Familie Schmidt-Ruthenbeck, ZH

3–4 Milliarden

Die bayrische Finanzverwaltung nimmt den Metro-Handelsmilliardärs-Clan Schmidt-Ruthenbeck unter die Lupe. Speziell der 63-jährige Wahlzürcher Michael Schmidt-Ruthenbeck steht unter kritischer Beobachtung der Steuervögte. Der promovierte Jurist mit deutschem Pass soll seit vielen Jahren regelmässig ein Dachgeschoss an der Keplerstrasse in Münchens Nobelvorort Bogenhausen bewohnen – aber eben in Deutschland keine Steuern zahlen. Auf dem Klingelknopf zu Schmidt-Ruthenbecks mutmasslichem (Steuerspar-)Versteck in München steht denn auch nur der Mädchenname seiner Ehefrau Renate Bröcker.

Dieser Sachverhalt wirkt wie eine Parallele zum Steuersündenfall des umtriebigen Tennis-Altstars Boris Becker. Auf dem Höhepunkt von dessen gewinnstarker Sportlerkarriere hatte Becker amtlich sein Domizil in Monaco eingerichtet, war aber einige Wochen pro Jahr bei seiner Schwester in München untergekrochen. Das reichte zur Verurteilung Beckers wegen Steuerhinterziehung.

Bei Schmidt-Ruthenbecks geht es um deutlich höhere Einnahmen, als der abgedankte Tenniscrack jemals eingestrichen hat. Im Fokus der Fahnder steht besonders ein höchst profitabler Deal mit dem Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom. Als der eidgenössische Staatskonzern ab Sommer 1999 für rund fünf Milliarden Franken nach und nach die Kontrolle bei der Stuttgarter Debitel übernahm, kassierte die vielköpfige Familie Schmidt-Ruthenbeck rund zwölf Prozent dieser Summe. Als Verkäufer von 3 331 640 Wertpapieren der Debitel war dabei die deutsche Metro Vermögensverwaltung aus Düsseldorf aufgetreten. Der Erlösanteil der Schmidt-Ruthenbecks soll allerdings sofort umgeleitet worden sein – nach Panama.

Bernie Ecclestone, BE

5–6 Milliarden

Der Formel-1-Impresario wirkt auf die Elite der Autorennfahrer offensichtlich wie der grosse Steuer-Mann. Nachdem der 75-jährige britische Grandseigneur des Rennzirkus erfolgreich für sich im Berner Oberland eine günstige persönliche Steuerpauschale erstritten hatte, bogen zunächst die Ex-Weltmeister Alain Prost und Michael Schumacher ins waadtländische Steuerexil ab. Es folgten David Coulthard, Kimi Räikkönen (Wollerau SZ), Nick Heidfeld (Stäfa ZH), Jarno Trulli (Pontresina GR) und nun auch der amtierende Weltmeister Fernando Alonso. Der Spanier kaufte eine Villa in Château d’Œx in der Waadt.

Familie Hipp, OW

200–300 Millionen

Über 3000 Biobauern in Bayern fürchten, ihren wichtigsten Kunden zu verlieren. Der Bébénahrungshersteller Claus Hipp nämlich droht lauthals damit, für den Familienkonzern mit Hauptsitz im bayrischen Pfaffenhofen künftig garantiert ökologisch angebautes Obst und Gemüse aus Österreich, Ungarn oder Polen zu importieren – wenn in Deutschland die Gentechnik in der Landwirtschaft nicht strikt verboten bleibe.

«Die Verbraucher wollen keine Gentechnik in der Säuglingsnahrung», giftet der Schweizer Hipp in Richtung des neuen deutschen Landwirtschaftsministers Horst Seehofer. Ausgerechnet dieser CSU-Politiker aus der Nähe von Hipps wichtigstem Produktionsbetrieb will die bisherige Förderung von Biolandwirten drosseln. Im Heimatort Sachseln OW plakatiert Hipp seine Liebe zu unberührter Natur sogar im Namen der Zentralschweizer Firmentochter: Bio-Familia.

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