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Schwellenmarktkönig Mobius verliert an Glanz

Hat mit Kapitalabflüssen zu kämpfen: Fondspionier Mark Mobius.  Bloomberg

Mark Mobius zählt zu den besten Investoren des 20. Jahrhunderts. Was Bill Gross bei Anleihen war, war Mobius bei Schwellenmärkten: der ungekrönte König. Doch seine Herrschaft neigt sich dem Ende.

Veröffentlicht 11.05.2015

Seit über einem Vierteljahrhundert steht der Name Mark Mobius für Investments in Schwellenländern. Der kahlköpfige dynamische New Yorker mit einer Vorliebe für weisse Anzüge ist auf den Fernsehschirmen von St. Petersburg bis Sao Paulo sowie dem Internetnachrichtendienst Twitter häufig präsent, um Anlegern Investments in die schnell wachsenden Schwellenmärkte zu empfehlen.

In den USA wurde er von Anlegern in die Top Ten der besten Investoren des 20. Jahrhunderts gewählt und steht so in einer Reihe mit Warren Buffett, Julian Robertson und George Soros. Was Bill Gross bei Anleihen war, war Mobius bei Schwellenmärkten: der ungekrönte König.

Nur noch mittelmässige Ergebnisse vorzuweisen

Aber seine Herrschaft scheint sich dem Ende zuzuneigen. Ebenso wie Gross hat der 78-jährige Mobius in den vergangenen Jahren nur mittelmässige Ergebnisse vorzuweisen und kämpft mit Kapitalabflüssen. Auch wenn sie noch Gewinne vorweisen, haben sich 11 der 13 grössten von Mobius bei Templeton betreuten Fonds über die vergangenen fünf Jahre schlechter entwickelt als ihre Konkurrenten.

Auf ihrem Höhepunkt verwalteten die Fonds 2011 rund 39 Milliarden Dollar, inzwischen liegt ihr Volumen nur noch bei 26 Milliarden Dollar. Und im Dezember musste sein Flaggschiff, der Asian Growth Fund, seinen Rang als grösster Fonds der Region an den Asia Pacific Leaders Fund von First State Investments abgeben. «Er ist einer der wenigen sehr bekannten Fondsmanager bei Schwellenmärkten», sagte Todd Rosenbluth, Direktor Analyse Investmentfonds und börsennotierte Fonds bei S&P Capital IQ. «Leider ist sein Leistungsnachweis unterdurchschnittlich. Die Anleger sind frustriert.»

«Wir müssen Geduld haben»

In einer E-Mail erklärte Mobius, seine Strategie, in unterbewertete Aktien zu investieren, könne in einem von der Marktstimmung beeinflussten Umfeld scheitern, wenn die Investoren sich stärker auf das wirtschaftliche Gesamtbild konzentrierten als auf die Fundamentaldaten der Unternehmen. «Als substanzwertorientierte Investoren müssen wir Geduld haben und so stark von unserer Sache überzeugt sein, dass wir auch längere Zeiträume mit hoher Volatilität überstehen können», führte er aus.

«Wir gehen in Märkte hinein, wenn andere sich zurückziehen, und während die Performance unserer Fonds zu bestimmten Zeitpunkten teilweise geschwächelt hat, glauben wir, dass unsere Investoren von unserem Ansatz, gegen den Strom zu schwimmen, profitieren werden.»

Sohn eines deutschen Vaters

Mobius wurde als Sohn eines deutschen Vaters und einer Mutter aus Puerto Rico in Hempstead im US-Bundesstaat New York geboren. Er promovierte am Massachusetts Institute of Technology und fing 1987 bei Templeton, Galbraith & Hansberger an. Damals waren Investments in Schwellenländern noch neu. Nachdem Firmengründer John Templeton ihn mit dem Management des Templeton Emerging Markets Fund, dem ersten der Gesellschaft auf dem Gebiet, beauftragt hatte, erwarb sich Mobius einen Ruf als Entdecker von Aktien, die im Vergleich zu ihrem Wachstumspotenzial unterbewertet waren.

Auch heute noch reist er 250 Tage im Jahr über alle Kontinente und versorgt sein Team aus 50 Vermögensverwaltern, Analysten und Ökonomen in 18 Büros weltweit mit seinem vor Ort erworbenen Wissen. Insgesamt verantwortet er mehr als 30 Fonds.

Investments zum falschen Zeitpunkt

Die vergangenen fünf Jahre waren für Templeton nicht leicht. Investments in Energie- und Bergbauunternehmen zum falschen Zeitpunkt sowie nur geringe Engagements bei Technologieaktien belasteten die Performance. Per 31. März hielt der Templeton Asian Growth Fund 33 Prozent seines Anlagekapitals in Energie- und Rohstoffaktien, die bei der Benchmark des Fonds, dem MSCI AC Asia ex Japan Index, nur neun Prozent ausmachen. Der Fonds kommt für die vergangenen fünf Jahre auf ein Plus von 4,3 Prozent, verglichen mit 8,1 Prozent bei der Benchmark. Über den gleichen Zeitraum schneidet er schlechter ab als 44 von 46 vergleichbaren Fonds, berechnet mit 2,2 Prozent Gebühren jährlich jedoch die zweithöchste Rate.

«Es ist natürlich Besorgnis erregend, wenn es über einen Zeitraum von drei oder vier Jahren nicht besonders gut läuft», sagt Charles Cade, Leiter Analyse Investmentgesellschaften bei Numis Securities in London. «Der Leistungsausweis ist nicht so gut wie er einmal war. Schwellenmärkte sind zu einem allgemeinen Trend geworden. Es ist sehr viel schwieriger, Mehrwert zu schaffen, und es ist auch viel schwerer, die Performance durchzuhalten.»

(bloomberg/ccr)

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