Vor gut zwei Jahren trat Reto Hartmann in den Verwaltungsrat von Foxled1 ein. Firmenzweck: Entwicklung und Vertrieb von Solar-Panel-Modulen und Photovoltaik-Panel-Produkten. Gegenüber der «Handelszeitung» verkündete der einstige Topmanager, der als Chef der Kioskkette Valora auf die Strasse gesetzt worden war und auch in weiteren Führungspositionen keine allzu gute Figur gemacht hatte: «Unser Photovoltaik-Panel hat einen acht- bis zehnmal höheren Wirkungsgrad als alles, was derzeit auf dem Markt erhältlich ist.» Branchenexperten schüttelten ungläubig den Kopf.

Das Produkt steckt unverändert in der Entwicklung, wie Foxled1-Verwaltungsrat Daniel Marty eingesteht, von Serienreife keine Spur. Hartmann selbst ist unterdessen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Über die Gründe für den stillen Abgang wollte sich niemand äussern. Das wars mit der Revolution im Solargeschäft.

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Auch mit Goldwäscherei gescheitert

Eine Revolution angekündigt hatte Hartmann einst ebenso in der Raffinerie von Edelmetallen. Aus Minenabraum, so der 62-Jährige vollmundig, wolle die von ihm und Compagnon Jochen Schäfer beherrschte Zürcher Jungfirma United Commodity Reste von Gold und Silber auswaschen. Selbstverständlich höchst renditeträchtig; bei mittelfristig 60 Millionen Umsatz sollten 20 bis 25 Millionen als Gewinn hängen bleiben, so Hartmann.

Die Investoren waren begeistert. Doch die Erfolgsmeldungen blieben aus. Als auch dem letzten Anleger klar wurde, dass es mit der Goldwäscherei Essig war, stürzten die Aktien ab und wurden dekotiert. Die Firma verschwand von der Bildfläche.

Anzeige gegen United Commodity eingereicht

Hartmanns gescheiterte Revolution hat ein Nachspiel. Jahrelang ermittelte die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gegen United Commodity. Jüngst reichte sie bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Anzeige «wegen mutmasslicher Marktmanipulation in den Wertpapieren der United Commodity» ein, wie ein BaFin-Sprecher gegenüber BILANZ ausführt.

Noch enger wird es für Hartmann hierzulande. Parallel zu Deutschland ermittelt nämlich auch die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich gegen United Commodity und damit gegen Hartmann und Schäfer. Dabei dreht sich die Untersuchung nicht um Marktmanipulation. Die Zürcher führen vielmehr «ein umfangreiches und komplexes Verfahren wegen Betrugsverdachts» durch. Für alle Beteiligten gilt natürlich die Unschuldsvermutung.

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