Der Fussballmanager, der zum Börsenzocker und Steuerhinterzieher wurde – und jetzt ins Gefängnis muss. Am Freitag dem 14. März gab Uli Hoeness bekannt, dass er die Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren akzeptieren will.

14. Januar 2013

An diesem Montag geht bei der Zürcher Bank Vontobel eine ­E-Mail-Anfrage des Hamburger Nachrichtenmagazins «Stern» ein. Der Reporter weiss offenkundig vom Konto 4028BEA. Das Krisenmanagement ­beginnt, Uli Hoeness wird ­informiert und mit Dokumenten versorgt.

16. Januar 2013

Der «Stern» bringt die Story ohne den Namen Hoeness. Krisensitzung am Tegernsee mit Steuerberater Günter Ache und einem Münchner Steuerfahnder, der sich in Altersteilzeit befindet. In den Morgenstunden des 17. Januar reicht Hoeness-Sohn Florian die Selbstanzeige beim Finanzamt ein.

20. März 2013

Die «Villa Hoeness» wird durchsucht, der Sportmanager wird vorläufig festgenommen. «Eine Szene wie im ‹Tatort›», erzählte Hoeness. «Denken Sie an Ihre Tabletten», empfahl ihm ein ­Beamter. Der Haftrichter sieht keine Fluchtgefahr. Hoeness hinterlegt fünf Millionen Euro Kaution und kommt frei.

4. November 2013

Die Strafkammer des Oberlandesgerichts München lässt die Anklage «unverändert» zu.

23. Januar 2014

Die Staatsanwaltschaft durchsucht in Bayern Steuerämter wegen des Verdachts der Amtsgeheimnisverletzung. Anlass war ein Dokument aus der Akte Hoeness über Verlust­vorträge in Höhe von rund 118 Millionen Euro, das dem «Stern» zugespielt worden war.

10. März 2014

Im Münchner Strafjustizzentrum beginnt der Prozess. Der Richter hat vier Sitzungstage angesetzt, als Zeugen hat er vier Steuerermittler geladen.

12. März 2014

Im Prozess stellt sich heraus, dass Hoeness statt der angeklagten 3,5 Millionen Euro sogar 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzog.

13. März 2014

Das Landgericht München verurteilt Hoeness zu 3,5 Jahren Haft. Der Bayern-Boss wird wegen Steuerhinterziehung in sieben Fallen schuldig gesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

14. März 2014

Uli Hoeness akzeptiert seine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Steuerhinterziehung. Er verzichtet auf eine Berufung und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsrat des FC Bayern zurück.

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