Im Februar wurde Josef Ackermann 70 Jahre alt. Der Schweizer, der als Ex-Chef der Deutschen Bank einst das ganz grosse Rad drehte, bäckt inzwischen kleinere Brötchen.

Nach dem jüngsten Verlust seines VR-Mandats bei Renova – das Gremium wurde im Rahmen der Sanktionen gegen Renova-Besitzer Viktor Vekselberg durch die USA aufgelöst – setzt er umso stärker auf seine restlichen Mandate.

Anzeige
Anzeige

Nicht von US-Sanktionen betroffen

Glück für ihn, dass die US-Sanktionen nur die Mehrheitsbeteiligungen von Vekselberg betreffen und daher sein Präsidium bei der Bank of Cyprus nicht tangiert ist. Denn auch dort ist der Einfluss von Vekselberg gross – dessen Gesellschaft Lamesa ist mit 9,27 Prozent der grösste Aktionär der Bank, die viele Russen zu ihren Kunden zählt.

Vekselberg bei Putin

Viktor Vekselberg: Die Verhängung von US-Sanktionen gegen ihn und seine Beteiligungsfirma Renova hat den russischen Investor schwer getroffen.

Quelle: Keystone

Er sei allerdings 2014 nicht von Vekselberg, sondern von Wilbur Ross, damals Vizepräsident der Bank und heute US-Handelsminister, geholt worden, betonte Ackermann wiederholt. Vekselberg war aber Teil der von Ross geführten Investorengruppe. Die Bank selber liess 2014 verlauten, Ackermann repräsentiere «mehrere Aktionäre, möglicherweise auch Renova». Die Bank führt Ackermann als «independent».

Wilbur Ross

Wilbur Ross: Dient heute in der Regierung Trump als Handelsminister.

Quelle: NurPhoto/Getty Images

Bescheidenes Salär

Er plane nicht, sich aus dem Präsidium der Bank of Cyprus zurückzuziehen, lässt Ackermann auf BILANZ-Anfrage ausrichten. Am Lohn dürfte sein Beharren nicht liegen: Das Salär ist bescheiden – 150'000 Euro waren es 2017. Immerhin soll er vor dem Antritt bei der damals arg kriselnden Bank mit Renova Zusicherungen ausgehandelt haben, die ihn bei steigendem Aktienkurs stark hätten profitieren lassen.

Ob die Sache aufgeht, ist fraglich: Der Kurs ist allein in den letzten zwölf Monaten um rund 30 Prozent gesunken. Seine Motivation sei es, eine Aufgabe zu erfüllen, die der Bank, dem Land und indirekt Europa zugutekomme, sagte Ackermann 2014 zu BILANZ.

Sein heute prestigeträchtigstes VR-Mandat ist der Einsitz bei Investor AB, der Beteiligungsgesellschaft der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg, wo er jüngst für eine weitere Amtszeit nominiert wurde. Zusätzlich berät Ackermann als Mitglied des Beirats die türkische Akbank.