Horst Rahe, GR

300–400 Millionen

Die Planung ist längst abgeschlossen, die Baugenehmigung liegt vor: Eines der besten Ferienhotels der Schweiz, das «Haus Paradies» in Ftan GR, könnte bereits noch schöner und grösser sein. Wenn, ja wenn die angefragten Firmen für Bauleistungen nicht Mondpreise fordern würden. Auf «150 bis 160 Prozent» der in Westeuropa üblichen Kalkulation beziffert «Paradies»-Hausherr Horst Rahe die Ansätze der Bündner Baumeister, erheblich höher als selbst auf der deutschen Nordsee- und Höchstpreisinsel Sylt. «Über zwei Millionen Franken haben wir bereits investiert», meint Rahe zu den bisherigen Kosten für Grundstückskäufe und Architektenleistung. Weitere 2,5 Millionen Franken flossen in ein «kleines Therapiezentrum mit Medical-Wellness-Angeboten».

Exzellente Vorbilder für ein neues Paradies in Ftan existieren längst. Rahes Wohlfühloasen unter dem Markenzeichen A-Rosa am Scharmützelsee bei Berlin, in Travemünde an der Ostsee und ab Dezember auch im österreichischen Kitzbühel erreichen Traumbelegungen von über 70 Prozent. «Die Welt ist voller Möglichkeiten», weiss der Entrepreneur. So gern er das «Haus Paradies» aufrüsten möchte: «Die Rechnung muss stimmen.» Da sie aber in Ftan nicht stimmen würde, pumpt der Steuermann Gelder in andere Projekte, lässt etwa weitere A-Rosa-Flussschiffe für Kreuzfahrten auf Donau und Rhone vom Stapel laufen. Bei all den Engagements in der Tourismusbranche wird bisweilen übersehen, wo der 66-jährige Selfmademan sonst noch an Bord ist: zum Beispiel neuerdings als 51-Prozent-Gesellschafter bei der Firma FEAG. Die Hightech-Schmiede schiebt den Bau der Magnetschwebebahn Transrapid an. Rahes Juniorpartner in dieser Firma: der Elektrogigant Siemens.

Traudl Engelhorn, VD

3–4 Milliarden

Wahrer Reichtum sei, sagen wirklich Reiche, wenn man gar nicht wisse, wie reich man denn eigentlich sei. Die Wahlwaadtländerin Traudl Engelhorn zählt, nicht allein so betrachtet, zu den Reichen. Die frühere Teilhaberin der deutschstämmigen Pharmafirma Boehringer Mannheim strich nach deren Verkauf an die Basler Hoffmann-La Roche nachweislich knapp vier Milliarden Franken ein. Das Vermögen lagert grossteils auf der Steuersparinsel Bermuda bei Engelhorns March Limited. Diese hatte sich im Herbst 2000 in eine neue Firma eingekauft, die der frühere Roche-Finanzchef Henri B. Meier unter dem Namen Basilea Pharmaceutica aus der Taufe hob. Dabei konnte Meier seinen Ex-Arbeitgeber zu einer Teilhabe von fast einem Drittel animieren – und eben Traudl Engelhorns Safe anzapfen.

540 000 Namenaktien der Basilea, knapp acht Prozent der Firma, lagerten noch per ultimo 2004 in Engelhorns March-Bunker, ein Depotwert in Höhe von immerhin rund 60 Millionen Franken.

Als die Gesellschaft Ende September pflichtgemäss mitteilte, der March-Aktienbesitz sei unter die Schwelle von fünf Prozent gesunken, führte das zu Spekulationen. Vertraut die 78-Jährige womöglich nicht länger in eine goldene Basilea-Zukunft? Die gelernte Buchhändlerin und Lektorin kommentiert ihren Rückzug mit verblüffender Ehrlichkeit: Teilhabe bei Basilea, «das ist mir neu. Ich habe davon keine Ahnung. Wirklich nicht.» Die Geldvermehrung überlässt sie vertrauten Experten wie dem Tessiner Avvocato Andrea Broggini in Lugano.

Robert Louis-Dreyfus, ZH

1–1,5 Milliarden

Geniale Managementqualitäten hat der Schweizer Robert Louis-Dreyfus ausserhalb des (französischen) Familienkonzerns en masse demonstriert – als Sanierer zum Beispiel beim Werbeagenturprimus Saatchi & Saatchi in London, dann beim lahmenden, jetzt wieder angriffslustigen Sportartikelriesen Adidas in Deutschland. Für den Louis-Dreyfus-Clan erschloss der 59-jährige Harvard-Absolvent, Entrepreneur und Vater von drei Kindern Ende der neunziger Jahre das lukrative Telekommunikations-Business, mit den Initialen als Firmenlogo: LDCom. Tausende Kilometer eigene Glasfaserkabel vernetzen französische Grossstädte via Genf mit Norditalien. In Frankreich etablierte Monsieur Robert eine eigene, extrem expansive Telefonfirma namens Neuf Telecom, die er kürzlich mit Cegetel zur klaren Nummer zwei hinter France Télécom vernetzte. Nun honoriert die Grossfamilie die Lebensleistung des Verwandten: Ab Januar 2006 wird Robert Louis-Dreyfus als CEO den Gesamtkonzern mit mehr als 26 Milliarden Dollar Jahresumsatz dirigieren.

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