahlwaadtländer Bernd Grohe gilt als Überzeugungstäter. «Wir alle müssen mehr für die Nachhaltigkeit tun», fordert er stärkeres Bewusstsein für die Umwelt und Vorsorge für folgende Generationen. Worten lässt Grohe Taten folgen. Gemeinsam mit dem deutschen Schoggi-Fabrikanten Alfred Ritter (Ritter Sport) schob der bei der Armaturenfirma Friedrich Grohe ausgestiegene Grossaktionär schon 1995 die Zürcher Sustainable Asset Management (SAM) an und wird da unverändert als «massgeblicher Aktionär» geführt.

Philippe Hersant | GE

Medien
1–1,5 Milliarden

Sein französischer Medienkonzern France Antilles kaufte sich vor drei Jahren in die Westschweiz ein, erwarb Mehrheiten bei Filanosa in Nyon VD und Société neuchâteloise de presse (SNP) in Neuenburg. Nun zügelte auch Verleger Philippe Hersant an den Genfersee. Den Fehler seines verstorbenen Vaters, des Zeitungskönigs Robert Hersant, überhastet (und kostspielig) zu expandieren, wird der Junior in der Wahlheimat vermeiden.

Familie Kahane | GR

Chemie | Banken
1–1,5 Milliarden

Diskretion hat bei der Familie Kahane Tradition. Die Besitzerin des Chemieunternehmens Jungbunzlauer gibt keine Zahlen bekannt. Nach Schätzungen sind es über 600 Millionen Franken Umsatz. Der Hauptsitz befindet sich in Basel, die Holding jedoch hat ihr Domizil im steuerschonenden Chur. Zweites Feld ist die Privatbank Gutmann in Wien. Die Weichen im Kahane-Imperium stellt Emil Alexander Kahane (47).

Familie Livanos | VD

Reederei
1–1,5 Milliarden

Optimismus ist angesagt bei der Reederfamilie Livanos. Etliche neue Öltanker und Containerschiffe liess Clan-Chef Peter G. Livanos in den letzten Monaten vom Stapel laufen. Gesteuert wird die Flotte zwar über die Ceres Hellenic Shipping Enterprises aus Piräus. Doch ankert die Livanos-Sippe privat auch nach dem Tod des Wahlschweizer Patriarchen Georg P. Livanos am Genfersee.

Familie Coninx | ZH

Medien
900–1000 Millionen

Die Familie hält noch immer 76,2 Prozent an Tamedia. Die Herausgeberin von «Tages-Anzeiger», «Facts», «SonntagsZeitung» und weiteren Produkten hat Aufsehen erregende Entscheide gefällt: Erst hat die Familie mit Martin Kall einen Deutschen an die Spitze der Firma gesetzt. Dann hat diese sich erst an der Gratiszeitung «20 Minuten» beteiligt und Radio Basilisk übernommen. Kurz darauf vollzog sie drastische Schnitte (Verkauf des Magazins «du»sowie der Akzidenzdruckerei). Bei der Tamedia ist Bewegung drin – und das ist auch nötig so, denn die Kosten sind in den Neunzigerjahren ebenso überdurchschnittlich gewachsen, wie die Erträge in den letzten drei Jahren eingebrochen sind.

Familie Lescure | GE

Elektrohaushaltgeräte
900–1000 Millionen

Die Produkte des Elektrogeräte-Fabrikanten Lescure haben hohen Bekanntheitsgrad: Moulinex, Rowenta, Tefal oder Krups. Gegen vier Milliarden Franken Verkaufserlöse verbucht der Haushaltsgeräte-Hersteller in 120 Ländern. Die Grossaktionäre der Holding SEB allerdings verbergen sich geschickt hinter dem abgedunkelten Schaufenster. Ihre Anteile bündeln die Erben von Firmengründer Frédéric Lescure an ihren Wahlwohnsitzen rund um den Genfersee diskret in der No-Name-Gesellschaft Actiref.

Familie Al-Khereiji | GE

Telekommunikation | Beteiligungen
800–900 Millionen

2002 wurde Mohammed Al-Khereiji Verwaltungsrat der Synthesis Bank, seit letztem Frühling ist er ihr Präsident. «Perspicacité et imagination» (Scharfblick und Fantasie), so lautet die Devise der Genfer Privatbank. Und dies gilt auch für die saudische Familie Al-Khereiji, die in Genf lebt und von dort aus ihre Firmengruppe dirigiert; diese ist in den Bereichen Telekommunikation, Bauwesen, Hotellerie und Finanzen tätig.

Paul-Georges Despature | VD

Textilien | Antriebstechnologie
800–900 Millionen

Paul-Georges Despature (58), dessen Familie den Textilfabrikanten Damartex und Somfy, Hersteller elektrischer Rollladen, kontrolliert, blickt auf ein gutes Jahr zurück. Während Damartex zurück in die Gewinnzone fand, hat sich Somfy weltweit etabliert.

Familie Müller | AG

Maschinenbau
800–900 Millionen

Müller Martini, Weltmarktführer bei Systemen für die Druckweiterverarbeitung und zu 100 Prozent im Familienbesitz, musste erneut 80 Stellen streichen. Langfristig bleibt die Konzernleitung optimistisch. Rudolf B. Müller, VR-Präsident der als Gruppendach dienenden Grapha Holding, ist überzeugt, dass Druckerzeugnisse trotz Internet und elektronischen Medien eine rosige Zukunft haben.

Michael Pieper | NW

Küchentechnik
800–900 Millionen

«Es gibt keine schlechten Branchen, nur schlechte Firmenchefs», sagt Michael Pieper (56). Sich selber zählt der Unternehmer nicht dazu, mit gutem Grund: Der Patron der Franke Holding, der sich und dem Kader den Arbeitsbeginn um sechs Uhr früh verordnet, schaffte auch letztes Jahr ein kräftiges Wachstum auf 1,6 Milliarden Franken Umsatz. 2003 kämpft er ebenfalls mit widrigen Umständen. Das Geschäft mit den Küchen brach in Asien wegen Sars ein und stockt in Deutschland immer noch. Und der Grosskunde McDonald’s eröffnet nur noch 300 statt wie sonst üblich 1600 Restaurants im Jahr. Doch nicht deshalb, sondern wegen der stark gesunkenen Bewertung vergleichbarer Unternehmen ist Michael Pieper tiefer einzustufen. Er wird es verschmerzen: Von Banken und einer Publikumsöffnung seiner Firma will er ohnehin nichts wissen.

Familie Ringier | ZH

Medien
800–900 Millionen

Bei Ringier sind die Eigentumsverhältnisse längst geklärt: Michael Ringier (54) besitzt die Stimmenmehrheit. Nicht mehr im Geschäft ist Bruder Christoph. Die zwei Schwestern bleiben am Me-dienhaus beteiligt, das unter anderem «Blick», «SonntagsBlick» und «Schweizer Illustrierte» herausgibt. Im Operativen ist nun ebenfalls alles geklärt: Michael Ringier hat sich auf den Verwaltungsratsposten zurückgezogen. Als CEO amtet der Treasurer der Familie, Martin Werfeli. Sollten diesem die publizistischen Probleme über den Kopf wachsen, so hat er neben den Chefredaktoren immer noch die journalistischen Schwergewichte Frank A. Meyer und Jacques Pilet zur Seite, die zwar nicht in einer direkten Linie der Verantwortung stehen, in ihren Sonderstellungen aber immer noch über grossen Einfluss verfügen.

Familie Wagner | BE

Kunststoffverarbeitung
800–900 Millionen

Seit 1948 produziert und vertreibt die Rehau-Gruppe mit Hauptsitz in Muri BE Produkte, Systeme und Module aus Kunststoffen. Das Unternehmen erzielt geschätzte zwei Milliarden Franken an Umsatz und beschäftigt rund 15 000 Mitarbeiter an mehr als 160 Standorten. Exakte Zahlen liefert Rehau nicht. Firmengründer Helmut Wagner sowie seine Söhne Jobst und Veith halten 70 Prozent der Aktien.

Ermenegildo, Familie Zegna | TI

Mode- und Stoffhaus
800–900 Millionen

Die Zegnas wachsen unaufhaltsam. Die vierte Generation treibt das schuldenfreie, mehr als eine Milliarde Franken Umsatz generierende Unternehmen weiter voran. Im Frühling lancierte die aus dem italienischen Trivero stammende Sippe erstmals ein eigenes Parfüm. Fast zeitgleich kamen die ersten Schuhe in die bald 400 Verkaufslokale (Joint Venture mit Salvatore Ferragamo).

Trotz schwierigem Rechnungsjahr und Schwächen vor allem im Europa- und Asien-Geschäft sollten die Zegnas erneut Gewinn schreiben können. Der Clan rein-vestiert kräftig in die Produktion und Logistik im Tessin. In der Schweizer Sonnenstube ist Zegna mit etwas mehr als 900 Angestellten der grösste private Arbeitgeber.

Rolf Gerling | TI

Versicherungen
700–800 Millionen

Drei Viertel seines Vermögens dürfte der Versicherungserbe Rolf Gerling in den zurückliegenden zwei Jahren durch Missmanagement eingebüsst haben. Mindestens, denn die Deutsche Bank, ehedem mit 34,6 Prozent an Gerling beteiligt, hat diesen Anteil mit mehr als 1,2 Milliarden Euro in ihren Büchern komplett abgeschrieben und – überwiegend – an Gerling zurückgereicht. Für einen Euro!

André Kudelski | VD

Zutrittssysteme
700–800 Millionen

Die Waadtländer Firma Kudelski, Hersteller digitaler Zugangssysteme (Pay-TV) sowie von physischen Zugangskontrollen, wird an der Börse wieder salonfähig. Vor über einem Jahr stürzte die Aktie nach einer Gewinnwarnung ab. Seit sich das Unternehmen neu ausrichtet und Umstrukturierungen vorgenommen hat, kehrt das Vertrauen der Anleger zurück. Die Familie Kudelski, die knapp zwei Drittel der Stimmen und gut ein Drittel des Kapitals kontrolliert, hat das nicht in die Firma investierte Vermögen gut verwaltet. André Kudelski leitet die Firma in der zweiten Generation.

Familie Spiesshofer und Braun | AG

Unterwäsche
700–800 Millionen

Der Zuwachs beim Vermögen resultiert nicht nur aus geordnetem Geschäftsgang, sondern vor allem aus einem Zuzug. Nach Günther und Wolfgang Spiesshofer hat mit Dieter Braun der dritte von vier Teilhabern von Triumph International in Zurzach AG das Bürgerrecht erworben.

Die nächste Generation steht mit Oliver und Markus Spiesshofer bereit. Beide Söhne von Wolfgang Spiesshofer sollen dereinst ihren Vater und den selbst kinderlosen Grossonkel Günther Spiesshofer als unbeschränkt haftende Gesellschafter des Miederwarenkonzerns Spiesshofer & Braun beerben. Der Unterwäsche- und Bademodenhersteller hatte 2002 einen Durchhänger: Mit 4,6 Prozent Minus bei den Abverkäufen rutschte der Umsatz auf 2,4 Milliarden Franken.

Familie Vögele | SZ

Textilien
700–800 Millionen

Ein veritables Geldkarussell: 800 Millionen Franken kassierte die Familie Vögele, als sie 1997 ihre Anteile an der Textilgruppe Vögele an die Venture-Capital-Gruppe Schroders abtrat. Schroders ihrerseits verkaufte die Aktien nach dem IPO 1999 an der Börse und schlug 700 Millionen Franken Gewinn heraus. Weniger zu lachen hatten in den folgenden Jahren die anderen Aktionäre, die sich wegen des schlechten Geschäftsgangs mit immer tieferen Kursen abfinden mussten; auch die Familie Vögele ist bis heute mit einigen Prozenten am Unternehmen beteiligt.

Immerhin kamen diesen Sommer positive Nachrichten aus der Zentrale: Der Turnaround scheint Tatsache zu sein. Ein Grund zur Freude ist das auch für den Verwaltungsratspräsidenten der Holding, Carlo Vögele, Spross des im April 2002 verstorbenen Gründers und grosszügigen Initianten des Seedamm-Kulturzentrums in Pfäffikon.

BERTIL HULT | LU

Sprachschule
600–700 Millionen

Bertil Hult (63) leidet an einer Leseschwäche. Trotzdem machte er ein Vermögen mit Schulen – genauer gesagt, mit Sprachschulen: 1965 gründete er in Stockholm die EF (English First), heute eines der weltweit grössten Unternehmen dieser Art. Zwei Millionen Schüler werden jährlich von 23 000 Sprachlehrern in 54 Ländern ausgebildet.

Über die Finanzkennzahlen des Unternehmens, das sich vollständig im Besitz von Bertil Hult befindet, gibt es nur Schätzungen: 1 bis 1,7 Milliarden Franken soll es umsetzen und dabei eine Nettogewinnmarge von zehn Prozent aufweisen. Klarheit dürfte erst ein Börsengang bringen – entsprechende Gerüchte geistern immer mal wieder durch die schwedische Wirtschaftspresse. Eigentlich hätte Hult die Unternehmensleitung heuer seinem ältesten Sohn übergeben wollen. Den aber befand er für diese Aufgabe als noch nicht bereit. Stattdessen leitet jetzt seine langjährige Vertraute Louise Julian (55) das Sprachreiseimperium. «Sie ist besser als ich», sagt Hult über seine Nachfolgerin.

Den Firmensitz hat EF schon länger in Luzern. Nun ist Hult auch als Privatperson in der Innerschweiz gemeldet. An seinen anderen Wohnsitzen in Stockholm, London und Colorado ist er vor allem durch seinen Lebensstil aufgefallen: Hult besitzt eine gewaltige Kunstsammlung; auf seinen glamourösen Partys traten Diana Ross, Elton John oder Rod Steward auf; am Stockholmer Hafen liess er wochenlang eine der wichtigsten Durchgangsstrassen sperren, um die Garage für seinen Fuhrpark zu erweitern. In Luzern hingegen macht er das, was er am besten kann: eine Schule gründen. Damit die Kinder der EF-Mitarbeiter englischsprachig erzogen werden können, verfolgt er das Projekt einer International School of Lucerne.

Familie Burkard-Schenker | ZG

Bauchemie | Industriewerkstoffe
600–700 Millionen

Im ersten Halbjahr 2003 konnte der Spezialitätenchemiekonzern Sika, der weltweit in 64 Ländern präsent ist und über 8500 Mitarbeiter beschäftigt, den Gewinn nach Steuern um über 14 Prozent erhöhen. Von dieser guten Leistung profitierte auch die Aktie, die sich innerhalb eines Jahres um rund 200 auf über 500 Franken verteuerte. Die Familie Burkard-Schenker, die 54,3 Prozent der Aktien hält, ist deshalb unter den 300 Reichsten der BILANZ einige Vermögenskategorien nach oben gerückt. Die Aussichten bleiben rosig. Trotz der anhaltenden Konjunkturflaute rechnet Sika-Chef Walter Grüebler dank Akquisitionen und Produktinnovationen für das Gesamtjahr 2003 mit weiterem Wachstum.

Familie Endress | BL

Mess- und Prozesstechnik
600–700 Millionen

Vergessen sind die dunklen Wolken am Vorabend des Firmenjubiläums von Endress + Hauser (E+H), als die Pleite der deutschen Tochter PPE erstmals für rote Zahlen sorgte: 2002, im 50. Jahr ihres Bestehens, glänzte das in der Mess- und Automatisierungstechnik tätige Reinacher Familienunternehmen wieder mit positiven Eckdaten: Das Betriebsergebnis verbesserte sich um um 16,7 Prozent auf 51 Millionen Euro, und der Umsatz nahm um 3,8 Prozent auf 728 Millionen Euro zu. Für dieses Jahr erwartet die Gruppe gemäss Firmenchef Klaus Endress (54) eine weitere Zunahme beim Umsatz, wegen der Währungssituation jedoch nicht beim Gewinn.

Walter Fust | BE

Beteiligungen | Immobilien | Maschinen
600–700 Millionen

Im zweiten Anlauf hat es für Walter Fust (62) geklappt: Bis auf 7,6 Prozent hat der Jel- moli-Verwaltungsratspräsident seine Jelmoli-Beteiligung an die Pelham/Hansa des deutschen Financiers Georg von Opel verkauft. Auf skeptische Fragen zum Timing – der Jelmoli-Aktienkurs hat sich im Börsentief halbiert – antwortet der Börsenfuchs: «Ich diversifiziere in Qualitätstitel zu ebenfalls gedrückten Kursen.» Als Mehrheitsaktionär bei StarragHeckert wird er sich ebenfalls zurückziehen. Bei einem Umsatzminus von 19 Prozent im ersten Halbjahr präsentiert sich der Werkzeugmaschinenhersteller in schwacher Form. Fust, der in der Familie keinen Nachfolger fand, hat nun mehr Zeit für sich und sein eigenes Immobilienportfolio – Wert: rund 100 Millionen Franken.

Urs Bühler | SG

Anlagen- und Maschinenbau
500–600 Millionen

Urs Bühler, Alleinaktionär und VR-Präsident des gleichnamigen Technologiekonzerns in Uzwil, beurteilt die Aussichten für 2003 als «verhalten». Im Vorjahr sank der Umsatz um 5,4 Prozent auf 1,35 Milliarden Franken, der Konzerngewinn dagegen hat sich auf 44 Millionen verdoppelt. Spitze Kommentare löste ein millionenteures «Wohlfühlzentrum» für Pferde aus, das Bühler erbaute: Der Pferdenarr, so Kritiker, sollte besser in ein Wohlfühlzentrum für Entlassene investieren.

Hans Huber | AI

Industrie | Handel | Chemie
500–600 Millionen

Er braucht keine operative Verantwortung, um weiter die Strippen zu ziehen. Bei Hans Huber, gewichtigem Aktionär bei SFS, Gurit Heberlein, Fisca Optik und seit Anfang Jahr auch bei der ehemaligen Von-Roll-Tochter DGS Druckguss Systeme, traben die Manager auch so zum Rapport an. Was Huber hoch anzurechnen ist: Für sein Bekenntnis zum Industriestandort Schweiz geht er finanzielle Risiken ein.

Günter Kiss | TI

Müllentsorgung
500–600 Millionen

Das Müllbusiness von Günter Kiss unter dem Logo Thermoselect scheint stark von Beziehungen abhängig zu sein. Kaum waren vor Jahren seine Förderer im Tessiner Staatsrat in die Minderheit abgerutscht, platzte Kiss’ Traum, in der Sonnenstube zusammen mit der deutschen Energie Baden-Württemberg (EnBW) sein Recycling-Modell einer Müllentsorgung auf thermischer Basis bauen zu können.

Und nun, da sein alter Geschäftspartner Gerhard Goll aus der Chefetage der EnBW Abschied genommen hat, stellt dessen Nachfolger Utz Claassen die Anlage in Karlsruhe in Frage. Thermoselect droht mit einer Klage. Finanziell dürfte allerdings nichts mehr anbrennen. Gegen 300 Millionen Franken flossen bereits aus dem Badischen ins Tessin zur Thermoselect nach Locarno.

John Magnier | VS

Pferdezucht
500–600 Millionen

Der Welt populärster Fussballtrainer, Sir Alex Ferguson von Manchester United, versteht keinen Spass. Nach dem Streit mit seinem lange Zeit liebsten Schüler, David Beckham, zofft sich Ferguson mit der Welt erfolgreichstem Pferdezüchter, John Magnier, Ire mit Walliser Wahlwohnsitz in Verbier. War es bloss ein Werbegag (wie Magnier beteuert), oder hatte Sir Alex wirklich 50 Prozent des Vollblüters Rock of Gibraltar gekauft und 120 000 Pfund bezahlt? Wieso das wichtig ist? Der Vollblüter gewann dieses Jahr jede Menge hoch dotierte Rennen, klassierte sich als bester Meiler des Jahres und wechselt jetzt auf Magniers Deckstation Coolmore.

Jeder Sprung wird fortan laut Preisliste 69 000 Pfund kosten. Bei 250 Glücksmomenten im Jahr fliessen so über 17 Millionen Pfund in die Coolmore-Kasse, fast 50 Millionen Pfund bis 2006 – garantiert, weil sich frühestens im dritten Jahr zeigen kann, ob Rock of Gibraltar der (erhoffte) Spitzenvererber ist. Bis dahin pendelt der Hoffnungsträger, quasi wie ein Sextourist, von Kontinent zu Kontinent. Zu Magniers Erfolgsformel nämlich zählt, dass er den Hengst-Shuttle erfand und so die Decksaison in Europa (ab Januar) und Australien (ab Juli) voll auskosten kann.

Rolland-Yves Mauvernay | VD

Pharma
500–600 Millionen

Die westliche Bevölkerung wird immer älter; Alzheimer nimmt rapide zu. Bis zum Jahr 2025 werden 22 Millionen daran erkrankt sein.

Euphorisch bewertet die Pharmafachwelt ein Medikament aus den Forschungslabors der waadtländischen Debiopharm gegen diese Seniorenkrankheit. Debio-Gründer und CEO Rolland-Yves Mauvernay zeigt zu Recht Zuversicht. Ausserdem kaufte er in Lausanne für 25 Millionen Franken die frühere Schaltzentrale von André & Cie.

Karl Nicklaus | ZG

Beteiligungen
500–600 Millionen

Eine bemerkenswerte Leistung: 1994 kassierte Karl Nicklaus, Gründer der Chipautomatenfabrik Esec, beim IPO 100 Millionen Franken. Und als er die Firma im Herbst 2000 an Unaxis verkaufte, strich er gleich nochmals 500 Millionen Franken ein. Die Hände in den Schoss legen mochte Nicklaus deswegen aber nicht: Für schätzungsweise 75 Millionen erwarb er 30 Prozent an den Pilatus Flugzeugwerken.

Überdies ist Nicklaus mit seiner Future Finance Corporation an zahlreichen Technologiefirmen beteiligt. Eine davon ist Stoppani, die sich als Zulieferer für die Hightech-Industrie positioniert. Im September hat Stoppani im bernischen Neuenhof einen 15 500 Quadratmeter grossen Neubau eröffnet, in dem die Produktion verdreifacht und bereits 2004 der Umsatz verdoppelt werden soll. Auf der Kundenliste von Stoppani, wo Mehrheitsaktionär Nicklaus das Amt des VR-Präsidenten bekleidet, stehen übrigens auch Unaxis und Esec.

WERNER H. SPROSS | ZH

Garten- und Landschaftsbau | Finanzen | Immobilien
400–500 Millionen

78 Lenze zählt er, doch der «Gärtner der Nation» ist immer noch voller Saft und Kraft. Dennoch will er nun seine Nachfolgeplanung umsetzen: «So etwas muss man in dem Moment in die Wege leiten, wenn man es noch selber machen kann», betont er. Der kinderlose Selfmade-Millionär verschreibt sein Vermögen bis zu seinem 80. Geburtstag an die zu gründende Spross-Stiftung, an seinen Neffen Heinz Spross, Geschäftsführer der Spross Ga-La-Bau, sowie an Jörg Wymann, langjähriger Finanzchef der Spross-Gruppe.

Er überträgt zunächst die Kapitalmehrheit der Spross Holding, die Stimmenmehrheit wird er bis zu seinem Ableben behalten. Ausgenommen von dieser Transaktion sind 100 Millionen Franken. Dieses Geld will er behalten, «zur Absicherung des Lebens», wie er sagt. Vor allem für seine breit gefächerte Tätigkeit als Mäzen wird Spross auch künftig eine gut gefüllte Schatulle benötigen. Spross spendet jedes Jahr eine Million für wohltätige Organisationen, diesmal für das Ausbildungszentrum der Junioren des Grasshopper-Fussballklubs, bei dem er bis 1999 der wichtigste Investor war.

Spross stammt aus einfachen Verhältnissen. Er hat das grösste Gartenbauunternehmen der Schweiz und ein umfangreiches Immobilienportefeuille praktisch aus dem Nichts aufgebaut. «Meine Kraft kam aus der Armut», hat er jüngst in einem Interview gesagt. 50 Jahre lang war er jeden Morgen um vier Uhr im Büro, seit wenigen Jahren gönnt er sich eine zusätzliche Stunde Schlaf. Zu seinem bedeutenden Vermögen gehören neben der Gartenbaufirma und dem grossen Immobilienbesitz auch Finanzanlagen mit Beteiligungen an in- und ausländischen Blue-Chip-Unternehmen wie UBS oder Swiss Re.

Familien Auer, Spoerry, Schmidheiny | GL/ZH

Maschinen | Bau- und Industrieprodukte
400–500 Millionen

Nach dem Rückkauf von 40 000 Inhaberaktien halten die Familien Auer, Spoerry und Schmidheiny 74 Prozent an Conzzeta. Der Mischkonzern musste 2002 fast eine Halbierung des Betriebsgewinns verbuchen. Auch für 2003 kann VR-Präsident Jacob Schmidheiny ein erneut schwächeres Resultat nicht ausschliessen. Für das nächste Jahr zeigt sich die Konzernleitung aber optimistisch.

Familie Hirschmann | USA

Flugbetrieb
400–500 Millionen

Welch eine Familiengeschichte! Im Frühling hat die Witwe des Firmengründers das Privatjet- und Flugzeugunterhalts-Unternehmen Jet Aviation praktisch in die Hände der Münchner Anwaltskanzlei Gauweiler und Bub gegeben. CSU-Spezi Gauweiler und Bub kontrollieren inzwischen über den Aufsichtsrat die weltweit tätige Jet Aviation, die beinahe 500 Millionen Franken wert ist. Das weiss man ziemlich genau, weil praktisch jeder Wagniskapitalgeber Westeuropas im letzten Jahr seine Einschätzungen gemacht hatte. Denn die Jet Aviation stand lange zum Verkauf, bis … ja bis die Witwe ihre Unterschrift setzte.

Ernst Kaindl | LU

Holzwerkstoffe
400–500 Millionen

Als österreichischer Honorarkonsul in der Schweiz vertritt Ernst Kaindl seine Heimat in der Wahlheimat. Ganz diplomatisch unterstützt der Holzwerkstoff-Hersteller denn auch generös sowohl das Kunst- und Kulturzentrum Luzern (KKL) am Hauptwohnsitz als auch die Wiener Staatsoper. Aus Luzern steuert der 74-Jährige über seine Krono Holding Europas dominierenden Spanplattenpresser mit acht Produktionsstandorten und gegen 3700 Beschäftigten. Das neueste Werk mit Namen KronoStar lässt Kaindl gerade in Russland hochziehen.

Familie Stadler | SG

Industrie | Handel | Beteiligungen
400–500 Millionen

Premiere für Karl Stadler, als Vertreter der Gründerfamilie mit einem Aktienanteil von 39 Prozent im Verwaltungsrat der Industrie- und Handelsgruppe SFS tätig: Erstmals lüftete die SFS für 2002 den Ertragsschleier – 117 Millionen Franken Cashflow sowie 52 Millionen Gewinn bei hoher Eigenkapitalquote von 67,4 Prozent. Allerdings wäre der Umsatz (936 Millionen) ohne den Zukauf der amerikanischen Construction Fasteners leicht gesunken. Zweite Geschäftssäule ist die Polygena, die mit Maschinenkomponenten und Dienstleistungen 2002 einen Umsatz von 92 Millionen Franken erzielte.

Andreas Goer | ZG

Eisenbahn-Waggons
300–400 Millionen

Die Ahaus Alstätter Eisenbahn Holding (AAE) in Zug treibt seit 14 Jahren den europäischen Güterverkehr auf der Schiene mit immer neuem Wagenmaterial an. Neuerdings schickt VR-Präsident und Grossaktionär Andreas Goer seine AAE-Waggons auch auf die Breitspurschienen Russlands. Die stabile Geschäftsentwicklung bei sehr hoher Auslastung erlaubt der Goer-Gesellschaft ein jährliches Investitionsvolumen von gegen 90 Millionen Franken.

Gustav E. Grisard | BS

Bodenbeläge | Holzverarbeitung | Immobilien
300–400 Millionen

Nach dem Umbau der Hiag-Gruppe zur Beteiligungsgesellschaft und der Ausgliederung der Bodenbelagsabteilung in das schwedisch-schweizeri-sche Joint Venture Nyborg Flooring Industries (NFI, Hiag-Anteil 48,9 Prozent) hat sich der konsolidierte Umsatz der Gruppe glatt auf 334 Millionen Franken halbiert. Die nicht konsolidierte NFI-Beteiligung erzielt einen Umsatz von 439 Millionen Euro.

Die Hiag-Gruppe sitzt auf riesigen Immobilienreserven: Die rund eine Million Quadratmeter in der Schweiz stellen einen Verkehrswert von 350 Millionen Franken dar. Kontrolliert wird das ganze Gebilde von der Grisard Holding mit Sitz in Riehen BS und der Hiag Holding in Zug. Präsident ist Gustav E. Grisard (72). Als Delegierter und CEO amtet sein Sohn G. Felix Grisard.

Burkhart Grob | D

Werkzeugmaschinen | Flugzeugbau
300–400 Millionen

Senior Burkhart Grob (77) setzt darauf, seinem Maschinenbaukonzern durch den «Generationswechsel eine neue, jugendliche Dynamik zu geben». Adoptivsohn Christian Grob (36) soll «die Weichen in eine erfolgreiche Zukunft stellen». Gegen 3000 Mitarbeiter schaffen in den Grob-Werken im bayrischen Mindelheim, in Brasilien und in den USA, montieren komplette Fertigungsstrassen für Autofabriken. Der Patriarch mit Schweizer Wurzeln forciert seinen Nebenerwerb, die Luft- und Raumfahrt.

Peter Grogg | BL

Biochemie | Peptide
300–400 Millionen

Von Müssiggang ist bei Peter Grogg, dem Gründer des Biochemieunternehmens Bachem, auch nach seinem Abgang als CEO nicht viel zu merken. Montagmorgens um acht Uhr ist er bereits telefonisch erreichbar – bei Bachem, wo er als Verwaltungsratspräsident fungiert. Daneben ist der 61-Jährige einer der erfolgreichsten Verwaltungsratsmandate-Sammler der Schweiz. So sitzt Grogg bei zehn Unternehmen im Verwaltungsrat und betätigt sich bei fünf weiteren als Business-Angel. «Die Finanzanlagen von Bachem musste ich konservativ verwalten. Mit meinem Privatvermögen kann ich dieses Risiko eingehen», so Grogg.

Familie Hipp | OW

Nahrungsmittel
300–400 Millionen

Die jüngste Innovation der Bio Familia in Sachseln OW, Müesli in Clusterform oder, übersetzt, Knabberriegel Fit-Crisp, schwächelt noch im Verkauf, obwohl Geschäftsführer Hans-Peter Binz schwört: «Besser kann man einen Müesli-Riegel nicht machen.» Nämlich «mit weniger als fünf Prozent Fett und knusprig». Die Inhaber des Müesli-Pioniers Bio Familia, die Familie Hipp, wird die schleppende Nachfrage bei ihrer Firmentochter in Obwalden verschmerzen. Auf rund 400 Millionen Franken schätzt die Lebensmittelbranche den Gesamtumsatz der Hipp-Gruppe. Ihr Hauptmarkt bleibt Deutschland. Mit dem Schweizer Claus Hipp als Werbe-Ikone verkauft die Familienfirma vorwiegend Bébénahrung. In Sachseln planen die Inhaber fürs kommende Jahr Investitionen von gegen zwei Millionen Franken.

Gottlieb Knoch | ZH

Feinchemie
300–400 Millionen

Es war die Zeit der grossen Euphorie, als der Peptide-Hersteller Bachem 1998 an die Börse ging. Entsprechend glücklich schätzen durfte sich, wer damals ein Stück vom Kuchen abschneiden konnte. Gottlieb Knoch hat mit dem sukzessiven Verkauf seiner Bachem-Titel schätzungsweise 250 Millionen Franken verdient. Mittlerweile ist der Anteil des Vice Chairman der Firma auf 8,6 Prozent gesunken. Und die sind nicht mehr wie vor drei Jahren mehr als 130 Millionen, sondern gerade noch 74 Millionen Franken wert. Besserung ist nicht in Sicht: Innert Jahresfrist verloren die Bachem-Valoren deutlich, während der SPI mehr als zehn Prozent zulegte.

Gernot Langes-Swarovski | ZG

Kristallglas
300–400 Millionen

Wächst die Sippe, steht eine Familienfirma irgendwann vor der Entscheidung, wie es mit einer Kapital- und Stimmenaufteilung weitergehen könnte. Beim österreichischen Swarovski-Clan, Weltmeister der Kristallglasschleiferei, wird offenbar heftig diskutiert, ob die drei Familienzweige mit gegen fünf Dutzend Teilhabern und insgesamt inzwischen gegen 200 Nachkommen des Gründers Daniel Swarovski den Konzern mit seinen drei Sparten aufteilen sollten.

Der Wahlschweizer Gernot Langes-Swarovski, VR-Präsident der Dachgesellschaft Swarovski International Holding in Meilen ZH und privat in Zug domizilierend, trägt den stärksten Trumpf in der Hand: den mit 27,5 Prozent grössten Firmenanteil. Der 60-Jährige soll sich vorstellen können, die gesamte Produktion von Glasschmucksteinen, Schleifscheiben (Tyrolit) und optischen Geräten mit 2,6 Milliarden Franken Verkaufserlösen dem Rest des verzweigten Clans zu überlassen – gegen üppige Zahlung von Lizenzgebühren.

CHARLES VON GRAFFENRIED | BE

Medien | Immobilien | Vermögensverwaltung
300–400 Millionen

Der 78-jährige Bernburger Charles von Graffenried (im Bild mit Gattin Christine) hat sich endlich seinen grössten Wunsch ermöglichen können. Mehr als zehn Jahre nach dem vorläufigen Scheitern derartiger Pläne erreichte ihn im Juni an seinem Feriendomizil in Cannes die Nachricht, dass der Deal zwischen «seiner» Espace Media Groupe, der Herausgeberin der «Berner Zeitung», und der zweiten Berner Tageszeitung, dem finanziell schwer angeschlagenen «Bund», zu Stande gekommen sei. Die Espace Media Groupe, an der von Graffenried 21 Prozent hält, übernimmt von der bisher beim «Bund» tonangebenden NZZ-Gruppe vierzig Prozent der Aktien. Vierzig Prozent behält die NZZ, zwanzig Prozent bleiben bei der Inseratevermittlerin Publicitas, einer Tochter der börsennotierten PubliGroupe. Über die Höhe des Kaufpreises haben die Beteiligten Stillschweigen beschlossen, doch kann davon ausgegangen werden, dass der schlaue Taktierer und Stratege von Graffenried erstens gut gespielt und zweitens die nicht eben leichte Situation der «Neuen Zürcher Zeitung» ausgenutzt hat.

Was Wunder, freut sich Charles von Graffenried über ein Riesenjahr. Will man den Angaben aus seinem durch Albert («Polo») Stäheli seit 22 Jahren gut und schlank geführten Hause glauben, so trägt auch die jüngste Entwicklung in Solothurn zur guten Laune des obersten Chefs bei. Dort macht sich die Expansion der BZ gut. Von täglich 4500 verkauften Exemplaren wird berichtet – was angesichts der Abwehrbemühungen der «Solothurner Zeitung» ein Erfolg wäre. Diese ist übrigens nur noch bis 2005 vertraglich an den Verbund mit der «Aargauer Zeitung» von Peter Wanner gebunden. Steter Berner Druck könnte die Solothurner mittelfristig doch noch ins Boot der Hauptstädter steigen lassen.

Familie Schroff | ZH

Computer und Zubehör | Messgeräte
300–400 Millionen

Auf ein «ganz ordentliches Geschäftsjahr» kann Susanna Schroff, Geschäftsführerin der Rotronic, zurückblicken. Knapp sieben Prozent Wachstum auf rund 155 Millionen Franken Umsatz, das ist mehr als nur «ganz ordentlich» im Markt für Computersysteme und -zubehör, der auch dieses Jahr stark unter Druck stand. Rotronics Wachstum kam hauptsächlich durch gestiegenen Export und das gut laufende Geschäft mit Messgeräten zu Stande.

Die komfortable Situation an der Verkaufsfront erlaubt es der Chefin des Familienunternehmens, genügend Zeit für ihre Stiftungen aufzuwenden: Die Gunther Schroff Stiftung (benannt nach dem Familienvater, der in den Sechzigerjahren mit lektronikgehäusen den Grundstein des heutigen Vermögens legte) unterstützt ein Diabetiker-Krankenhaus in Indien und hilft Frauen auf dem Subkontinent mit Mikrokrediten beim Einstieg in das Unternehmertum. Eine zweite Familienstiftung fördert einen Lehrstuhl zum Thema Informationswirtschaft an der Uni Karlsruhe.

Anton Wolfgang von Faber-Castell | ZH

Schreibgeräte | Kunst
300–400 Millionen

Da nützt der beste Spitzer nichts. Mit Ausnahme von Europa blieb das internationale Schreibgerätegeschäft des Grafen von Faber-Castell zuletzt stumpf. Das Währungschaos des brasilianischen Real zog den Gruppenumsatz im Geschäftsjahr 2002/03 um rund acht Prozent runter auf 276,4 Millionen Euro. Und auch in den ersten fünf Monaten des neuen Rechnungsjahres blieb das konsolidierte Gruppengeschäft um 13 Prozent unter der vorherigen
Vergleichsperiode.

Gebrüder Alpstäg | NW

Dämmstoffe | Fensterbau
200–300 Millionen

Nach dem Verkauf der Mineralwollaktivitäten und dem Going-private ihrer Alcopor haben Georges und Bernhard Alpstäg ihre Anteile zwar entflochten und beziffert, das Vermögen allerdings noch nicht geteilt. Georges Alpstäg tritt nun kürzer, bleibt aber Minderheitsaktionär in der Familienholding Swisspor, in der die Dämmstoff- und Fensterfabriken untergebracht sind. Bernhard Alpstäg ist Chef und Mehrheitsaktionär.

Die Swisspor expandiert mit einem weiteren Zukauf in Polen, für 2003 wird ein Umsatz von 300 Millionen Franken erwartet. Die schwierigen Zeiten schrecken Bernhard Alpstäg nicht: «Wir nutzen die Oportunitäten, um uns fit zu halten.» Ein erstes Muster seines Tatendrangs lieferte er mit dem Zukauf der Eternit. Eine riskante Akquisition, sind doch die Asbest-Nachwehen noch nicht ausgestanden.

Familie Amon | VD

Druckfarben
200–300 Millionen

Die 1927 gegründete Sicpa-Gruppe ist einer der weltweit grössten Hersteller von Sicherheitsdruckfarben für die Verpackungsindustrie und für Banknoten. Ihre Produkte werden unter anderem für den Druck des neuen Schweizer Passes verwendet. Sicpa hat ihren Sitz in Prilly VD und erwirtschaftet mit 3600 Mitarbeitern auf fünf Kontinenten einen Jahresumsatz von einer Milliarde Franken. Zurzeit stehen Maurice und Philippe Amon, die Enkel des Gründers, an der Spitze des diskreten Familienunternehmens.

Ulrich Leo Bettermann | NW

Bauzubehör
200–300 Millionen

Als der Fernsehhit «Wetten, dass …?» im Frühling live aus Luzern auf Sendung ging, führte im Hintergrund der Nidwalder Unternehmer Ulrich Leo Bettermann Regie. Der marktführende Hersteller von Elektroinstallationsgeräten mit Werken in Wolfenschiessen NW, Deutschland und Ungarn liess erfolgreich die Drähte glühen zu TV-Moderator Thomas Gottschalk, einem persönlichen Freund. Einfallsreich ist der 57-Jährige auch als Arbeitgeber. Verwurzelt in einer ländlichen Region, richtete er für die Wochenenden «Bauernschichten» ein: Samstags und sonntags arbeiten bei Bettermann Landwirte, die an Werktagen ihre Höfe bestellen.

Peter Gmür | ZH

Medien
200–300 Millionen

Wieder unter dem alten Markennamen Cinecom akquirieren Angestellte von Peter Gmür Werbekunden für Kino und Fernsehsender in der Schweiz und Österreich. Nachdem der Werbeprofi im Vorjahr die Aktien des Vermarkters RMB Switzerland und RMB Austria übernommen hatte, «stand der Name RMB nicht zur Verfügung». Cinecom klingt eh schöner. «Das Geschäft entwickelt sich gut», sagt Gmür. Gegen 80 Millionen Franken Bruttoumsatz bucht allein Cinecom Schweiz und hat bei den Kinos einen Marktanteil von «über 90 Prozent».

Familie Habegger | BL

Antriebs- und Fördertechnik
200–300 Millionen

Die Habasit-Gruppe mit Sitz in Reinach BL und weltweit rund 2200 Beschäftigten ist ein Familienunternehmen, das auf die Produktion und den Vertrieb von Transportbändern und Antriebsriemen spezialisiert ist. Es investiert jährlich acht Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung, wo etwa 15 Prozent der 400 in Reinach Beschäftigten arbeiten. Eine langfristige Unternehmenspolitik zahlt sich in schwierigen Zeiten aus: Die aus 25 Töchtern bestehende Gruppe steigerte ihren Umsatz 2002 in einem rückläufigen Weltmarkt auf 422 Millionen Franken. Im Verwaltungsrat sitzen die Mitgründerin Alice Habegger und ihr Sohn Thomas Habegger.

Familie Haid | ZH

Detailhandel
200–300 Millionen

Clas Ohlson ist hier zu Lande kein Begriff, wohl aber in Schweden und Norwegen: Dort setzt die Grossmarktkette mit Do-it-yourself-Produkten rund 350 Millionen Franken um, Tendenz stark steigend. Mary Haid, die Tochter des Firmengründers, besitzt 29 Prozent der an der Stockholmer Börse kotierten Aktien. Ihr Sohn Björn sitzt im VR des Unternehmens. Die Familie geniesst am Zürichsee das milde Schweizer Steuerklima.

Uwe Holy | TG

Männermode | Beteiligungen
200–300 Millionen

Der Prachtbau des Modemultimillionärs Uwe Holy mit mehr als 15 000 Quadratmetern Umschwung auf dem Ermatinger Ulmberg oberhalb des Bodensees steht vor der Vollendung. 2003 wird der Hausherr standesgemäss in seiner thurgauischen Wahlheimat residieren und seine Bildersammlung aufhängen können. Vielleicht kreuzt der 63-Jährige dann öfter mit dem Fahrrad bei seiner Firma Strellson im benachbarten Kreuzlingen auf. Ins Tagesgeschäft will er weniger eingreifen. Sohn Marc werde im kommenden Jahr die Holding übernehmen und parallel die Joop GmbH in Hamburg sanieren, kündigt der stolze Vater an.

Familie Lamunière | VD

Medien
200–300 Millionen

Pierre Lamunière, CEO des grössten Westschweizer Verlagshauses Edipresse mit den Blättern «24heures», «Tribune de Genève», «Le Matin» und «Bilan», hat insgeheim ein Ziel: seinen Freund Michael Ringier und dessen noch führende Familienfirma mittelfristig vom ersten Verleger-Rang in der Gesamtschweiz zu verdrängen. Zur Freude der (familienfremden) Investoren, aber natürlich auch der 38,5-Prozent-Teilhaber des Lamunière-Clans hat die Edipresse-Aktie selbst im gegenwärtig schwierigen Medienbusiness mehr als 20 Prozent zugelegt.

Hans Ulrich Lehmann | ZH

Mobiltelefone
200–300 Millionen

Handykönig Hans Ulrich Lehmann blickt auf ein «durchzogenes Jahr» zurück. Die Handykette Mobilezone musste ihre Deutschland-Expansion begraben, die Elektronikkette Best Buy wird liquidiert. Auch die Autronic, der Schweiz grösster Handyimporteur, meldet rückläufige Zahlen. Wettgemacht wurden diese Einbussen unter anderem von den WLAN-Betreibern Monzoon sowie The Terminal Company, die durch den Boom des drahtlosen Internetzugangs an Wert gewonnen haben.

John MacBain | GE

Verlag
200–300 Millionen

John MacBain hat 1987 in Kanada zusammen mit seiner Frau Louise, von der er heute getrennt lebt, Trader.com gegründet. Das börsenkotierte Unternehmen wurde mittlerweile in Trader Classified Media umbenannt. Via 60 Websites in 20 Ländern sowie mehr als 300 Publikationen werden Dienstleistungen im Kleinanzeigenbereich angeboten.

Jürg Marquard | ZH

Medien
200–300 Millionen

Einst schaffte Jürg Marquard als erster Hitparaden-Moderator der Schweizer Radiogeschichte den Einstieg ins Big Business: Bei zehn Freunden lieh er sich in den Sechzigerjahren je 200 Franken, um sein erstes Medienprojekt zu erwerben. Heute steuert der Zürcher ein Magazin-Imperium mit Titeln wie «Playboy, «Shape» oder «Cosmopolitan» in Deutschland, Österreich, Ungarn und Polen. Marquard selbst hat sich vor vier Jahren aus dem operativen Geschäft zurückgezogen.

Peter May | ZH

Brauerei | Immobilien
200–300 Millionen

Wer in den Medien so viel Lob zum 70. Geburtstag erhält wie Ehrensenator und Honorarkonsul Peter May, kann auf sein Lebenswerk stolz sein. Die Herausforderung für den Mehrheitsaktionär und Vorstandschef der börsenkotierten Stuttgarter Hofbräu AG könnte noch zunehmen: Mit der belgischen Interbrew nistet sich gerade der zweitgrösste Braugigant der Welt in Mays Nachbarschaft ein, bei der Dinkelacker-Brauerei in München.

Die Hofbräu-Mehrheit bunkert May bei der Brasserie Holding an der Goldküste Zürichs. Via Hofbräu kontrolliert der Schweizer zwölf Prozent der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG in Berlin, die drei Viertel des deutschen Coke-Business kanalisiert.

Franziska und Erwin Reinhardt-Scherz | BE

Medien | Papier
200–300 Millionen

Keine Veränderungen bei ihren Vermögenswerten haben dieses Jahr Franziska und Erwin Reinhardt-Scherz erfahren. Sie kontrollieren den grösseren Teil der Espace Media Groupe, im Verbund mit Charles von Graffenried. Den Verlegern Reinhardt und von Graffenried ist es dieses Jahr gelungen, Nähe zur zweiten grossen Berner Tageszeitung, dem «Bund», herzustellen. Die Espace Media Groupe hat 40 Prozent der Anteile erworben.

Familie Richterich | BL

Nahrungsmittel
200–300 Millionen

Ertragszahlen hält das Familienunternehmen Ricola, geführt von Felix Richterich, unter Verschluss. Der Umsatz der Kräuterbonbon-Firma mit Filialen in New York und Singapur fiel im Jahr 2002 um 1,7 Prozent auf 228 Millionen Franken. Nun stellt sich Ricola auf einen noch härteren Wettbewerb ein. Richterichs Credo: «Als Kleiner kann man sich nur behaupten, wenn man fokussiert und sich spezialisiert.» Die jüngste Markenstudie der Werbeagentur Advico Young & Rubicam bestätigt seinen Kurs: Ricola hat den Sprung unter die bekanntesten 20 Brands in der Schweiz geschafft.

Walter Ruf | TG

Maschinenbau
200–300 Millionen

Walter Ruf senior, Exbesitzer der Mowag-Panzerwagenfabrik, ist knapp vor seinem 100. Geburtstag verstorben. Nun verwaltet sein diskreter Sohn – Anfragen bleiben unbeantwortet – den Mowag-Verkaufserlös von rund 200 Millionen Franken. Walter Ruf junior ist Inhaber und Verwaltungsratspräsident der Turbo-Separator in Wattwil SG, eines Unternehmens, das sich auf Zentrifugen und Filteranlagen spezialisiert hat.

Familie Spreng | BE

Sicherheitsdienstleistungen und -technik
200–300 Millionen

In fast einem Jahrhundert Aufbauarbeit hat es die Securitas-Gruppe geschafft, in der Schweiz zum Synonym für private Sicherheitsdienste zu werden. In dritter Generation leitet Samuel Spreng die Geschicke der schweizweit und international tätigen Berner Unternehmensgruppe mit 7000 Angestellten. Der Gruppenumsatz lag 2001 bei 686 Millionen Franken – der im Schweizer Markt führenden Hauptfirma Securitas gelang es, den Umsatz innerhalb zweier Jahre um 18 Prozent auf schätzungsweise 320 Millionen zu erhöhen.

Familie Tschudi | SG

Mischkonzern
200–300 Millionen

«Eine Familiengesellschaft ist immer noch zeitgemäss», betont Franziska Tschudi, «sie bürgt für ein privates Engagement, das auf Langfristigkeit ausgelegt ist.» Für die 44-jährige Anwältin, die seit zwei Jahren die Rapperswiler Wicor-Gruppe führt, ist ein Börsengang kein Thema. Die Familie will nicht Kasse machen, sondern das Unternehmen weiterentwickeln – und kämpft mit der garstigen Konjunktur. Die Akquisition grosser Aufträge in der Kunststofftechnologie lief zwar erfreulich, das Geschäft mit Hochspannungsisolation litt aber unter der Investitionsflaute im Energiesektor. Die Bewertung der Gruppe, an der die Familie 90 Prozent hält, dürfte deshalb gesunken sein.

Familie Walo Bertschinger | ZH

Bau | Beteiligungen
200–300 Millionen

Die traditionelle Branche der Walo-Bertschinger-Sippe, der Hoch- und Tiefbau, rüstet aktuell eher ab. Die landesweite Baukrise tangiert dagegen die Zürcher Platzhirsche nicht. «Uns geht es sehr gut», sagt Walo Peter Bertschinger, VR-Delegierter der Führungsfirma Bertschinger Central. Der 46-jährige Baumeister mauert, wenn es um Gewinndaten geht: «Wir sind eine reine Familiengesellschaft.» Den Umsatz im zuletzt abgerechneten Jahr 2002 beziffert die Holding, formell geleitet von Senior Walo Boris Bertschinger, mit 509 Millionen Franken.

Junior Walo Peter fusst auch privat auf stabilem Fundament. Ehefrau Barbara stammt als Tochter von Thomas Bär aus dem Bankierclan. Ihr Grossvater Franz-Benno Wolff-Limper hatte sein eigenes Unternehmen, die deutschen Siegel-Reinigungsmittel-Werke (Marken: Sidol, Sidolin), für rund 200 Millionen Franken an den Waschmittelriesen Henkel (Persil) verkauft und sich mit dem Batzen an den Albis abgesetzt.

BRUNO UND ELISABETH MARAZZI | BE

Bau- und Generalunternehmen
100–200 Millionen

Mancher Bauunternehmer hat derzeit eine unfreiwillige Hauptbeschäftigung: am Schreibtisch sitzen und auf das Läuten des Telefons warten. Bruno Marazzi hingegen dürfte froh sein, wenn das Telefon nicht klingelt und er schon wieder jemanden vertrösten muss, weil er keine Kapazitäten hat, um ausführungsreife Projekte wie etwa Überbauungen in Ostermundigen oder Belp in Angriff zu nehmen. Das Bauunternehmen des 57-Jährigen mit Sitz in Muri und Langnau, das rund 400 Personen beschäftigt, ist jedenfalls auf Jahre hinaus ausgebucht. Und bei manchen Projekten muss die Totalunternehmerin, die von der Gesamtplanung über die Mieter- und Investorensuche bis zur Bauausführung alles anbietet, gar die Baumeisterarbeiten an andere Firmen weitergeben.

Einen Namen gemacht hat sich die Marazzi Holding, in deren Verwaltungsrat neben dem Patron auch dessen Gattin Elisabeth sitzt, insbesondere als innovative Stadionbauerin: Nach Marazzis erstem Streich mit dem Basler St.-Jakob-Park folgte der zweite mit dem neuen Nationalstadion Wankdorf, das im Sommer 2005 eröffnet wird. Und bereits plant der auch als Segler ausserordentlich erfolgreiche Bauunternehmer in Thun ein 150 Millionen Franken teures multifunktionales Fussballstadion mit 6000 Sitzplätzen. Kosten für die öffentliche Hand dank der genialischen Mantelnutzung: null Schweizerfranken.

Familie André | VD

Reederei | Flugverkehr
100–200 Millionen

Die Familie André, einst eine der weltweit grössten Handelsgesellschaften für Rohstoffe, kontrolliert via die Oceana Shipping die Reederei Suisse-Atlantique, die sieben Transportschiffe für Schüttgut und drei Containerschiffe betreibt. Anfang der Neunzigerjahre hat Eric André die Mehrheit an der Luftfahrtgesellschaft Farnair übernommen. Diese ist heute mit 22 Flugzeugen im Postexpress-Flugverkehr in Europa tätig; das sind lediglich noch halb so viele Maschinen, wie vor zwei Jahren gezählt wurden. Eine herbe Enttäuschung für die Familie André, die grosse Hoffnungen in diesen zweiten Geschäftsbereich steckte.

Familie Barth | AG

Getränke
100–200 Millionen

Den Namen Barth kennen nur wenige, das von der Familie vertriebene Produkt dafür alle. Rivella, das auf Milchbasis hergestellte Süssgetränk, sorgt für den grössten Teil des Gesamtumsatzes des Unternehmens von rund 150 Millionen Franken – neben den Fruchtsäften der Marke Michel. Rivella, gesteuert über die Robarth Holding, befindet sich immer noch im Familienbesitz. Geleitet wird das Unternehmen von Alexander Barth, dem ältesten Sohn des Firmendoyens Robert Barth.

Familie Bechtler | ZH

Mischkonzern
100–200 Millionen

Zu reden gab in diesem Jahr die Nachricht, dass die Lüftungsspezialisten von Zellweger Luwa vor gut zwanzig Jahren Saddam Husseins Bunker in Bagdad mit Filtern ausgerüstet haben – legal übrigens. Hauptereignis jedoch war das Going-private des Konzerns. Gleichzeitig wurde die Textilelektronik von Zellweger Uster, neu Uster Technologies, an das Management und zwei amerikanische Finanzgesellschaften verkauft, was 115 Millionen Franken einbrachte. Luwa (Klimatechnik) und die Sparte Gasanalytik gehören 18 Jahre nach dem Börsengang wieder vollständig der Familie Bechtler, die auch den Wäschehersteller Schiesser besitzt. Kunstmäzen und Multiverwaltungsrat Thomas W. Bechtler (54) will nun die Restrukturierung der beiden verbleibenden Konzernsparten an die Hand nehmen.

Jørgen Bodum | LU

Haushaltwaren | Bürobedarf
100–200 Millionen

Optimistisch blickt Jørgen Bodum in die Zukunft. Der Chef des Haushaltgeräte-Multis mit Hauptsitz in Triengen LU erwartet «eine sehr interessante Zeit, die dynamisch sein und in der sich vieles ändern wird». Der Wahlschweizer mit dänischem Pass räumt derzeit mächtig in der Filialkette des Homeoffice-Spezialisten Ordning & Reda auf. Diese schwedische Gruppe mit 35 Verkaufsgeschäften in Europa hat Bodum unlängst übernommen. Im Kerngeschäft brühte Bodum zuletzt den Umsatz um 15 Prozent auf. In Europa, den USA und in Japan eröffnete die Firma seit 2002 15 neue Bodum-Stores.

Daniel Borel | VD

Elektronik
100–200 Millionen

Das US-Magazin «Time» feiert den Schweizer Elektronik-Entrepreneur Daniel Borel als «Guru», der den «tödlichen Tech-Crash überlebte». Der bald 54-jährige Vater der Logitech-Computermaus (und von drei leiblichen Kindern) feierte im September den Verkauf der 500-millionsten Maus. Der VR-Präsident der Logitech in Romanel sur Morges VD sicherte deren Existenz mit einer Doppelstrategie. Borel liess Fabriken in Irland und den USA dichtmachen und verlegte die Produktion ins Niedrigstlohnland China. Ausserdem erweiterte er das Sortiment. 80 Prozent der Verkaufserlöse von 1,3 Milliarden Franken streicht Logitech im Detailhandel ein, zur Hälfte mit Webcams, Joysticks und anderem Computerzubehör. Der ETH-Ingenieur Borel besitzt noch kanpp sieben Prozent des Logitech-Kapitals.

Konrad Bratschi | BE

Vorhangsysteme
100–200 Millionen

Konrad Bratschi machte den Erfindungsreichtum seines Schwiegervaters zu Geld: Anfang der Fünfzigerjahre erfand Alexander Weber die geräuschlose Vorhangschiene, nach der er seine Firma benannte: Silent Gliss. Bratschi, der Freund und spätere Gatte seiner Tochter, wurde Webers erster Mitarbeiter und kaufte ihm 1964 für 10 000 Franken seine Firma ab. Heute ist Silent Gliss mit etwa 800 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 160 Millionen Franken in diesem Jahr weltweit die Nummer eins. Der Betrieb soll in Familienhand bleiben: Wenn sich der 65-jährige Bratschi 2005 aufs Verwaltungsratspräsidium zurückzieht, übernimmt Sohn Bernhard (37) die operative Leitung; schon heute ist er in der Geschäftsleitung zuständig für Nordamerika, Asien und Australien.

Karl-Walter Braun | OW

Elektronik
100–200 Millionen

Nach zwei Jahren mit gedrosselter Drehgeschwindigkeit brummt das Business bei Maxon Motor in Sachseln OW wieder im hochtourigen Bereich. Grossaktionär Karl-Walter Braun rätselt: «Füllen Kunden nur ihre leeren Lager auf, oder zieht die Konjunktur an?» Zwar nicht für den Umsatz (gegen 160 Millionen Franken), wohl aber für das Image wichtig, kann sich Maxon Exklusivzulieferer der Raumfahrtindustrie nennen. Nachdem die Weltraumbehörde Nasa für ihre Mars-Expeditionsfahrzeuge Maxon- Motoren geordert hat, sorgen diese Miniantriebe nun auch für Fortbewegung bei der europäischen Mars-Mission «und bei den Japanern, die ein Forschungsgerät auf einem Asteroiden landen lassen wollen» (Braun).

Werner Braun | OW

Apparate
100–200 Millionen

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten bei der Firma Elfo in Sachseln OW konzentriert sich der Betrieb auf das ursprüngliche Kerngeschäft, den Kunststoffspritzguss. Im Auftrag des Eigentümers Werner Braun leitete dessen (Finanz-)Berater Emil Flückinger von der RCI Unternehmensberatung in Hergiswil NW einen Spin-off ein. Der Elfo-Ableger Eldesign landete bei dem Automobilzulieferer Sarnamotive Schweiz in Emmenbrücke LU; bei der zweiten Tochter, Elmicron, reduzierte der als introvertierter Tüftler beschriebene Braun seinen Anteil massiv. Der Erbe aus der Braun-Rasierer-Familie besitzt weitere Assets in Deutschland, beispielsweise den für seine Fleischwölfe und Haushaltsschneidemaschinen gerühmten Gerätehersteller Ritterwerk in Gröbenzell bei München.

Philippe Olivier Burger | ZH

Bekleidung
100–200 Millionen

Statt einen Veston zu kaufen, gibt man den alten halt noch einmal in die chemische Reinigung: Das schont in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das Haushaltsbudget – und macht dem Bekleidungsmarkt zu schaffen. Die PKZ-Gruppe mit dem grössten Schweizer Herrenausstatter PKZ, der Damenmodekette Feldpausch und den trendigen Blue-Dog-Geschäften müsste unter solchen Umständen auf Wahrung des Besitzstandes setzen.

Auch Philippe Olivier Burger (49), dem die Firma zu 80 Prozent gehört, spürt die Kaufzurückhaltung. 2002 eröffnete er an der Zürcher Bahnhofstrasse das grösste Herren-Designmodehaus der Schweiz, dem er schnörkellos den Namen «Burger» gab. Die Zahlen bestätigen sein Selbstbewusstsein: In 55 Läden erwirtschaftete die in Urdorf ZH domizilierte Gruppe 2002 mit 560 Mitarbeitenden 215 Millionen Franken Umsatz – bloss einen Hauch weniger als im Rekordjahr 2001 und immer noch mit einem für die Branche bestaunenswerten Cashflow von über zehn Prozent.

Cäsar W. Grob | ZH

Textilmaschinen
100–200 Millionen

Gerade bevor sich über der Textilmaschinen-Branche düstere Wolken zusammenballten, hatte Cäsar W. Grob die Grob Horgen 2000 an die deutsche Groz-Beckert-Gruppe verkauft. 2002 kündigte der Hersteller von Webmaschinenzubehör die Aufgabe des Standorts Thusis und damit einen Verlust von 50 Stellen an. Im letzten Juni gab er eine weitere Restrukturierung bekannt: Bis Ende 2004 wird der Standort Mühlehorn aufgegeben, was 70 Stellen kosten wird. Gleich viele gehen in Lachen verloren, weitere 55 am Hauptsitz in Horgen.

Familie Hauser | ZH

Maschinen
100–200 Millionen

Nachdem 2002 von Restrukturierungen geprägt gewesen ist und mit einem Reinverlust geendet hat, geht es mit Bucher Industries wieder sachte aufwärts. Die chronisch defizitäre Laeis Bucher Technology (Maschinen) soll an die italienische Sacmi verkauft werden. Wichtigster Bereich bleiben die Landmaschinen (Kuhn Group), wo die Osterweiterung der EU Chancen eröffnet. Der vielfältige Konzern mit Sitz in Niederweningen, der Spezialmaschinen und Fahrzeuge herstellt, wird mit einem Anteil von einem Drittel von den Nachfahren der Familie Bucher-Guyer kontrolliert. 2001 zog sich VR-Präsident Rudolf Hauser (66) aus dem operativen Geschäft zurück, nun übergab sein Vize Thomas W. Hauser (63) die Leitung des Bereichs Hydraulics in jüngere Hände.

Diether Klingelnberg | TI

Maschinenbau
100–200 Millionen

Ganz angekommen ist der deutsche Maschinenbauer Diether Klingelnberg noch nicht im Tessin. «Im nächsten Jahr» wird der Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie aber seinen bisherigen Nebenwohnsitz in der Sonnenstube als Lebensmittelpunkt deklarieren. «Auch mein Sohn zieht in die Schweiz.»

Das Hauptquartier seiner Firma, deren Spezialität Maschinen für die Fertigung von Zahnrädern sind, hat er vor Jahren schon nach Zürich verlegt. Unter dem Dach der Oerlikon Geartec laufen nun die Drähte der Gruppe mit Niederlassungen in 18 Ländern und rund 350 Millionen Franken Umsatz zusammen. «Die Produktion ist in der Schweiz um 15 Prozent billiger als in Deutschland», rechnet der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau vor.

Hans («Hausi») Leutenegger | SZ

Regie- und Montagefirmen
100–200 Millionen

Ursprünglich durften es nur wenige wissen, doch «Hausi» bleibt sich treu: Nachdem er Tele Züri und die «Schweizer Illustrierte» bei sich zu Hause empfangen hat, weiss nun die «ganze Welt», dass er seinen Steuersitz nach Schwyz verlegt hat. Seine Cash-Maschine, die Firma für Montage in Regie, die 1000 Lohnbezüger zählt, leidet unter der misslichen Wirtschaftslage. Der Umsatz der Hans Leutenegger AG ist um fünf Prozent zurückgegangen und dürfte unter 90 Millionen liegen.

Mit Franco Bianchi, dem Mann von Ex-Raichle-Besitzerin Beatrice Werhahn, hat Leutenegger einen Immobilien-Fachmann als Verwaltungsrat für seine Immobilien gewinnen können. Noch zögerlich bereitet der 63-Jährige seine Ablösung vor. «Die Jungen kommen», macht er sich Mut. Gemeint sind Schwiegersohn und Sohn, die im Familienunternehmen tätig sind.

Robert A. («Bob») Lutz | GR

Automobilindustrie
100–200 Millionen

Geboren in Zürich, startete der Bankierssohn Robert A. («Bob») Lutz seine Karriere in der US-Automobilindustrie mit Stationen bei General Motors, Ford, Chrysler und BMW. Mit bald 72 Jahren lenkt der doppelte Staatsbürger mit Domizil bei Detroit und im Engadin wieder souverän das Fahrzeugbusiness dort, wo der ehemalige Düsenjägerpilot vor genau 40 Jahren gestartet hat – als Vice-Chairman bei GM. Seine eidgenössischen Wurzeln kaschiert er nicht: Lutz parliert Schwiizertüütsch und Englisch mit Schweizer Akzent.

Familie Pfenniger | LU

Bürstenproduktion
100–200 Millionen

Seit vier Jahren steht bei der Trisa die vierte Pfenniger-Generation auf der Kommandobrücke. Nun zeigt sich, dass Adrian und Philipp Pfenniger viel vom unternehmerischen Elan des Vaters Ernst geerbt haben. 2002 übersprang der Gewinn erstmals die Zehn-Millionen-Franken-Marke.

Ruedi Reisdorf | BL

Spedition
100–200 Millionen

Andere Männer seines Alters sind längst pensioniert, nicht so Ruedi Reisdorf. Getreu seinem Motto «Arbeit ist mein Sport» arbeitet der 76-Jährige neun Stunden täglich am Firmensitz der Fracht AG in Basel, die ihm und seinem Sohn gehört. Ein wenig habe es schon an ihm genagt, als er das VR-Präsidium an Ruedi junior übergab und sich aufs Vizepräsidium zurückzog, so Reisdorf, doch nun sehe er voller Zufriedenheit, wie gut er mit seinem Sohn im Team funktioniere. Seit der Juniorchef die Nachfolge angetreten hat, ist ein Verkauf der Firma kein Thema mehr.

Familie Saager | ZH

Medien | Wein
100–200 Millionen

Seit Generationen unterhält die Familie Saager enge Verbindungen zu Südafrika. Bruno M. Saager baute in den Fünfzigerjahren als Generaldirektor das Goldgeschäft mit Südafrika bei der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) auf. Sein Sohn Hansjürg gilt als einer der besten Südafrika-Kenner der Schweiz. Die Familie unterhält in Südafrika die Eikendal Vineyards, eine Gesellschaft, die zwei Weingüter betreibt. Hansjürg Saager ist Geschäftsführer der AG für Wirtschaftspublikationen, die ihm zur Hälfte gehört. Sein Bruder Rudolf ist emeritierter Geologie-Professor der ETH Zürich.

Martin und Christoph Schoeller | GR

Getränkeharasse
100–200 Millionen

Martin A. und Christoph Schoeller, Bürger von Castaneda GR, kennt man weniger. Mindestens eines ihrer Produkte dürfte aber jeder schon mal getragen haben: Bier- und Mineralwasserkästen. Rund 15 Millionen Stück spritzen die Gussautomaten in den Fabriken der Schoeller Wavin Systems NV, an der die Schoellers mit 45 Prozent beteiligt sind. Die Mehrheit liegt beim Investment-Fonds Sterling. Rund eine halbe Million der Getränkekästen werden bei der Schweizer Firmentochter in Romont FR produziert – für Cardinal, Feldschlösschen, Calanda-Haldengut oder Henniez. Aber die Nachfrage in der Schweiz schrumpft. «Migros und Coop setzen auf Einweg», erklärt Schoeller-Direktor Walter Hirsch.

Familie Soldati | TI, Argentinien

Energie | Medien
100–200 Millionen

Mit dem Verkauf der Mehrheit an einer Ölfirma, einem Kasino, einer Bahnlinie und einem Vergnügungspark hat der Argentinien-Schweizer Santiago Soldati 2003 seine in einem Nachlassverfahren steckende Firmengruppe Sociedad Comercial del Plata, besser bekannt als Cadelplata, gerettet. Trotz dem Ausverkauf gehört Cadelplata noch zu den grössten Unternehmen Argentiniens. Der Börsenkurs hat sich nach dem Tief von Ende 2002 erholt. Im Tessin kümmert sich die Familie um die Zeitung «Corriere del Ticino».

Joachim Theye | ZH

Beteiligungen
100–200 Millionen

Seine spektakulärsten Auftritte hatte der Anwalt Joachim Theye als rechte Hand des Medienmoguls Leo Kirch. Theye sass für Kirch im Aufsichtsrat des Springer Verlags, als Chefkontrolleur beim Fernsehsender SAT 1. Andere Posten, zum Beispiel sein Aufsichtsratsmandat beim Versicherer Gerling, wurden weniger beachtet.

Bis jetzt, da der zweitgrösste Industrieversicherer Deutschlands zum Sanierungsfall wurde. Die Deutsche Bank, seit 1991 mit einem guten Drittel am Versicherer Gerling beteiligt, schrieb nun umgerechnet fast zwei Milliarden Franken als Verlust ab und verkaufte die Aktien – für den symbolischen Preis von zwei Euro. Konzernerbe Rolf Gerling nahm für einen Euro 28,6 Prozent zurück; Oberaufseher Theye, der schon dem verstorbenen Patriarchen Hans Gerling in früheren Krisen die Stange gehalten hatte, kaufte einen Sechs-Prozent-Anteil.

Eberhard von Koerber | ZH

Unternehmensberatung
100–200 Millionen

Der Sinn für Kultur, zum Beispiel als Stiftungsrat der Berliner Philharmoniker, zahlt sich für den Wahlzürcher und Unternehmensberater Eberhard von Koerber bisweilen in barer Münze aus. Denn der frühere ABB-Manager und heutige Multiaufsichtsrat berät die Witwe des Dirigenten Herbert von Karajan. Auch dem in Zürich umstrittenen Multimillionenerben und Kunsthändler Friedrich Christian (Mick) Flick assistiert Koerber bei dessen in Potsdam bei Berlin residierenden F.C. Flick Stiftung.

Familie Zweifel | ZH

Snacks
100–200 Millionen

Mit der Wahl seines CEO hat der 70-jährige Patron Hans-Heinrich Zweifel eine gute Hand bewiesen. Mathias Adank konnte 2002 den Umsatz des Snackherstellers um 2,5 Prozent auf 170 Millionen Franken steigern. Mittelfristig soll aber wieder ein Zweifel die operative Leitung übernehmen.

Anzeige