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Österreichs Parteien hoffen auf Rekorde und Wenden

Österreichs Parteien hoffen auf Rekorde und Wenden
Sebastian Kurz: Letzte Anstrengungen im Wahlkampf.  Keystone

Am Sonntag wählen die Österreicher. Umfragen sehen den jungen ÖVP-Politiker Sebastian Kurz vorne. Er könnte zu Europas jüngstem Regierungschef werden. Doch Überraschungen sind nicht ausgeschlossen.

Fünf Monate nach dem Bruch der rot-schwarzen Koalition wählen die Österreicher am Sonntag vorzeitig ein neues Parlament. 6,4 Millionen Stimmberechtigte sind aufgefordert, eine der 16 angetretenen Parteien zu wählen.

Nach bisherigen Umfragen kann ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz mit den meisten Stimmen rechnen. Der 31-Jährige wäre im Fall einer erfolgreichen Regierungsbildung der jüngste Regierungschef Europas.

Mögliche Überraschungen

Angesichts des dramatischen Wahlkampffinales mit einer Schmutzkampagne aus den Reihen der SPÖ gegen Kurz sowie heftigen Vorwürfen auch an die Adresse der konservativen ÖVP gelten überraschende Entwicklungen aber als nicht ausgeschlossen.

Den Rechtspopulisten mit Parteichef Heinz-Christian Strache wird ein Ergebnis auf Rekordniveau zugetraut. Die FPÖ hatte 1999 mit 26,9 Prozent ihr bisher bestes Resultat erzielt.

Vier-Prozent-Hürde

Aber auch die SPÖ unter Kanzler Christian Kern hofft – ungeachtet des Skandals um die Schmutzkampagne im Wahlkampf – noch auf eine sensationelle Wende in letzter Minute.

Die Grünen, ein grüner Abtrünniger mit eigener Liste und die Liberalen hoffen ebenfalls auf den Einzug in den Nationalrat. Dazu müssen sie die Hürde von vier Prozent überspringen.

Lernen aus Pannen im Vorjahr

Ab 6 Uhr können in kleinen Ortschaften die ersten Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Städte wie Wien folgen ab 7 Uhr. Im Bundesland Vorarlberg sind alle Wahllokale spätestens um 13 Uhr wieder geschlossen. Bundesweiter Wahlschluss ist um 17 Uhr.

Nach Ende der Wahlen beginnen die Mitglieder der zuständigen Behörde und weitere Vertrauenspersonen mit der Auszählung. Auch ein Team der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist routinemässig mit internationalen Beobachtern dabei.

Seit der Annullierung der Bundespräsidentenwahl wegen formaler Fehler bei der Auszählung im Vorjahr müssen alle Ergebnisse vor dem offiziellen Wahlschluss auch für die Medien strikt unter Verschluss bleiben.

Briefwähler verzögern Endergebnis

Um 17 Uhr erlaubt das Innenministerium den Demoskopen den Zugriff auf die bereits vorliegenden Daten. Gegen 17.15 Uhr wird die erste Hochrechnung erwartet. Um 18 Uhr dürften die Hochrechnungen noch einmal an Genauigkeit zunehmen – dann sind erste Ergebnisse aus dem für die Wahlforscher wichtigen Wien berücksichtigt.

Vermutlich gegen 19.30 Uhr teilt der Innenminister ein vorläufiges Endergebnis mit. Die Stimmen der Briefwähler werden dabei nur hochgerechnet. Die letzten Briefwahlunterlagen werden erst am Donnerstag (19.10.) ausgezählt, dann steht das offizielle Ergebnis fest.

Das seit Langem stark zerstrittene rot-schwarze Bündnis aus SPÖ und ÖVP war im Mai zerbrochen. Grund war gegenseitiges Misstrauen und damit die Blockade von Sachpolitik. Regulärer Wahltermin wäre erst im Herbst 2018 gewesen.

(sda/jfr)

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