Das können Mepha-CEO Thomas Villiger und seine Mannen: Generika bekannter machen. Generika sind gleich wirksame, aber billigere Kopien von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist. Ein vermehrter Einsatz spart Gesundheitskosten und beschert der Mepha mehr Umsatz. Die Baselbieter Firma ist in der Schweiz führend im Generikageschäft.

Für Villiger war das Geschäftsjahr 2000 ein Erfolg: Der Gruppenumsatz wuchs um acht Prozent auf 116,8 Millionen Franken. Ertragszahlen publiziert das vom Deutschen Adolf Merckle kontrollierte Unternehmen nicht. Villiger erklärte im Mai nur, dass ein vorübergehender Ertragsrückgang in Kauf genommen wurde, um in Personal und neue Märkte zu investieren. Eine der BILANZ zugespielte Erfolgsrechnung der Mepha-Gruppe zeigt, was Villiger nicht sagte: Ausgewiesen wird im Jahr 2000 ein Verlust von 84 000 Franken. 1999 betrug der Gewinn noch 2,7 Millionen. Der Cashflow brach um ein Drittel auf 4,9 Millionen Franken ein.

Grund: die 1999 erfolgte Lancierung einer Vertriebsgesellschaft in Rio. Villiger bestätigt: «Bis jetzt erfüllten sich unsere Umsatz- und Ertragserwartungen in Brasilien nicht voll. Wir rechnen auch 2001 mit einem Verlust.» Das Südamerika-Abenteuer hinterlässt Spuren: Als ausserordentlicher Aufwand verbucht wurde die Rückstellung eines Darlehens an die Tochterfirma von einer Million Franken. Mitgeteilt wurde, der Verlust habe 5,5 Millionen Franken betragen – bei einem Umsatz von 2,3 Millionen.

Der Verkaufsaufwand der Gruppe erhöhte sich gegenüber 1999 um 35 Prozent auf 16,5 Millionen, der Personalaufwand um knapp 30 Prozent auf 31,5 Millionen. Zudem verdoppelten sich die Währungsverluste und Zinsen für das Fremdkapital (gegen 40 Millionen) auf 2 Millionen Franken. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen um knapp 10 Prozent auf 9,2 Millionen.

Intern ist Villiger nicht unumstritten. Das dürfte mit ein Grund für den Abgang von Kaderleuten sein. Villiger bestätigt, die Fluktuation habe 1999 rund zehn Prozent betragen.
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