BILANZ: Peter Hausherr, Novartis stoppte jüngst Knall auf Fall das Projekt eines Ausbildungszentrums in Risch. Weshalb?
Peter Hausherr: Novartis hatte im Dezember eine VR-Sitzung, an der das Ausbildungszentrum in Risch auf der Traktandenliste stand. Offenbar war das Investitions- und Unterhaltsvolumen zu hoch. Ausserdem meinte der VR, der Standort für ein Ausbildungszentrum müsse näher bei Basel liegen.

Wie bitte? Das hätte man sich vorher überlegen können!

Das kann man so sehen. Sicherlich war der frühere Novartis-Präsident Daniel Vasella ein Promotor des Projekts in Risch. Das hatte sicher eine positive Wirkung auf die Standortwahl und die Projektentwicklung. Der neue Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt beurteilte das Ganze wohl aus einer anderen Optik.

Wie frustriert sind Sie?

Wir sind nicht frustriert, aber sehr enttäuscht, dass Novartis das Ausbildungszentrum nicht realisiert. Schliesslich steckten wir viel Energie und Herzblut in das Projekt, gewannen eine ­Abstimmung und hatten die politische Rückendeckung.

Abstimmung, Umzonungen, Beschwerdeverhandlungen: Was hat das Projekt die Gemeinde Risch gekostet?

Personalaufwendungen, Vorbereitung zur Abstimmung sowie Anwaltskosten über mehrere Jahre belaufen sich grob geschätzt auf eine Viertelmillion Franken. Das ist aus Sicht der Gemeinde Risch ein erklecklicher Betrag, führt aber nicht zu einem finanziellen Problem.

Daniel Vasella als ehemaliger Nachbar hat ein Kaufrecht auf Teilen des Projektgrundstücks. Hat er sich bei Ihnen gemeldet?

Nein, wir wissen nicht, ob er das Kaufrecht ausüben will. Er hat noch bis Mitte März Zeit, sich zu entscheiden.

Sie würden das Gelände gerne baulich anderweitig nutzen. Bestehen bereits Ideen für andere Projekte?

Bislang noch nicht. Vorab muss sich klären, wer künftiger ­Eigentümer der Grundstücke sein wird. Dies hängt nun vom Entscheid Daniel Vasellas ab.

Beeinträchtigt der Abbruch des Projekts das Image der Region Risch/Rotkreuz?

Das glaube ich nicht. Wir bleiben ein interessanter Standort, die Dynamik besteht, wir ziehen weiterhin Firmen an, oder sie bauen ihren Standort aus. Ende 2014 bezieht etwa Porsche Schweiz ihren Hauptsitz in Rotkreuz mit rund 100 Mitarbeitenden.

Peter Hausherr (47) ist Präsident der Gemeinde Risch. Der CVP-Politiker wurde 2007 in den  Gemeinderat ­gewählt und präsidiert das Gremium seit 2009. Er ist selbständiger Immobilienverwalter.

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