Curt G. Engelhorn

BE
Beteiligungen
5–6 Milliarden

Ziehsohn Tim Bergold aus früherer Ehe von Engelhorn-Gattin Heidi zieht bei der Engelhorn Foundation in Monaco immer energischer die Fäden. Nur zu einem eigenen Honorarkonsulat hat es dem eitlen CEO bisher nicht gereicht. Curt Glover Engelhorn seinerseits büsste ein ebensolches Ehrenamt als Konsul von Luxemburg auf der Atlantik-Steuersparinsel Bermuda ein: Die Grossherzogin von Luxemburg war not amused, als der Milliardär eine im Herzogtum etablierte Medizinstiftung bald wieder lautlos liquidieren liess, ohne Ihro Hoheit zuvor informiert zu haben. Die Regentin fühlte sich hintergangen, schliesslich hatte sie an Engelhorns Seite das Ehrenpräsidium übernommen. Von der Bildfläche verschwand auch eine wohltätige Engelhorn-Einrichtung in Basel. Die Stiftung European Foundation for the Advancement of Medicine wurde aus dem amtlichen Register getilgt. Der angegebene Grund für die Liquidation wirkt bizarr: «Mangels Vermögen.»

Familie August von Finck

TG
Beteiligungen
5–6 Milliarden

siehe Artikel zum Thema «Top ten»

Stephan Schmidheiny

SZ
Beteiligungen, Kunst
3–4 Milliarden

Dass Reichtum Verantwortung bedeutet, hat kaum ein Schweizer so verinnerlicht wie der Industrieerbe Stephan Schmidheiny. Voriges Jahr entledigte sich der 57-jährige Philanthrop überraschend seiner im Grupo Nueva zusammengefassten Geschäftsaktivitäten auf dem lateinamerikanischen Kontinent. In Form einer unwiderruflichen Schenkung vermachte Schmidheiny rund vierzig Unternehmen aus dem Forst- und Baustoffbereich im Gesamtwert von umgerechnet rund 1,5 Milliarden Franken dem eigens zu diesem Zweck gegründeten Viva Trust. Seine Schweizer Beteiligungen – vornehmlich Wertschriften und Kunst – hat der Advokat einer nachhaltigen Unternehmensführung nach wie vor in der Anova Holding gebündelt. Allein die von seinem verstorbenen Bruder Alexander aufgebaute Kunstsammlung wird von Experten auf einen Wert von gegen einer Milliarde Franken geschätzt.

Otto B. Happel

LU
Beteiligungen
2–3 Milliarden

Das Engagement des Wahlschweizers Otto B. Happel als grösster Einzelaktionär bei der MG Technologies zeigt Wirkung. Die Börse nimmt die Fokussierung der früheren Metallgesellschaft auf Anlagenbau und die Veräusserung des Chemiebereichs positiv auf. Auf Bündelung der Kräfte setzt der 56-jährige promovierte Maschinenbauer auch in der von ihm gegründeten und mit beträchtlichen Mitteln ausgestatteten Happel-Stiftung für eine langfristige Entwicklungsarbeit in Südostasien. Zusammen mit Helvetas, Misereor und der Welthungerhilfe wird der Aufbau lokaler Gemeindestrukturen in Fernost gefördert.

Familie Recanati

GE
Beteiligungen
2–3 Milliarden

Oudi Recanati hat sich aus dem mächtigen israelischen Konglomerat IDB zurückgezogen. 2002 hat der in Co-logny wohnhafte Geschäftsmann die Bank seiner Familie an die Union Bancaire Privée verkauft. Er ist nach wie vor einer der grössten Aktionäre der in New York kotierten Overseas Shipholding Group (OSG). Der OSG, deren Aktienkurs sich innert Jahresfrist verdoppelt hat, gehören 52 Frachtschiffe, davon 47 Öltanker. Anfang Sommer gab die Firma bekannt, das beste Halbjahresergebnis in ihrer Geschichte erzielt zu haben. Oudi Recanati hat eine Vorliebe für Risikokapital und neue Technologien – hier tätigt er weiterhin Investments.

Marc Rich

ZH
Finanzgeschäfte, Immobilien, Beteiligungen
1–1,5 Milliarden

Im Herbst wurde er gesichtet, ins Schaufenster eines Elektronik-Fachgeschäfts in der Nähe der Zürcher Oper starrend: Marc Rich (im Bild mit Gattin Gisela) verfolgte an einem Fernsehgerät gespannt das Golfturnier Ryder Cup. Mutterseelenalleine. Ja und? Seit vor Jahren Pläne ruchbar wurden, den in Amerika wegen Steuerhinterziehung zu 325 Jahren verurteilten Rich in die USA entführen zu wollen, weist der Wahlschweizer Anzeichen paranoiden Verhaltens auf, hat sich in seiner Villa Rose in Meggen eingeigelt. Er zeigt sich selten in der Öffentlichkeit, und wenn, dann in Begleitung von Bodyguards. Bislang jedenfalls. Doch seit dem ihm vor vier Jahren erteilten Pardon des Ex-US-Präsidenten Bill Clinton wiegt sich Rich augenscheinlich in einer gewissen Sicherheit.

Doch so richtig traut er dem Frieden nicht. Jedenfalls habe er darauf gedrängt, die Heirat seiner Tochter Daniella mit dem im Immobilienhandel reich gewordenen Richard Kilstock ja nicht in den USA, sondern im sichereren spanischen Marbella zu feiern. Dort gaben sich die beiden denn auch vergangenen August das Jawort – im Familienkreis, auf einem Rich-Anwesen. Denise Rich allerdings, die sich ihre Scheidung von Marc angeblich mit 500 Millionen Dollar vergolden liess, glaubte es ihrem Ruf als Party-Queen schuldig zu sein, in New York nochmals so richtig auf den Putz zu hauen. Wochen später wurde in etwas grösserem Kreise – die Gästeliste umfasste 500 Namen – in der In-Lokalität Chelsea Piers den anwesenden Stars und Sternchen vor Augen geführt, wie Richs auch ohne den Papa heiraten.

Die paar Dollars, die das Fest gekostet hat, kann Marc Rich verschmerzen. 60 Beschäftigte in seinem Family-Office in Zug sind dafür besorgt, dass Rich laufend noch reicher wird. Gehandelt wird mit so ziemlich allem, was das Finanzgeschäft zu bieten hat. Hinzu kommen Beteiligungen sowie umfangreiche Aktivitäten in Immobilien, vor allem in Spanien.

Jorge P. Lemann

Brasilien
Beteiligungen
1–1,5 Milliarden

In Brasilien gilt Jorge Paul Lemann als einer, dem praktisch alles, was er anpackt, zu Geld wird. Dieser Ruf hat der in Rio de Janeiro geborene Sohn eines Emmentaler Käsehändlers letztmals vor einem dreiviertel Jahr unter Beweis gestellt. In einem geschickt eingefädelten Aktientausch legte er seine zusammen mit zwei Partnern gehaltene Mehrheitsbeteiligung an der brasilianischen Bierholding AmBev mit der belgischen Interbrew zusammen. Seither darf sich Lemann als Architekt und Teilhaber der weltgrössten Brauereigruppe feiern lassen. Die Transaktion trug ihm eine deutliche Wertvermehrung seiner Beteiligung ein. Der 66-jährige Harvard-Absolvent und frühere Tenniscrack, der unter anderem beim Rasierklingengiganten Gillette und bei der Swiss Re im Verwaltungsrat sitzt, besitzt im Engadin zwar ein Ferienhaus, lebt aber mit seiner Familie mehrheitlich in Florida.

Alan Parker

GE
Beteiligungen
1–1,5 Milliarden

Der diskret in Genf wohnende Alan Parker hat sein beträchtliches Vermögen mit dem Verkauf seiner Beteiligung am Konzern Duty Free Shoppers gemacht. Seine karitative Organisation Oak Philanthropy hat ihre prestigeträchtigen Büros im Stadtzentrum verlassen und ist nun in bescheideneren Räumlichkeiten am Stadtrand untergebracht. Am selben Ort ist auch die Kemnay Services eigemietet: Diese verwaltet das Vermögen des britischen Geschäftsmannes.

Martin Pestalozzi

VD
Beteiligungen
900–1000 Millionen

Eigentlich wähnte man ihn im Ruhestand. Nun hat der Vater der Personalvermittlungsfirma Adia, heute Adecco, sich wieder bemerkbar gemacht: Anfang Jahr fusionierte Martin Pestalozzi seine Apollo Investment mit der britischen BNB Resources. Apollo besteht aus zwölf Treuhand-, Finanzanalyse- und Personalvermittlungsunternehmen in sechs Ländern Europas. 2003 hat die Gruppe bei einem Umsatz von 24,6 Millionen Franken einen Bruttoverlust von über einer Million eingefahren, 2002 war es noch schlechter gelaufen. Die Schweizer Einheit Contaplus geht gestärkt aus der Zusammenlegung hervor, da sie von der Kapitalerhöhung profitiert, die BNB im Rahmen der Fusion durchgeführt hat.

Rainer-Marc Frey

SZ
Finanzen
700–800 Millionen

Mit dem Verkauf der Hedge-Fund-Boutique RMF an die englische Man Group wurde vereinbart, dass der Arbeitsvertrag von Rainer-Marc Frey noch bis zum Juni 2005 laufen solle. Unklar war, ob der Gründer und Selfmademillionär auch nach Ablauf des Vertrags bei Man, die mittlerweile zu den weltweit grössten Funds-of-Hedge-Funds-Anbietern zählt, verweilen würde. Im Juni 2004 endeten diese Spekulationen, als Frey sieben Firmen ins Handelsregister eintragen liess. Ihre Namen – Alternative Investments, Private Equity, Wealth Management oder Family Office – zeigen, wo der 40-Jährige künftig mitmischen will. Details verrät Frey nicht, bis zu seinem Ausstieg bei Man wurde eine Schweigepflicht vereinbart.

Richard Gruner

FL
Beteiligungen
700–800 Millionen

Der deutsche Alt-Verleger Richard Gruner, Namensgeber und längst nicht mehr Teilhaber von Europas grösstem Zeitschriftenverlag, Gruner + Jahr («Stern», «Brigitte»), zieht es vor zu schweigen. «Sonst würde es eh nur als Besserwisserei gewertet», urteilt der 79-jährige Grandseigneur nüchtern. Gemeinsam mit Gemahlin Flora jettet der Hobbypilot vom Hauptwohnsitz Vaduz zu den Nebenresidenzen, mal ins Tessin, mal ans Mittelmeer, mal nach New York.

Familie Bodmer

ZH
Beteiligungen
600–700 Millionen

Der Zolliker Ast der weit verzweigten Zürcher Bodmer-Dynastie, dessen Vermögen unter anderem in der Abegg Holding zusammengefasst ist, erlebte infolge der Kursrückschläge der Aktien von Huber + Suhner ein unerfreuliches Jahr. Beständigere Werte hält der einstige Verwaltungsrat von SKA/CS, Fiat und Zürich- Versicherungen in Immobilien. So besitzt Henry («Harro») Bodmer das Schloss Girsberg im Stammertal.

Georg von Opel

BS
Beteiligungen
600–700 Millionen

Alles im grünen Bereich im Beteiligungsportfolio von Georg von Opel und dessen Anlagevehikel Hansa in Basel. Der 38-jährige Urenkel des deutschen Autobauers Adam Opel kann für sein Schweizer Investment, Jelmoli, «neue Höchstwerte auf allen Stufen» zur Kenntnis nehmen. Jel-moli Zürich und die Molino- Restaurants mussten zwar Federn lassen; dafür stand die Sparte Fust unter Strom. In Russlands Einzelhandel sieht von Opels zweite Beteiligungsfirma, ENR Russia Invest, Perspektiven. Der von Genf aus gesteuerte Investor kaufte sich bei der Hypermarkt-Betreiberin Mosmart ein, reduzierte jedoch den Bestand an Aktien des Erdgasriesen Gazprom um eine Million Stück. Mit 20 Prozent Anteil am Gesamtportfolio der ENR (250,5 Millionen Franken per 30. Juni 2004) dominiert Gazprom weiterhin in den Büchern.

Familie Alain de Botton

Grossbritannien
Finanzgeschäfte, Literatur
500–600 Millionen

Der 35-jährige Schweizer Erfolgsautor Alain de Botton scheint auf Literaturpreise abonniert zu sein; jüngst wurde er für sein siebtes Buch, «Die Kunst des Reisens», mit dem Prix européen de l’essai Charles Veillon ausgezeichnet. Die Verkaufszahlen seiner Bestseller hätten längst für ein Leben in aller Annehmlichkeit gereicht, doch verglichen mit dem Familienvermögen, sind die Einkünfte aus dem Buchverkauf ein Taschengeld. Sein Vater Gilbert de Botton, der für die Bankierfamilie Rothschild arbeitete, hat 1983 die Finanzgesellschaft Global Asset Management (GAM) gegründet. Vier Jahre später heiratete er in zweiter Ehe Janet Wolfson, die zwölftreichste Engländerin. Wolfson ist Erbin der Great Universal Stores und erfolgreiche Kunsthändlerin. Zusammen mit ihrem Mann trug sie massgeblich zur Gründung der Tate Modern Gallery in London bei. 2000 verkaufte Gilbert de Botton die GAM für 600 Millionen Dollar an die UBS, ein Jahr später starb er. Alain und seine ältere Schwester Miel verfügen also über ein komfortables Finanzpolster. Der Autor kann sich in seinem Zuhause in Chelsea voll auf seine Bücher konzentrieren.

John P. McManus

GE
Finanzgeschäfte
500–600 Millionen

John Patrick (JP) McManus soll laut der britischen «Sunday Times» mit Wechselkursspekulationen über seine Genfer Drehscheibe Leicosa gegen eine halbe Milliarde Franken verdient haben. Gesicherte Informationen gibt es kaum. Die sichtbarsten Spuren hinterliess McManus noch als Berufseinsteiger. Da lenkte er Bagger auf Baustellen, für kargen Lohn. Dann richtete er in Irland Wettbüros ein. Profite von den Rennbahnen pumpte er nach Genf zur Geldvermehrung und folgte später persönlich dem eigenen Kapital an den Genfersee. Der heute 53-Jährige zahlt der Heimat gern zurück – nur ja keine Steuern, sondern Spenden in zweistelliger Millionenhöhe, immerhin.

Karl Nicklaus

ZG
Beteiligungen
500–600 Millionen

Bei den meisten Schweizer Unternehmen sind die Signale für den Aufschwung noch verhalten, doch bei Stoppani geht es zügig aufwärts: Der im bernischen Neuenegg domizilierte Zulieferer für die Hightechindustrie konnte seinen Umsatz wegen des Booms bei DVDs und Flachbildschirmen im ersten Quartal 2004 mehr als verdoppeln. Um die vollen Auftragsbücher zu bewältigen, wurden temporär 40 neue Mitarbeiter angestellt. Das dürfte insbesondere Verwaltungsratspräsident Karl Nicklaus freuen, dem über seine Zuger Beteiligungsgesellschaft Future Finance Corporation 94 Prozent der Stoppani-Aktien gehören. Die finanziellen Mittel für den Stoppani-Kauf sowie unter anderem eine 30-Prozent-Beteiligung an den Pilatus Flugzeugwerken hat der Gründer der Chamer Chipautomatenfabrik Esec 1994 beim IPO kassiert. Zu jenen 100 Millionen Franken kamen weitere 500 dazu, als die Firma im Herbst 2000 an Unaxis verkauft wurde.

Branco Weiss

ZH
Beteiligungen
500–600 Millionen

«Privileg und Pflicht», nennt Branco Weiss sein Motto. Der 75-Jährige engagiert sich seit langem für Bildung und Kultur in der Schweiz. 2004 schenkte er der ETH Zürich 23 Millionen Franken, um auf dem Hönggerberg die «Science City» zu bauen. Über seine anderen Sponsoringaktivitäten erfährt die Öffentlichkeit nichts. «Über die Hälfte meiner Engagements behandle ich diskret. Nur diejenigen, welche die Öffentlichkeit etwas angehen, werden öffentlich gemacht», erklärt der Unternehmer. Künftig will Weiss seine Unterstützung für die Wissenschaft ausbauen. Die geschäftlichen Aktivitäten dagegen möchte der Investor und Gründer zahlreicher Technologiefirmen zurückfahren.

Daniel S. Aegerter

ZH
Financier
400–500 Millionen

Der Mittdreissiger Daniel S. Aegerter ist mit seinem Anlagevehikel Armada Venture Group unterwegs und sagt, dass das Investitionsumfeld im ablaufenden Jahr eher langweilig, aber dafür schwierig gewesen sei. «2003 war das Jahr der Gelegenheiten. 2004 ist das Jahr der Konsolidierung», sagt der 35-jährige Aegerter, der volatilen Phasen durchaus ihr Gutes abzugewinnen weiss. Dennoch kann er sich auch dieses Jahr nicht beklagen – die Geschäfte liefen auch 2004 gut. Sie entwickeln sich für ihn seit eh und je erfreulich: Er schaffte einst das Kunststück, mit dem Verkauf seiner Softwarefirma Tradex auf dem Höhepunkt der New Economy den Grundstock für sein Kapital zu legen. Seither beteiligt er sich an mindestens acht Informationstechnologie-Unternehmen und bewirtschaftet ein diversifiziertes Portefeuille. Er ist nicht nur mit seinen vielen Alternativanlagen global ausgerichtet.

Der diskret wirkende junge Mann, der sein Business am liebsten ohne viel Getöse zu tätigen pflegt und dem schillernde Auftritte fremd sind, steht jedoch seit kurzem mehr in der Öffentlichkeit, als ihm lieb ist. Er hat sich bei der Billigfluggesellschaft Helvetic mit einer erklecklichen Summe engagiert und damit für Aufsehen gesorgt. Vom Erfolg des Airliners, der alle Flüge für 99 Euro (exklusive Gebühren) anbietet und ab Zürich operiert, ist Aegerter völlig überzeugt. Der heute als Investor tätige ehemalige Microsoft-Mann Peter A.C. Blum hat ihn vor etwas mehr als einem Jahr an Bord geholt. Der Break-even mit den magentafarbenen Fliegern von Helvetic ist für Frühling 2005 geplant.

René Braginsky

ZH
Beteiligungen
400–500 Millionen

Nach der hektischen Zeit als Investor bei Centerpulse hat René Braginsky bewusst eine Auszeit genommen. Nun konzentriert er sich wieder auf sein Kerngebiet, die Anlage in substanzhaltige Schweizer Aktien, vornehmlich Small und Mid Caps. Mit seiner InCentive Asset Management verwaltet er den Fonds Asselsa, der auch 2004 eine zweistellige Rendite erzielte.

Zudem investiert Braginsky selektiv in Private-Equity-Anlagen. Sein Radar sei weiterhin aktiv, erklärt Braginsky; wenn er auf eine unterbewertete Gesellschaft stosse, könne er sich ein grösseres Engagement durchaus wieder vorstellen. Derzeit spiele indes nur «wenig Musik» an den Börsen. Daneben engagiert sich Braginsky bei verschiedenen Stiftungen, insbesondere zur Förderung von begabten Jugendlichen.

Tito Tettamanti

Grossbritannien/TI
Finanzgechäfte
400–500 Millionen

Aufsehen erregte Tito Tettamanti vor einem Jahr, als er sich via seine britische Beteiligungsfirma Sterling Investment Group beim Technologiekonzern Ascom mit zehn Prozent beteiligte. Für Tettamanti ein lukratives Investment, stieg doch der Wert seines Ascom-Pakets bislang aufs Doppelte. Auch seine Sterling Investment Group fuhr letztes Jahr eine stolze Rendite von 26 Prozent ein. Daneben ist der 74-Jährige seit 2002 beim Zürcher Jean Frey Verlag, der unter anderem die BILANZ herausgibt, mit einem 25-Prozent- Anteil investiert. Tettamanti tritt auch als Autor politischer Schriften in Erscheinung, so 2003 mit dem Buch «Die sieben Sünden des Kapitals». Jüngst erschien eine Replik seiner Kritiker auf Tettamantis Erstlingswerk.

Maria Menarini

GE
Beteiligungen, Pharma
300–400 Millionen

Maria Menarini und ihr Lebensgefährte Giovanni Danieli – beide grosse Liebhaber der Fotografie und der Musik – haben in der Toskana ein wunderschönes Gut umgebaut. Es heisst La Pineta und beherbergt unter anderem ein Audio- und Videostudio. Ihr Hauptwohnsitz befindet sich jedoch nach wie vor im Kanton Genf. Maria Menarini ist die Erbin der italienischen Pharmagruppe Menarini und Aktionärin der Genfer Société Bancaire Privée. Ausserdem besitzt sie in Italien zahlreiche Immobilien.

Jürgen Oppermann

BE
Beteiligungen
300–400 Millionen

Vom Wohnsitz im Berner Oberland lenkt Jürgen Oppermann ein wachsendes Hehr von Fahrschullehrern in Deutschland. «Ich wage die Prognose, dass der gesamte deutsche Fahrschulmarkt in einigen Jahren nicht mehr wieder zu erkennen ist», so kündigt der frühere Versandhändler «eine weitere starke Expansion» seiner Academy Holding mit Sitz in Ludwigsburg an. 300 Fahrschulen haben sich bereits für das Oppermann-Modell entschieden. Die oft nur Ein-Personen-Betriebe erhalten mit Academy-Hilfe einen versierten Beifahrer, der zum Beispiel einheitliche Werbekonzepte und Lehrmaterial liefert oder das Inkasso besorgt.

Bernard Sabrier

GE/Grossbritannien
Finanzen, Beteiligungen
300–400 Millionen

Die 1971 gegründete Unigestion ist heute eine der europaweit führenden Firmen in der institutionellen Vermögensverwaltung. Mit Vertretungen in Genf, Paris, London, Guernsey und New Jersey (USA) verwaltet Unigestion im Auftrag von Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, Banken und einigen Familien über sechs Milliarden Franken. Mit 23 Jahren übernahm Bernard Sabrier 1976 die Kapitalmehrheit an der von seinem Vater gegründeten Genfer Finanzgesellschaft.

Gunter Sachs

VD
Beteiligungen, Kunst
300–400 Millionen

Neuland betrat der Fotokünstler Gunter Sachs, als er die Münchner Galerie für Zeitgenössische Kunst autorisierte, eine Verkaufsausstellung mit 100 seiner Fotografien zu inszenieren. «Wir haben deutlich über 100 Werke verkauft», zieht Galerist Andreas Baumgartl «sehr zufrieden» Bilanz. Als Bestseller der in limitierten Kleinauflagen abgezogenen Aufnahmen nennt er das Werk mit dem Titel «Strandgut» zum Einzelpreis von 4800 Euro. Nach dem Erfolg gehen die Sachs-Fotos auf Tournee, zunächst nach Wien, dann nach Paris und «auf Wunsch von Sachs» (Baumgartl) nach St. Petersburg oder Moskau. Die Erlöse fliessen in die Kassen der Mirja-Sachs-Stiftung, die Not leidende Kinder unterstützt.

Peter F. Baumberger

GE
Beteiligungen
200–300 Millionen

Der 79-jährige Spross einer Industriellenfamilie aus Langenthal ist noch immer in Saft und Kraft. So hat der langjährige Gas-Unternehmer (Carba Holding) Einsitz in den Verwaltungsräten wichtiger Schweizer Unternehmen wie Swatch Group oder Lindt & Sprüngli. Auch im Aufsichtsgremium des niederländischen Finanzkonzerns ABN Amro wird sein Rat geschätzt. Baumberger stört das Übermass an Pessimismus, das hemme das Investitionspotenzial der Schweiz, ärgert er sich. «Dieses Land braucht einen Schub Optimismus und mehr Unternehmergeist.»

Dieter Bührle

SZ
Technologie, Private Banking
200–300 Millionen

Dieter Bührle, ehemals Chef des inzwischen in Unaxis umbenannten Oerlikon-Bührle-Konzerns, musste 2004 mit ansehen, wie der Wert seines Aktienpaketes am Industriekonzern weiter schrumpfte. Er hält zusammen mit seinem Sohn Christian und seiner Tochter Carol Franz-Bührle 49 Prozent an der Familienholding Ihag, die wiederum 21 Prozent an Unaxis hält. Das Paket hat innert weniger Monate über ein Drittel an Wert verloren. Da macht ihm die familieneigene Weinproduktion in Italien mehr Freude: Die Tenuta di Trecciano geniesst einen guten Ruf.

Beat Frey

ZH
Beteiligungen
200–300 Millionen

Jede Fusion bringt Probleme mit sich. So gesehen darf der Zürcher Entrepreneur Beat Frey zufrieden sein mit der von ihm angeschobenen Verschmelzung der beiden branchenführenden Seilbahnbauer, der Schweizer Garaventa mit der österreichischen Doppelmayr. «Mit über 200 jährlich neu gebauten Anlagen vom einfachen Skilift bis zum People-Mover in Las Vegas sind wir weltweit die Nummer eins», zieht Frey nach zwei Jahren eine Zwischenbilanz der «lehrbuchmässigen Verschmelzung». Über seine Corisol Holding in Baar ZG zieht der 61-jährige Multi-Investor viele Fäden, zum Beispiel als massgeblicher Aktionär der Swiss Small Cap Invest in Zürich oder mit seinen grösstenteils stillen Beteiligungen an einem Dutzend mittelgrosser Schweizer Unternehmungen wie der Elma Electronic in Wetzikon oder der Baufirma Zschokke Holding in Genf. Den Grundstock seines Vermögens hatte sich Frey erarbeitet, als er in den Achtzigerjahren den Reiseveranstalter Privat Safaris etablierte und später an den Reiseprimus Kuoni verkaufte.

Vittorio Ghidella

TI
Beteiligungen, Vermögensverwaltung
200–300 Millionen

Vittorio Ghidella lebt zurückgezogen. Geschäftlich ist der frühere Chef von Fiat Auto weiterhin aktiv – und innovativ. Seine aus einer Hand voll Mitarbeitern bestehende VG SA hat mit Hilfe von neuronalen Netzen ein neues Analysemodell für Anlagestrategien ausgetüftelt. Der 73-Jährige ist überzeugt, dass sich mit den auf diese Weise gewonnenen Daten Firmen besser bewerten und sich erfolgreichere Portefeuilles zusammenstellen lassen. Das wird in einem Fonds erprobt, den seine Firma mit der BG Privatbank Lugano gegründet hat.

Walter Jens Jacobs

ZH
Beteiligungen
200–300 Millionen

Tue Gutes – und sage niemandem etwas davon. Walter Jens Jacobs jedenfalls mochte kein Aufhebens davon zu machen, dass die kulturell bedeutende Buchhandlung Scalo dieses Frühjahr nach einem aufwändigen Umbau im altehrwürdigen Haus zur Sonne am Zürcher Limmatquai zu ausgesprochen kulanten Mietkonditionen einziehen konnte. Ebenso diskret ist Jacobs bei der in derselben Liegenschaft domizilierten Steinbeck Holding. Nach seinem Austritt aus der Familienholding (Jacobs-Suchard-Gruppe) Anfang der Achtzigerjahre konzentrierte er die Beteiligungen der mit 67 Millionen Franken kapitalisierten Finanzholding auf Firmen in der Schweiz und im europäischen Ausland, die auf dem Gebiet der Produktedistribution, der Lagerhaltung und der Organisation, des Product-Managements sowie der Logistikberatung tätig sind. Die Firma besitzt unter anderem Depolabo, die in Frankreich eine massgebliche Rolle als Pharmaverteiler spielt.

Rumen Hranov-Bühler

ZH
Beteiligungen
100–200 Millionen

Der Gentleman und smarte Investor ist auf vielen Terrains aktiv: Rumen Hranov-Bühler hält Beteiligungen an Banken, Industrie- und Biotechnologiefirmen und ist gut in der Wirtschaftswelt vernetzt. Unter Insidern sorgte er dieses Jahr mit einem Ausstieg für Aufsehen: Am 13. Oktober hat er sich aus dem Verwaltungsrat der Swissfirst Asset Management (der Anlagestrategie-Gruppe der Bank Swissfirst in Zug) verabschiedet. Das wurde als überraschende Abkehr vom Matter-Clan gedeutet, der die Swissfirst kontrolliert. Hranov-Bühler jedoch verneint derlei Deutungen. Ausgetreten sei er lediglich, um einem möglichen Interessenkonflikt vorzubeugen.

Er ist weiterhin mit rund zehn Prozent an Swissfirst beteiligt, möchte sich als «Investor frei bewegen können» und deshalb nicht in der Anlagestrategie-Zentrale der Bank mitreden müssen. Investiert ist Hranov-Bühler beispielsweise in den Biotech-Finanzierungsvehikeln HBM BioVentures oder HBM Partners, die er zusammen mit Henri B. Meier einst angeschoben hat. HBM BioVentures sei inzwischen börsenreif und warte noch auf bessere Zeiten am Kapitalmarkt, sagt Hranov-Bühler.

Zurzeit viel mehr interessiert den eingebürgerten Schweizer mit bulgarischen Wurzeln die neue Mitte Europas. In Bulgarien, Rumänien und Ungarn macht er gute Geschäfte. Als Vermittler von Industrieanlagen profitiert er von der Liberalisierungswelle und streicht gehörig Provisionen ein. Zum Beispiel in Bulgarien, wo er sich in den Strommarkt eingeschaltet hat. Da mutet sein auf sechs Prozent des Aktienkapitals angewachsenes Engagement in der Ascom fast als ein Nebenbei an.

Peter Friedli

ZH
Investor
100–200 Millionen

Es gibt ihn noch, den Zürcher Investor Peter Friedli, auch wenn es ruhig geworden ist um ihn. Noch vor drei Jahren wies seine kotierte Risikokapitalgesellschaft New Venturetec auf der Spitze des New-Economy-Hypes einen Börsenwert von 1,3 Milliarden Franken aus. Heute beläuft sich dieser auf noch 75 Millionen. Der Zusammenbruch der Technologietitel im Jahr 2000, die IPO-Flaute und die Zurückhaltung der Investoren im Private-Equity-Sektor haben ihre Spuren hinterlassen. «Venture-Capital liegt derzeit nicht in der Gunst der Anleger», konstatiert Friedli. Auch wenn er jüngst einen punktuellen Erfolg erzielen konnte: Das Pharmaunternehmen Basilea, in das New Venturetec 20 Millionen investiert hatte, wagte im Frühjahr 2004 als erster Kandidat seit 2001 wieder ein IPO an der Schweizer Börse. Damit kam ein wenig Fantasie in den Kurs von New Venturetec, doch nur kurzfristig. «Auch dieses lange Tal wird irgendwann durchschritten sein», ist Friedli optimistisch. Mit Investitionen in 24 aufstrebende Jungunternehmen in der Schweiz und den USA erscheint er für den Wiederaufschwung gerüstet. Nebst New Venturetec verwaltet der 49-Jährige sechs weitere, nicht öffentliche Fonds mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 800 Millionen Dollar.

Fritz Kaiser

FL
Vermögensverwaltung, Beratung, Kunst
100–200 Millionen

Die Fritz Kaiser Group (FKG) mit Geschäftsstellen in Vaduz und Zürich ist Triebfeder des exklusiven 21i.net für eine solvente Klientel ab zehn Millionen Franken Vermögen. Mit im Verbund sind international tätige Advokaturbüros, Privatbanken wie Vontobel, Vermögensverwalter wie die Finanzgruppe des Fürsten von und zu Liechtenstein, aber auch die Privatkliniken der Hirslanden-Gruppe – also Family-Banking mit Rundumbetreuung in jeder Hinsicht. Die FKG verwaltet ihre eigenen Principal-Fonds und ist seit Jahren im Sportmarketing erfolgreich. So hat Fritz Kaiser beispielsweise die Partnerschaft zwischen dem Formel-1-Rennstall von Peter Sauber, Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz und dem Ölkonzern Petronas eingefädelt. Der Kunstsammler (Lotus Collection) engagiert sich als Trustee der Mentor Foundation auch für soziale Anliegen. Gleichzeitig strickt er eifrig an seinem Netzwerk: Im Mentor-Stiftungsrat sitzen unter anderen Königin Silvia von Schweden, Erbprinz Felipe von Spanien und Modezar Nino Cerruti.

Helmuth H. Lederer

SZ
Beteiligungen, Medien
100–200 Millionen

Mit dem Einschätzen von Gebrauchtwagenpreisen hat Helmuth H. Lederer sein Vermögen eingefahren. Nur wenn es um eine Selbsteinschätzung geht, stapelt der Österreicher mit Wohnsitz in Schwyz tief. Der Verkauf der Aktienmajorität von Lederers Lebenswerk, der Eurotax Holding in Freienbach SZ, an die Investment-Gesellschaft Hicks, Muse, Tate & Furst für 200 Millionen Franken bescheinigt dem Aussteiger dabei, welche Lebensleistung er aufgebaut hat. Öffentlichkeitsscheu ist der gelernte Marketingfachmann nicht. Als Eigentümer (seit Ende 2003) und Herausgeber der österreichischen Fachzeitschrift «Auto & Wirtschaft», neu mit Schweizer Anhänger, greift er regelmässig zur Feder. Als Krösus mag der Familienmensch nicht auffahren. Tief in die Taschen greift der 67-Jährige, wenn es um Kunst geht. Seine frühere Wohngemeinde Richterswil ZH profitiert von seiner Sammelleidenschaft. Nachdem er seine Residenz im steuergünstigeren Kanton Schwyz bezogen hatte, richtete der Mäzen im alten Familienquartier das Kunsthaus Richterswil ein.

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