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Rolf Erb 
Schloss Eugensberg soll Millionen einbringen

Schloss Eugensberg
Bis August 2017 wohnten die Angehörigen des vor einem Jahr verstorbenen Pleitiers Rolf Erb im Schloss.Quelle: ZVG

Eine Rarität kommt auf den Markt: Das Schloss der Familie Erb steht zum Verkauf und soll den Gläubigern Millionen einbringen.

Marc Iseli
Von Marc Iseli
am 12.04.2018

Es ist das letzte Kapitel in der grösste Firmenpleite der Schweiz: Der Verkauf des Schlosses Eugensberg im Kanton Thurgau hat begonnen. Es gehört zur Konkursmasse der Erb-Gruppe, die 2003 pleite ging. Bis August 2017 wohnten die Angehörigen des vor einem Jahr verstorbenen Pleitiers Rolf Erb im Schloss.

Die Ausmasse des fast 200 Jahre alten Anwesens sind gigantisch. Das ganze Areal ist 815'000 Quadratmeter gross. Das entspricht der Grösse von mehr als 100 Fussballfeldern. Darin enthalten: Ein Schloss, erbaut von Eugène de Beauharnais, einem Stiefsohn von Napoléon. Die Burgruine Sandegg. Ein Gutshof. Ein Badehaus am Bodensee. 60'000 Quadratmeter Wald. Und mehr als 260'000 Quadratmeter Landwirtschaftsfläche.

«Echte Rarität»

Für den Verkauf zuständig ist das Immobilienbüro Ginesta, eine Familienfirma mit 25 Mitarbeitern und Niederlassungen in Küsnacht, Horgen und Chur. Das Immobilienbüro hat laut eigenen Angaben schon mehrere Schlösser verkauft. Die Vorbereitungen zum Verkauf des Schlosses Eugensberg dauerten mehr als ein Jahr.Das Anwesen ist laut CEO Claude Ginesta eine «echte Rarität».

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Er schätzt den Preis der Immobilie mit Schwimmbadanlage, gebaut im Auftrag von von Rolf Erb, auf «über 25 Millionen Franken». Das gesamte Anwesen soll mehr als 35 Millionen wert haben. Der Erlös kommt den Gläubigern der Erb-Gruppe zugute. Die ausstehende Schuld der 2003 konkursierten Firma beläuft sich auch heute noch auf mehrere hundert Millionen Franken.

Schloss Eugensberg – feudaler Sitz der Familie Erb

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Schloss Eugensberg: vorne See, hinten Pool.
Quelle: ZVG

Inklusive zwei Seen

Zur Schlossparzelle gehört, ganz im Stil eines Auto-Patrons, eine Garage für 18 Autos und ein Angestelltenzimmer. Zu besten Zeiten beschäftigte die Erb-Familie bis zu zehn Angestellte, um das Haus und den riesigen Garten in Schuss zu halten. Ebenfalls im Grundstück enthalten: Zwei Seen und eine eigene Wasserquelle. Sie speist den riesigen Swimming Pool. Nicht zuletzt gibt es auch noch einen Tennisplatz mit Flutlichtanlage. Und Mobiliar – stilecht aus dem 19. Jahrhundert.

Und wer soll das Haus kaufen? Immobilienmakler Ginesta sagt, dass es bereits eine Liste mit Interessenten gebe. Erste Besichtigungen seien vereinbart. Details gibt Ginesta keine bekannt. Nur so viel: Das Anwesen soll mindestens drei Monate auf dem Markt sein. So sei es mit den Gläubigervertretern vereinbart. «Der Verkauf eines Schlosses kann aber auch ein bis zwei Jahre dauern», sagt Ginesta aber vor den Medien am Donnerstagmorgen.