Damit hatte niemand gerechnet, selbst Parteipräsidentin Regula Rytz (57) nicht: Die Auguren sprachen von einem Plus von drei, letztlich konnten die Grünen bei den nationalen Wahlen über sechs Prozentpunkte zulegen. Damit haben sie die CVP überholt.

Es war eine Klimawahl, eine Frauenwahl, eine Wahl für progressivere Kräfte und vor allem eine Ohrfeige für die drei grössten Parteien SVP, SP und FDP. Und eine Wahl mit Folgen für die Regierung: «Der Bundesrat, wie er heute zusammengesetzt ist, passt nicht mehr», sagt Rytz.

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In der Tat liegen SP, FDP, CVP und die Grünen wahl- und mandatemässig so nahe beieinander, dass ihre Ungleichbehandlung bei der Regierungsbeteiligung nur noch schwer erklärbar ist.

Grüne für Ignazio Cassis

Die Diskussionen um eine neue «Zauberformel» mit grünem Anstrich sind lanciert. Für Rytz jedenfalls ist klar, dass die Grünen in den Bundesrat gehören – auch wenn sie ihren Machtanspruch eher zurückhaltend formuliert.

Im Fokus der Grünen und ihrer Mitstreiter ist der FDP-Sitz von Ignazio Cassis. Doch für Abwahl-Manöver bräuchte Rytz nicht nur die Unterstützung der Linken und der Grünliberalen, sondern auch von Gerhard Pfisters CVP. Und der will erst nach der definitiven Besetzung des Ständerats Farbe bekennen.

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