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Mitt Romney: Deals mit Schweizer Hedge Fonds

Mitt Romney: Das Thema Steuern wird er nicht los. (Bild: Keystone)

Mitt Romneys Steuerausweis 2011 zeigt, dass er in Irland in Junk-Bonds investierte. Das Anlagevehikel kommt aus der Schweiz.

Von Christian Bütikofer
27.09.2012

US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney veröffentlichte letzten Freitag seine definitive Steuererklärung 2011. In den Papieren wird ersichtlich, dass er neben den bereits bekannt gewordenen Schweizer Investments die Dienste eines Hedge Fonds aus Genf in Anspruch nahm.

In Irland investierte Romney in den Alpstar CLO 2-Fonds, der Junk-Bonds aufkauft - also Anleihen von Krisenfirmen. Die Zielfirmen stammen aus den Bereichen Gesundheit, Lebensmittel, Unterhaltung, Bau und Telekom. Letztes Jahr verwaltete der Fonds Assets im Wert von 463 Millionen Euro.

Obwohl der Fonds in Irland seinen Sitz hat, wurde dort nur wenig investiert. Die Hälfte der Anlagen tätigte Alpstar in Grossbritannien, den Niederlanden und Deutschland.

Alpstar CLO 2 ist ein Vehikel der Alpstar Capital SA mit Sitz in Pregny-Chambésy, einem Vorort der Stadt Genf. Neben dem Schweizer Hauptsitz verfügt die Firma über Ableger in Grossbritannien und Spanien.

Früher wurde der Fonds von der seit 2009 mit Alpstar fusionierten Mignon Genève SA verwaltet - sie fungierte als «Investment Manager» - und gehörte zum gleichen Personenkreis, wie die Schweizer Alpstar Capital.

Das Investment kam durch Goldman Sachs zustande. Eine Schlüsselperson von Alpstar, Nicolas Bravard, war am Londoner Sitz der US-Investmentbank tätig.

Ein weiteres Investment tätigte Mitt Romney in der «Cordatus CLO I PLC», ebenfalls aus Irland. Auch diese Firma wurde von Finanzexperten mit Beziehungen in die Schweiz verwaltet: der CVC-Gruppe. Hauptsitz ist London, in Zürich gibts eine Zweigstelle. Und im Anlage-Vehikel Madison Park Funding VI, Ltd. fungiert die Credit Suisse Alternative Capital, Inc. als «Collateral Manager».

Steuerthema verschwindet nicht

Seit der ersten Veröffentlichung seiner Steuerausweise diesen Januar wird Mitt Romney das Thema «Steueroptimierung» nicht mehr los. Nicht nur die politischen Gegner kritisieren seine - völlig legalen - internationalen Investments über Steueroasen wie den Cayman Islands oder den Bahamas.

Am Sonntag erklärte Romney, er finde es «fair», wenn er auf sein Investment-Einkommen von 20 Millionen Dollar weniger Steuern zahlen müsse, als jemand, der jährlich 50'000 Dollar Einkommen ausweist.

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