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Roger Federer: Ass in Herrliberg

Bald Nachbarn: Mirka und Roger Federer (l.) und ­Peter Friedli (r.). (Bilder: PhotoXPress/VISUM, Bruno Arnold)

Für 29 Millionen Franken kauft Tennisstar Roger Federer ein Stück Land hoch über dem Zürichsee – Verkäufer ist der Investor Peter Friedli, Nachbarn sind Nikolaus Senn und Christoph Blocher.

Von Stefan Barmettler
11.01.2012

Die Parzelle mit der Katasternummer 6953 in Herrliberg ZH ist vom Feinsten – unverbauter Blick auf Alpen und Zürichsee, umrankt von Büschen und Bäumen, anschliessend an eine Landwirtschaftszone, die gepflegten Courts des lokalen Tennisclubs 300 Meter entfernt. Der neue Parzellenbesitzer ist ein Sandplatz-Kenner: Roger Federer.

Die Tennisikone zahlte für die 5800 Quadratmeter etwa 29 Millionen Franken. Quadratmeterpreis: 5000 Franken. Prominente Nachbarn wissen den exklusiven Hochsitz im Grünen zu schätzen: SVP-Stratege Christoph Blocher, der ehemalige UBS-Präsident Nikolaus Senn und Investor Peter Friedli logieren einen Steinwurf entfernt.

Es war Friedli, der das Land verkaufte. Dabei hatte es der Investor, der als Venture-Capital-Geber in den USA tätig ist, erst vor etwa einem halben Jahr von der Erbengemeinschaft Weibel übernommen. Er wollte vor allem verhindern, dass Immobilienentwickler mit Flair für Terrassenhäuser seine direkte Nachbarschaft verunstalteten.

Paparazzi-Schutz und eine kurze Anreise zum Airport

«Es hat mich ­gefreut, als sich über einen gemeinsamen Bekannten Federer persönlich bei mir meldete», betont Friedli. «Für unsere Familie der ideale Nachbar.» Finanzielle Motive hätten keine Rolle gespielt, er habe mit der ­Handänderung nichts verdient. Ohnehin hätte die Grundstücks­gewinnsteuer von 60 Prozent – sie wird bei Weiterverkauf innert zwölf Monaten fällig – einen möglichen Profit arg zerrupft.

Für Federer war Géraldine Dondit, Vertraute seiner Frau Mirka, unterwegs; Dondit kümmert sich um das Organisatorische der Familie. Ansprechperson für Rechtsfragen war Thomas Wetzel, Bauexperte und Partner der Zürcher Anwaltskanzlei Wenger Plattner, die den Federer-Clan rundum betreut. Gemäss Immobilienmaklern hielten Dondit und Wetzel monatelang Ausschau nach einer standesgemässen Bleibe, die Auslauf, ­Paparazzi-Schutz und eine kurze Anreise zum Airport bietet.

Mit dem bevorstehenden Umzug aus dem Appartement in Bäch SZ auf die andere Seeseite wird Federer keine Steuern sparen. Im Gegenteil: Der Steuerfuss ist an der Goldküste höher. Ohnehin zeigt sich der Sportler – BILANZ schätzt sein Vermögen auf 200 bis 300 Millionen – derzeit von der spendablen Seite: Auf seinem 8000-Quadratmeter-Grundstück in Lenzerheide (geschätzter Kaufpreis: zehn Millionen Franken) werden für rund sechs Millionen zwei Ferienhäuser der Sonderklasse ­erstellt. 

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