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Vergütung 
Neuer Honigtopf für Joe Hogan

Kann in vier Jahren über 25 Millionen Dollar verdienen: Ex-ABB-Chef Joe Hogan.Keystone

Ex-ABB-Chef Joe Hogan heuert bei Align Technology, einer vergleichsweise ­kleinen US-Medizinaltechnikfirma an. Wie schon in der Schweiz lässt er sich seine Dienste bestens bezahlen.

Von Marc Kowalsky
14.04.2015

Es war für Mitarbeiter und Aussenstehende eine grosse Überraschung, als Joe Hogan am 10. Mai 2013 abrupt seinen Rücktritt als Konzernchef von ABB bekannt gab. Sein Vater, ein ehemaliger Kranführer, sei schwer krank, Joe Hogan wolle ihn daheim in Pennsylvania pflegen, verlautete bald aus seinem Umfeld. Jetzt, knapp zwei Jahre später, taucht der 58-Jährige wieder auf: als CEO, President und Board Member des Medizinaltechnikherstellers Align Technology.

Am 1. Juni wird Hogan seine neue Stelle im kalifornischen San Jose antreten und dann Chef über 3600 Mitarbeiter und 762 Millionen Dollar Umsatz sein – kein Vergleich mit seiner ABB-Zeit, wo er zuletzt für 150'000 Angestellte und 42 Milliarden Dollar Umsatz verantwortlich war. Die börsenkotierte Align Technology stellt Produkte für Zahnmediziner her: 3-D-Scanner, um das Gebiss zu erfassen, sowie Software und Justiergeräte, um die Zahnreihen zu korrigieren.

Sehr gut bezahlt

Für eine Firma dieser Grösse ist der Job sehr gut bezahlt: Hogan erhält ein Antrittsgeld von 1,5 Millionen Dollar, ein Basissalär von 950'000 Dollar und einen Bonus von bis zu 2,3 Millionen Dollar. Dazu kommen über vier Jahre Aktien im derzeitigen Wert von 6 Millionen Dollar. Wenn die Aktienkursentwicklung von Align den Börsenindex Nasdaq über drei Jahre schlägt, kommen Titel im Wert von weiteren 9 Millionen Dollar dazu. Insgesamt kann Hogan in den nächsten vier Jahren über 25 Millionen Dollar einstreichen. Wird er vorher entlassen, stehen ihm Salär und Bonus für zwei Jahre zu.

Noch kräftiger zugelangt hatte Hogan bei ABB. Seit seinem Amtsantritt im September 2008 kassierte er vom Schweizer Technologiekonzern insgesamt 61,8 Millionen Franken. Besonders das Begrüs­sungsgeld von 13 Millionen Franken erregte damals die Gemüter. In seiner Amtszeit als CEO sank der Aktienkurs von ABB um 17 Prozent.

Auch nach seinem Rücktritt als CEO hielt der studierte Chipdesigner die Hand auf: «In seiner Funktion als Senior-Berater des Verwaltungsrats vom 16. September 2013 bis zum 31. März 2014 hat Hogan zu strategischen Themen beraten und einen reibungslosen Führungswechsel ermöglicht», so die offizielle Job-Beschreibung von ABB. Insgesamt 4,3 Millionen Franken erhielt Hogan in dieser Zeit. Marc Kowalsky

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