Der Direktor der Finanzmarktaufsicht (Finma), Mark Branson äussert sich in einem Interview mit der NZZ am Sonntag zu den schweren Vorwürfen seiner Behörde gegen die Bank Raiffeisen. "Die Kontrolle der Geschäftsleitung ist eine zentrale Aufgabe des Verwaltungsrats. Er hat diese Aufgabe viel zu lasch wahrgenommen", sagte Branson. Vor allem die persönliche Involvierung des früheren Konzernchefs von Raiffeisen, Pierin Vincenz, in bestimmte Transaktionen sei sehr heikel gewesen. "Dass der CEO nicht in den Ausstand treten musste, zeigt, dass der Verwaltungsrat den CEO nicht im Griff hatte", erklärte er weiter.

Raiffeisen-Vize überrascht

In einem Interview mit der SonntagsZeitung sagte der Verwaltungsratsvizepräsident von Raiffeisen, Pascal Gantenbein, dass der Finma-Bericht über die Untersuchung schärfer als erwartet formuliert gewesen sei. "Die Tonalität hat mich überrascht. Ich glaube, die Finma wollte deutlich machen, dass das Enforcement-Verfahren von grosser Wichtigkeit sei. Das Ausmass der Probleme hat mich dagegen nicht überrascht", sagte Gantenbein.

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